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Offener Brief der Bürgerinitiative Südstadt

Grevesmühlen Offener Brief der Bürgerinitiative Südstadt

Die Anwohner aus dem Süden von Grevesmühlen haben sich mit einem Schreiben an Erwin Sellering gewandt.

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Die Zukunft des Bahnhofsgeländes ist wieder offen.

Quelle: Foto: OZ

Grevesmühlen. Nach der Entscheidung der Landesplanung, das Bauvorhaben am Grevesmühlener Bahnhof abzulehnen, wenden sich die Anwohner an die Staatskanzlei:

Sehr geehrter Herr Ministerpräsident, seit Monaten engagieren wir uns für den Neubau eines Großmarktes auf dem Gelände des ehemaligen Güterbahnhofes in Grevesmühlen, nachdem Lidl einen Markt für die Versorgung des südlichen Stadtgebiets, anderer Straßenzüge sowie zahlreicher umliegender Gemeinden vor Jahren schloss und bislang kein Ersatz geschaffen wurde.

Im Juli 2011 organisierten wir eine Unterschriftensammlung, mit dem Ergebnis, dass 1300 Einwohner den Neubau eines Marktes forderten. In der Folge haben wir regelmäßig an Sitzungen des Bau- und Hauptausschusses sowie der Stadtvertreter teilgenommen und somit das Vorhaben der Stadt aktiv unterstützt bzw. gefördert.

Am 10. Juni 2013 sahen wir wie auch viele Einwohner die Bemühungen belohnt, als die Stadtvertreter einen Beschluss zu den Plänen der Investoren/Betreiber Aldi und Markant mit deutlicher Mehrheit verabschiedeten.

Geradezu enttäuscht, ja entsetzt sind wir nun nach der Veröffentlichung eines Artikels im Lokalteil dieser Zeitung am 5. September 2013, wonach das Bauvorhaben jetzt durch die Landesplanung infrage gestellt wird. Das bedeutet, dass die Pläne, die oben bereits genannten Bereiche wieder mit einem Lebensmittelmarkt zu versorgen, scheitern werden.

Das können und wollen wir nicht hinnehmen! Nach Auskunft des Rathauses soll die Vertreterin des Landes, Frau Kunkel, regelmäßig an Sitzungen entsprechender Gremien teilgenommen haben. Auch wenn sie gewisse Bedenken wegen „der Größe des neuen Marktes“ unverbindlich geäußert haben soll, war sie doch wohl grundsätzlich von dem Vorhaben überzeugt und hat es nicht abgelehnt.

Uns ist bewusst, dass die angepeilte Größe des Supermarktes mit rund 2700 Quadratmetern eine gewisse Veränderung für die Verteilung der Kaufkraft in der Stadt bedeutet. Aber uns wurde ein Gutachten präsentiert, in dem aufgeführt wurde, dass es sich lediglich um eine Verlagerung der vorhandenen Märkte handelt und die Geschäfte in der Innenstadt nur marginal betroffen sind. Auch wir haben ein großes Interesse daran, die Innenstadt mit ihrem Einzelhandel zu erhalten. Aber wir fordern auch eine Versorgung der o.g. Bereiche, da hier auch viele ältere Bewohner leben, die nicht jeden Einkauf zu Fuß im Ortskern erledigen können.

Wir appellieren nun heute an Sie, Herr Ministerpräsident, damit mit Ihrer Hilfe die Entscheidung der Behörde nochmals verantwortungsvoll überdacht wird. Denn ein Ende der Pläne für den Supermarkt in diesem Bereich hätte weiterreichende Folgen. Welchen Sinn macht es, fast eine Million Euro Fördermittel für die Sanierung des Bahnhofsgebäudes in unmittelbarer Nachbarschaft des geplanten Marktes durch das Land in Aussicht zu stellen, wenn direkt nebenan eine Ruine das Bild bestimmt? Das Konzept des Bahnhofs, das wir für gut und zukunftsfähig halten, funktioniert nur im Konsens mit der Entwicklung der direkten Umgebung.

Wir haben im Vorfeld Unterschriften gesammelt, um die Stadt bei der schwierigen Entscheidung zur Entwicklung des Bahnhofsumfeldes zu unterstützen. Die Größe des Vorhabens jetzt als Argument für die Ablehnung der Entwicklung zu benutzen, ist unserer Ansicht nach keine Lösung.

Wir bitten Sie daher, sowohl unsere Argumente als auch die der Grevesmühlener Stadtverwaltung noch einmal zu prüfen.

Karin Krüger, Helga Breitenfeldt, Gudrun Seidel

LN

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