Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Nordwestmecklenburg Ohne Führerschein mit dem Auto zum Gerichtstermin
Lokales Nordwestmecklenburg Ohne Führerschein mit dem Auto zum Gerichtstermin
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
20:27 24.06.2013
Das Amtsgericht in Grevesmühlen war Schauplatz einer Verhandlung, die der Angeklagte offenbar nicht allzu ernst nahm.

Dass einige ihrer Kunden eine recht eigenwillige Einstellung zum Thema Recht und Gesetz haben, dass wissen die Mitarbeiter im Grevesmühlener Amtsgericht. Was sich allerdings ein Angeklagter aus der Lausitz jetzt geleistet hat, das ist nicht alltäglich. Kurz nachdem Richter Hinrich Dimpker den gebürtigen Österreicher wegen Fahrens ohne Führerschein verurteilt hatte, stieg der Mann nach der Verhandlung seelenruhig in seinen Wagen und fuhr davon. Dumm nur, dass ihn dabei mehrere Zeugen beobachtet haben, so dass er demnächst wieder in Grevesmühlen erscheinen muss. Ob er dann wieder mit seinem Auto erscheint, bleibt abzuwarten.

Im vergangenen Jahr hatte die Polizei ihn auf der A 20 angehalten, weil er mit seinem Wagen zu dicht auf seinen Vordermann aufgefahren war. Bei der Kontrolle stellten die Beamten fest, dass er keinen Führerschein besitzt. Es folgte eine Anzeige wegen Fahrens ohne Fahrerlaubnis und die Gerichtsverhandlung in Grevesmühlen. Dort tischte er Richter Dimpker eine Geschichte auf, die etwas ungewöhnlich klingt. So gab er an, dass er durchaus einen Führerschein besitze, er diesen aber nicht vorzeigen könne, da er ihn verloren habe. Leider handelt es sich dabei um einen spanischen Führerschein. Er bot Gericht und Staatsanwaltschaft an, in Spanien anzurufen. Die dortige Fahrschule könne bestätigen, dass er einen entsprechenden Lehrgang besucht habe.

Dass die Staatsanwaltschaft den Wahrheitsgehalt dieser Aussage anzweifelte, lag nicht zuletzt daran, dass Manfred G. kein Unbekannter für die deutsche Justiz ist. Seine Akte zeugt von Verkehrsdelikten, Betrugsverfahren, Urkundenfälschung und Volksverhetzung. Insgesamt sieben Vorstrafen, die mit Geld- und Freiheitsstrafen geahndet wurden, gehen auf das Konto des Angeklagten.

Dementsprechend forderte die Staatsanwaltschaft eine hohe Geldstrafe und eine Freiheitsstrafe von bis zu einem Jahr.

2400 Euro Geldstrafe lautete schließlich das Urteil, sollte er die Summe nicht aufbringen, drohen ihm 80 Tage Haft. „Ich hoffe, dass ich sie hier nicht wieder sehe und sie ihre Lektion nun gelernt haben“, sagte Dimpker zu G. nach der Urteilsverkündung. Das allerdings hatte G. offensichtlich ignoriert.

khm

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Die Gemeinde Ostseebad Boltenhagen, die Kurverwaltung, das Deutsche Rote Kreuz (DRK) Grevesmühlen und das Seehotel „Großherzog von Mecklenburg“ rufen zu einer gemeinsamen Spendenaktion am Freitag, 28. Juni, auf.

24.06.2013

Elf Bands aus Norddeutschland treten beim Festival am Schweriner See auf.

24.06.2013

Mehr als 300 Zuschauer beim Thandorfer Teichfest. Nicht alle Teams bleiben beim Schubkarren-Rennen trocken.

24.06.2013
Anzeige