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Nordwestmecklenburg Oper holt Geschichte in die Gegenwart
Lokales Nordwestmecklenburg Oper holt Geschichte in die Gegenwart
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20:18 31.05.2016
Marcus Melzwig und Claudia Graue proben für die Oper „Ritter, Tod und Teufel“. Beide haben in Rostock Schauspiel studiert und singen im preisgekrönten A-Capella- Ensemble „Muttis Kinder“. Quelle: Gabriele Struck

Eine große Oper im beschaulichen Nordwestmecklenburg: Das Engagement und die Hilfe vieler Akteure machen es möglich. „Wir haben Bundes- und Landesmittel eingeworben. Allein hätten wir das nicht leisten können“, erklärt Landrätin Kerstin Weiss. Außergewöhnlich ist nicht nur die Vielzahl der Unterstützer, zu denen der Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien, das Land Mecklenburg-Vorpommern, die Hansestädte Wismar und Lübeck, die Stiftung Herzogtum Lauenburg, die Evangelisch-Lutherische Kirche in Norddeutschland und das Programm „Reformation 500“ gehören. Besonders ist auch das Niveau der Akteure, die sechs Aufführungen der Oper „Ritter, Tod und Teufel“ in Nordwestmecklenburg, Lübeck und Ratzeburg vorbereiten.

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Mehr als 50 Musiker und Schauspieler proben für „Ritter, Tod und Teufel“ / Der Kartenvorverkauf startet.

Ich freue mich, dass so ein Projekt von Nordwest-

mecklenburg ausgeht.“Landrätin Kerstin Weiss (SPD)

„Sie sind handverlesen. Es sind großartige Künstler“, sagt der Rostocker Musiker Wolfgang Schmiedt. Er arbeitet als künstlerischer Leiter des Opernprojekts und hat die Musik für „Ritter, Tod und Teufel“ gemeinsam mit Martin Pollok und Susi Koch geschrieben. Er lobte beim Pressegespräch in Schönberg: „Interessant ist, dass der Landkreis Nordwestmecklenburg es sich zu eigen macht, etwas Originäres entstehen zu lassen und nicht etwas von außen einkauft. Es wird hier nicht wie ein Ufo landen.“

Verortet und verwurzelt ist die „szenisch-musikalische Erneuerung“ zum 500. Jahrestag der Reformation durch die Geschichte, die sie erzählt und durch einen Großteil der Akteure. Der Kirchenchor Sankt Laurentius Schönberg und ein Chor des Ernst-Barlach-Gymnasiums stellen das Gros der über 50 Musiker und Schauspieler, unter denen namhafte Gesangssolisten, Instrumentalisten und Darsteller aus Mecklenburg-Vorpommern, Berlin, Schleswig-Holstein und Niedersachsen sind. In einer Hauptrolle: Jacqueline Boulanger, gebürtige Berlinerin mit französisch-afrikanischen Wurzeln –

mittlerweile eine der gefragtesten Jazzsängerinnen im Norden. Sie sagt: „Ich finde es ein sehr gelungenes, interessantes Stück. Es hat einen modernen Touch. Manchmal scheint etwas Soul durch.“

„Ritter, Tod und Teufel“ vereint aber auch Elemente aus Jazz, Rock, Minimalmusic und Klassik zu einer künstlerischen Einheit. Nach der ersten Probenphase für die Aufführungen im September sagt Jacqueline Boulanger: „Die Kollegen, die dabei sind, machen alle ein sehr gutes Handwerk.“ Die Regie liegt in den Händen von Wolfgang Bordel, dem Intendanten der Vorpommerschen Landesbühne Anklam.

„Ritter, Tod und Teufel“ wird kein Historienschinken, basiert aber auf realer Geschichte. Im Zentrum der Handlung steht Thomas Aderpul, eine Figur, die mit dem Beginn der Reformation in Mecklenburg eng verbunden ist. Aderpul wurde aus Lübeck vertrieben, in Gressow als Prediger im Sinne Martin Luthers eingesetzt, von den Truppen des Bischofs von Ratzeburg gefangen genommen und nach mehr als einem Jahr Kerkerhaft in Schönberg wieder freigelassen. Eine Liebesgeschichte bereichert das Stück um theatralische Momente. Jacqueline Boulanger nennt einen Aspekt, der sich aus „Ritter, Tod und Teufel“ herauslesen lässt: „Ich finde den Gedanken interessant, dass hinter den meisten starken Männern eine noch stärkere Frau ist.“

„Ich denke, es ist eine sehr spannende Sache“, sagt Kerstin Weiss. Es sei erfreulich, dass Nordwestmecklenburg historische Wurzeln habe. „Wir wollen sie auch pflegen.“

Tickets gibt’s in den Servicecentern der OZ und LN

Aufgeführt wird die Oper „Ritter, Tod und Teufel“ am Mittwoch, dem 7. September, ab 19.30 Uhr in der Kirche in Gressow, am Donnerstag, dem 8. September, ab 19.30 Uhr in der Sankt-Petri-Kirche in Lübeck, am Freitag, dem 9. September, ab 19.30 Uhr in der Kirche in Klütz, am Dienstag, dem 13. September, in der Kirche in Schönberg, am Donnerstag, dem 15.

September, ab 19.30 Uhr im Dom in Ratzeburg und am Sonntag, dem 18. September, in der Sankt-Georgen-Kirche in Wismar.

Eintrittskarten sind in den Servicecentern der OSTSEE-ZEITUNG und der Lübecker Nachrichten erhältlich. Für die Aufführung in Schönberg kosten sie 16,50 Euro – mit Abokarte 15 Euro. Für alle anderen Aufführungen beträgt der Eintrittspreis 19,80 Euro – mit Abokarten 18 Euro.

Jürgen Lenz

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