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Nordwestmecklenburg Ostseebad muss sich weiterentwickeln
Lokales Nordwestmecklenburg Ostseebad muss sich weiterentwickeln
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18:13 01.07.2017
Die großen Verkehrsprobleme in der Urlaubssaison hat Boltenhagen noch nicht im Griff. Verbesserung sollen Großparkplätze bringen. Quelle: Foto: Malte Behnk

Im Ostseebad Boltenhagen wird viel geplant, um den Ort für Einwohner und Touristen weiterzuentwickeln. Manche Projekte, wie der Park & Ride-Service, sind aber ins Stocken gekommen. Hinzu kommen Probleme wie eine Klage gegen große Veranstaltungen im Kurpark oder die Diskussion um den Bau einer Dünenpromenade. Die LN haben Bürgermeister Christian Schmiedeberg (CDU) zu wichtigen Themen befragt.

Wie geht es jetzt weiter mit der Dünenpromenade? Dem Bau und dem Bürgerbegehren?

Christian Schmiedeberg: Nachdem das von der CDU beantragte Vertreterbegehren von der Gemeindevertretung abgelehnt wurde, planen wir jetzt weiter. Baugenehmigungen sind erteilt. Wir warten noch auf die Bewilligung der Fördermittel und den Nutzungsvertrag mit dem Stalu. Das Klageverfahren der Initiatoren eines Bürgerbegehrens hat keine aufschiebende Wirkung. Im übrigen sehe ich es nicht so, dass ein Bürgerentscheid unbedingt negativ ausgehen muss und wir durch einen zeitnahen Bürgerentscheid rechtssicher hätten weiterarbeiten könnten.

Das Institut dwif hat den Masterplan der Gemeinde untersucht und festgestellt, dass Neid und Missgunst im Ort die Entwicklung bremsen. Was ist konkret geplant, um die Grundstimmung und die Gemeinschaft im Ort zu verbessern?

Die Argumente, die das dwif genannt hat, sind uns ja bekannt. Dass es viele Uneinigkeiten im Ort gibt, ist kein Geheimnis. Nun sollten wir sehr schnell darauf reagieren. Wir werden im September alle wichtigen Akteure aus Boltenhagen an einen Tisch holen. Vertreter von Gemeinde, Vereinen und Verbänden, von der Kurverwaltung, Feuerwehr, Kirche, Gewerbetreibende und Schule sollen teilnehmen. Mir ist wichtig, dass möglichst alle kommen und ohne Vorbehalte in die Diskussion gehen. Wir müssen zukunftsorientiert Lösungen finden, wie wir konstruktiver zusammenarbeiten. Dabei müssen wir nicht alle einer Meinung sein.

Wie geht es wann weiter mit den Großparkplätzen an den Ortseingängen? Wie ist der Stand und der weitere Zeitplan für Kreisverkehr und Welcome-Center am Ortseingang?

Für den Parkplatz in Tarnewitz ist ein Förderantrag gestellt. Bei Wichmannsdorf haben wir noch Probleme mit der Regenentwässerung, dort stockt die Planung. Ich möchte aber auch noch Gespräche mit einem Grundstückseigentümer führen, damit wir den Bebauungsplan für das Welcome-Center, Parkplatz und Kreisverkehr möglichst doch komplett umsetzen können. Dies würde Vieles vereinfachen und unserem Ostseebad gut tun. Außerdem warten wir noch auf den Vertrag mit Nahbus, um eine kurze Taktung der Busse an den Parkplätzen zu gewährleisten. Ein Shuttelverkehr zwischen den geplanten Parkplätzen kann den Verkehr im Ortszentrum verringern. Leider geht alles nicht so schnell, wie man sich das wünscht.

Nach dem Verkauf der weißen Wiek kamen erneut Fragen auf, die den Bebauungsplan und den Naturschutz betreffen. Ist da abschließend alles geklärt? Wie ist der Kontakt zum neuen Besitzer?

Es hat sich bei uns der Projektleiter des neuen Besitzers der Weißen Wiek vorgestellt. Es gab gute Gespräche, und ich habe die Hoffnung, dass die Weiße Wiek weiter entwickelt werden kann, wie es schon einmal genehmigt wurde. Hinter dem Iberotel sollte noch ein Sondergebiet „Ferienwohnung und touristische Infrastruktur“ entstehen. Die Planung kann aber nur gemeinsam mit dem Eigentümer realisiert werden, da die Gemeinde die Planungskosten und die Risiken nicht übernehmen kann. Naturschutzrechtlich müssen wir noch einige Hürden überspringen. Dies wird nicht einfach, da sich die Bedingungen geändert haben.

Wie ist der Stand bezüglich Veranstaltungen im Kurpark? Und wie funktionieren die neuen Veranstaltungen hinter dem Kurhaus? Sind sie eine gute Alternative?

Wir werden einige technische Veränderungen vornehmen müssen und zum Beispiel die Lautsprecherboxen anders platzieren. Auch neue Technik muss angeschafft werden, um die Dezibelwerte zu verringern.

Derzeit finden dort außer den maximal zehn Veranstaltungen im Jahr nur kleine Veranstaltungen statt, die ohne große Lautsprecher auskommen.

Die Veranstaltungen hinter dem Kurhaus, wie die Wiesenklänge, werden sehr gut angenommen. Das ist eine gute Erfindung der Kurverwaltung, die ausgebaut werden soll. Wir müssen dort aber den Platz hübscher und funktioneller herrichten. Die Grünanlagen müssen gepflegt und teilweise auch noch befestigt werden. Eine kleine Bühne, Sitzgelegenheiten und Toiletten sollten meines Erachtens dort ebenfalls entstehen. Wie schön das werden könnte, sehen wir an unserem neuen Schulhof. Mit neuer Technik im Kurpark und Veranstaltungen an verschiedenen Orten signalisieren wir, dass wir uns bemühen, den Anforderungen des Immissionsschutzes gerecht zu werden.

Was hat sich in letzter Zeit zum Positiven verändert in Boltenhagen?

Ich bin froh, dass Meinungsverschiedenheiten nicht mehr öffentlich ausgetragen werden und wir in vielen Fragen konstruktiv zusammenarbeiten. Soviel Förderung wie in den vergangenen Jahren hat es zuvor nicht gegeben. Wir haben hohe Zuschüsse für die öffentlichen Toiletten, die Schulhofsanierung, die LED-Umrüstung der Straßenbeleuchtung, den Straßenneubau in Tarnewitz und für neue Buswartehäuschen bekommen. In Zusammenarbeit mit der Kurverwaltung und dem Amt hat diese Fördermittelakquise sehr gut funktioniert.

Masterplan, Dünenpromenade und Welcome-Center

2007 wurde ein Masterplan für die Entwicklung Boltenhagens bis 2020 aufgestellt. Das Ostseebad soll sich zum 3- bis 4-Sterne- Ferienort entwickeln, der in erster Linie eine gut verdienende Oberschicht anspricht.

2013startete die Planung für eine etwa zwei Kilometer lange Promenade auf der Düne am Strand. Baukosten: etwa 4,5 Millionen Euro. Auch die Häuser für DLRG und Strandkorbvermieter sollen erneuert werden. Die Gemeinde hofft auf 70 Prozent Fördermittel.

Ein Welcome-Center ist am Ortsteingang bei Wichmannsdorf mit Büros für Vermieter und Freizeitangeboten für schlechtes Wetter geplant.

Interview: Malte Behnk

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