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Nordwestmecklenburg Paar träumt von Ferienlager für „Schattenkinder“
Lokales Nordwestmecklenburg Paar träumt von Ferienlager für „Schattenkinder“
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18:14 02.10.2017
Kerstin und Marc Hemmersbach mit ihren Hunden Bobbi und Mila: „Sie sind unser Kindersatz.“ Quelle: Foto: Thomas Eppstein
Wismar

Kerstin und Marc Hemmersbach wollen sich einen Traum erfüllen. Dafür suchen sie nach einem geeigneten Objekt in Wismar, auf Poel oder in der Region. Und nach Sponsoren. Geschwister jener Kinder, die im Sterben liegen, sollen sich erholen dürfen. „Sie sollen Kind sein dürfen, Urlaub machen“, sagt Marc Hemmersbach. „Schattenkinder“ nennt er sie auf seiner Internetseite.

Ehrenamtlicher Sterbebegleiter ist der 46-Jährige seit sieben Jahren. Er erzählt von Familien, die nicht nur psychisch schwer zu tragen hätten, wenn das eigene Kind stirbt, sondern auch finanziell.

„Oft zahlt die Krankenkasse einen Teil der Behandlung nicht. Viele Familien sind dann hochverschuldet.“ Ein absolutes Tabuthema in der Gesellschaft, wirft Ehefrau Kerstin ein.

Deshalb soll eine Scheune her, eine Pension, deren Betreiber keinen Nachfolger findet, oder ein Haus. Umgebaut zu behindertengerechten Ferienwohnungen, wollen Hemmersbachs dann über den Sommer an Feriengäste vermieten, um damit den kostenlosen Urlaub für die „Schattenkinder“ und ihre Familien im Rest des Jahres zu finanzieren. Wie realistisch ist das? „Wir haben Verschiedenes durchkalkuliert – diese Rechnung kann aufgehen.“

Hemmersbachs haben deswegen eine Unternehmensgesellschaft (UG) gegründet, vom Finanzamt mittlerweile als gemeinnützig anerkannt. 850000 Euro wollen sie für das Projekt einwerben. Laut Firmenauskunftsdatei „Moneyhouse“ verfügt die „Träume für Kinder - UG“ derzeit über ein Kapital in Höhe von 600 Euro. Dabei haben Hemmersbach nach eigener Aussage ihr Haus verkauft für das Projekt – als Grundstock – und bereits Spenden eingeworben. „Das Geld liegt auf einem Firmenkonto“, erklärt Marc Hemmersbach.

Seit zwei Jahren suchen Hemmersbachs nun schon nach einem geeigneten Objekt. In Schleswig-Holstein hätten sie nichts Passendes gefunden. Auf Rügen habe die Bank abgelehnt, als Hemmersbachs ihr Konzept vom kostenlosen Urlaub für die Schattenkinder-Familien vorstellten. Und nun Poel. Warum? „Klimatisch bietet die Insel beste Voraussetzungen. Und die Menschen hier stehen diesem Tabuthema offener gegenüber. Sie sind bodenständiger“, glaubt Marc Hemmersbach.

Sollte sich Hemmersbachs Traum eines Tages erfüllen, will er seinen Job als käufmännischer Angestellter im öffentlichen Dienst in seiner Heimat Nordrhein-Westfalen aufgeben, um den Familien als Moderator zur Seite zu stehen. „Ich suche mir dann hier einen Teilzeitjob, mit dem ich das Geld dafür verdiene, was wir privat brauchen.“

Und warum das alles? Er sei immer sozial engagiert gewesen, sagt er. Außerdem haben er und seine Frau auch ein Kind verloren – noch in der Schwangerschaft. „Das ist eine Herzensangelegenheit.“

Belohnt wurde das Engagement im Jahr 2004 mit der Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland.

Thomas Eppstein

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