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Nordwestmecklenburg Park + Ride-Testball rollt
Lokales Nordwestmecklenburg Park + Ride-Testball rollt
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20:23 03.07.2013

Der Probebetrieb läuft seit Mitte Mai, gestern wurde die Park + Ride-Fläche in Wichmannsdorf offiziell eingeweiht. Seit Ferienbeginn verstärken ein dritter Kleinbus sowie ein Elektrobus den Pendelverkehr zwischen den Parkplätzen an der Sport- und Freizeitanlage und Tarnewitz. Für zwei Euro können Gäste ihr Auto dort abstellen und mit dem Bus ins Ortsinnere fahren. Ziel ist es, eine Verkehrsberuhigung im Ostseebad zu erreichen. „Wir müssen sehen, was dabei rauskommt“, sagte Kurdirektorin Claudia Hörl. „Die erste Tendenz ist, dass dieser Parkplatz noch nicht richtig wahrgenommen wird. Die Leute wissen nicht richtig, wo sie sich hinstellen sollen. Tarnewitz läuft besser.“ Der Probebetrieb geht bis zum 30. September.

Die P + R-Idee hat ihren Ursprung im Kompetenzzentrum Ländliche Mobilität an der Hochschule Wismar. „Wir haben uns seit drei Jahren darum bemüht, dass Boltenhagen es umsetzt“, sagte Prof. Udo Onnen-Weber, Leiter des Zentrums. Jetzt hätten die Kurdirektorin und der amtierende Bürgermeister Christian Schmiedeberg (CDU) den Ball aufgenommen. „Die Gemeinde wollte ursprünglich den Parkplatz pflastern, aber wir haben gesagt: Probiert es doch erstmal aus“. Sein Stichwort ist die Reversibilität, also die Anforderung, einen Eingriff rückgängig machen zu können. Die Vorstellungen der Einwohner, Touristen und Hoteliers müssten bei diesem Projekt vereinbart werden. „Ich bin davon überzeugt, dass es angenommen wird“, ist Onnen-Weber zuversichtlich.

Anna Hohls (24), Studentin des Fachs Umweltwissenschaft an der Universität Lüneburg, schreibt derzeit ihre Bachelorarbeit über das Thema „Verkehrsberuhigung in Boltenhagen“. Sie hat bereits die Ergebnisse einer Verkehrszählung von 2012 und will am Wochenende mit weiteren Zählungen beginnen. „Wenn eine relevante Zahl von Autos aus dem Ort raus ist, ist das Park + Ride-Projekt erfolgreich“, sagt der Leiter des Kompetenzzentrums. In einer zweiten Stufe könne dann versucht werden, den Wirtschaftsverkehr aus dem Ort herauszubekommen und diesen an Terminals außerorts zu verlegen.

Um den Tagesgästen das P + R-Angebot schmackhafter zu machen, sind die Parkgebühren innerorts zu Jahresbeginn von vier auf sechs Euro angehoben worden. An der Ostseeallee darf nicht mehr ganztags, sondern nur noch maximal drei Stunden geparkt werden.

Der Shuttle-Bus-Betrieb startet morgens um 9 Uhr und erstreckt sich „in der Regel bis 21 Uhr“, so die Kurdirektorin. Individuelle Absprachen mit dem Fahrer seien möglich. Die Kurverwaltung hat die Busse geleast und sich um die Herrichtung des Parkplatzes, die Beschilderung, die zu beantragende Konzession sowie um den Vertrag für die Fahrdienstleistungen gekümmert.

Letztlich werde durch die Gemeinde entschieden, wie es weitergeht, machte Claudia Hörl deutlich. „Boltenhagen ist Vorreiter. Das Verkehrsproblem gibt es in vielen anderen Ort auch. Wenn wir es nicht ausprobieren, erfahren wir nie, ob es funktioniert.“ Zusätzlich sollte das Ordnungsamt ihrer Ansicht nach jedoch verstärkt gegen Schwarzparker im Ort vorgehen.

Ulrike Oehlers

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