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Nordwestmecklenburg Passt ein Baumhaushotel nach Steinbeck?
Lokales Nordwestmecklenburg Passt ein Baumhaushotel nach Steinbeck?
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18:12 03.09.2016
Ähnlich wie auf dem Beispielbild stellen sich die Grundstücksbesitzer in Steinbeck die Baumhäuser des Hotels vor. Ein Investor würde etwa vier Millionen Euro ausgeben. Quelle: privat

Ferien in Baumwipfeln könnten im kleinen Ort Steinbeck Wirklichkeit werden – zumindest wenn es nach den Besitzern eines etwa 11000 Quadratmeter großen Grundstücks geht. Sie stellten dem Bauausschuss der Stadt Klütz jetzt die Idee von einem Baumhaushotel vor.

Etwa fünf Meter über dem Boden sollen sechs bis sieben Holzhäuser auf einem Unterbau an und zwischen den Bäumen entstehen. Sie sollen etwa 25 Quadratmeter groß sein und eine zusätzliche Terrasse haben. Zumindest ein kleines Bad würde auch eingeplant. Zusätzlich ist ein Haupthaus vorgesehen, in dem ein Restaurant für die Hotelgäste und die Öffentlichkeit sowie weitere 25 Zimmer geplant sind.

Auch eine Außensauna in einem getrennt stehenden Holzhaus auf dem Gelände wäre als eine saisonverlängernde Ausstattung vorgesehen. Etwa vier Millionen Euro müssten in das Projekt investiert werden.

Die Grundstücksbesitzer, die angeben, bereits einen Investor zu haben, orientieren sich mit ihrer Idee am Trend des Luxus-Campings. Mögliche Betreiber sollen in der Region gefunden werden und auch Kooperationen mit örtlichen Betrieben werden angestrebt.

Bedenken gab es im Klützer Bauausschuss aus unterschiedlichen Gründen. So erinnerte Angelika Palm an eine grundsätzliche Entscheidung der Klützer: „Wir haben mal beschlossen, Steinbeck in Ruhe zu lassen und mehr Gewicht auf die Planungen in Wohlenberg zu legen.“ Daher gebe es auch noch keinerlei planungsrechtliche Voraussetzungen zum Bau von Gebäuden und anderen Anlagen in der Ortslage.

Auch Planer Ronald Mahnel riet, vor größeren Investitionen zu klären, ob das Amt für Raumordnung und Landesplanung den Bau eines solchen Baumhaushotels in Steinbeck zulassen würde. „Planungsrechtlich ist Steinbeck eine Siedlung im Außenbereich“, sagte Ronald Mahnel. Für die Idee eines Baumhaushotels müsste die Stadt zunächst ihren Flächennutzungsplan ändern, um dann einen Bebauungsplan aufstellen zu können.

Einen anderen Punkt sprach Ausschussmitglied Hans-Erik Hahn an. „Für ein Hotel mit 25 Betten im Haupthaus und weiteren Betten in den Baumhäusern erscheinen mir die vorhandenen Straßen nicht auszureichen“, sagte er. „Wir haben da nur ländliche Wege.“ Der Gedanke, eventuell Straßen auf Kosten der Stadt breiter ausbauen zu müssen, weil ein Hotel entsteht, gefiel auch anderen Mitgliedern des Bauausschusses nicht gut.

Die Abstimmung fiel dann auch nicht eindeutig aus. Drei Mitglieder befürworteten die Pläne, drei waren dagegen und drei Mitglieder enthielten sich. Die Zustimmung des Bauausschusses hat die Idee für ein Baumhaushotel damit nicht erhalten.

Das Konzept wird aber noch im Hauptausschuss beraten, bevor in der Sitzung der Stadtvertreter grundsätzlich beschlossen werden soll, ob die Kommunalpolitiker das Projekt befürworten. Die Stadtvertreter tagen am 26. September.

Andere Baumhaushotels

2009 hatte der Leipziger Investor Roland Hollstein dem Bauausschuss in Grevesmühlen seine Pläne für ein Baumhaushotel in Hamberge auf dem Iserberg vorgestellt. Dort zeigte man sich begeistert, doch 2010 meldete der Vorhabenträger, dass die Finanzierung doch nicht klappen, er das Projekt aber an anderem Ort realisieren würde.

2012 wurden auf dem Gelände der Jugendherberge in Beckerwitz sechs Baumhäuser in Wabenform eröffnet. Sie erfreuen sich seitdem bei den Gästen großer Beliebtheit. Nach dem Misserfolg in Hamberge bei Grevesmühlen hat Roland Hollstein seine Idee in Beckerwitz schließlich doch umsetzen können.

Malte Behnk

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Pläne wurden in Klütz vorgestellt.

03.09.2016

Planscht hemm se lütt bäten. Man wier dat schön, so väle Kinning's hemm mitmakt. De DLRG hett för Jung un Old wat upbugt.

03.09.2016

Im Literaturhaus in Klütz gibt es Gelegenheit zum Gespräch mit dem Autor.

03.09.2016
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