Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Nordwestmecklenburg Wenn Kultur Kulturen verbindet
Lokales Nordwestmecklenburg Wenn Kultur Kulturen verbindet
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
19:25 26.11.2018
So sieht Ehrenamt aus, das Spaß macht: Preistägerin Petra Haase mit Carlows Pastorin Ulrike Kurzweg (links) und Silvia Krenzin, ebenfalls vom Kulturkreis Carlow Quelle: Michael Prochnow
Carlow/Wismar

Einfach anpacken, das war das Motto des verstorbenen Landrats Erhard Bräunig. In diesem Sinne hat die Bürgerstiftung der Volks- und Raiffeisenbank den Erhard-Bräunig-Preis ins Leben gerufen. Eine mit 5000 Euro dotierte Auszeichnung, die Menschen würdigt, die dieses Motto verinnerlicht haben. Petra Haase vom Kulturkreis Carlow im äußersten Westen Nordwestmecklenburgs ist so ein Mensch. Die Redakteurin der Lübecker Nachrichten, die viele Jahre die Außenredaktion in Schönberg leitete, gehört zu einer Gruppe von Enthusiasten, die vor allem ein Ziel haben: die Menschen in der Region zusammen zu bringen. „Die sprichwörtlichen Ärmel hochgekrempelt haben engagierte Bürgerinnen und Bürger vor zehn Jahren in einem kleinen Dorf in Westmecklenburg. Sie gründeten ein Festkomitee, um die Feiern zum 850. Geburtstag des Ortes auszurichten. Nun gibt es diese Jubiläumsfeiern vielfach in unserem Lande. Doch in diesem Dorf ging man einen entscheidenden Schritt weiter: Aus dem Festkomitee entwickelte sich ein Kulturkreis, der regelmäßig Kultur organisiert. Und diesen Kulturkreis gibt es nun schon zehn Jahre“, erklärte Laudator Frank Junge gestern Abend im Rahmen der Preisverleihung im Wismarer Zeughaus. Und weiter: „In den vergangenen Jahren wurden unzählige Konzerte, Theaterstücke, Lesungen, Gourmet-Essen oder Vorträge veranstaltet. Carlow hat sich zum Geheimtipp entwickelt. Dabei geht es Menschen wie Petra Haase längst um mehr als nur um die reine Kultur: Es geht um Leidenschaft, Solidarität, Toleranz und darum, dass man in einem Dorf viel mehr erreichen kann. Nun wird Petra Haase wahrscheinlich sehr entschieden dem Eindruck entgegentreten, dass Sie ein Einzelakteur sei und dass der Kulturkreis Carlow doch ein Gemeinschaftswerk vieler engagierter Bürgerinnen und Bürger ist. Damit mag sie recht haben. Dennoch muss uns klar sein: Ohne Menschen wie Petra Haase gäbe es in Dörfern wie Carlow viel weniger Lebensqualität. Ohne Menschen wie Petra Haase gäbe es viel weniger Heimat. Und es ist gerade die Heimat, die so wichtig geworden ist – gerade in Zeiten der Veränderung.“

Es sei, so Petra Haase im Anschluss, ihr tatsächlich unangenehm, so in der Vordergrund gerückt zu werden. „Wir sind alle gleich, es gibt nicht einmal einen Vorsitzenden bei uns. Es heißt, dass Ehrenamtler ihre Zeit opfern würden, aber das ist nicht richtig. Wir schenken einfach Zeit.“

Redakteurin, Buchautorin und Mädchen für alles: Petra Haase aus Carlow Quelle: E-Mail-OZ-Lokalredaktion-GVM

Dass Petra Haase, die Erhard Bräunig übrigens mehrfach beruflich getroffen hat, sich nicht für die Menschen um sich herum interessiert, sondern Probleme auch anpackt, zeigen die Bücher, die sie veröffentlicht hat. Eines der ersten beschreibt die Situation von Frauen in Deutschland, auf faszinierende Weise schildert sie Lebensläufe von Frauen und zeigt damit ein Bild, das aufrütteln soll. Mit ihrer Arbeit als Redakteurin und Autorin hat sie in den vergangenen Jahrzehnten gezeigt, dass Empathie ein wichtiger Teil ihrer Arbeit war und ist.

Der Erhard Bräunig Preis wurde gestern Abend zum dritten Mal verliehen. Dieter Heidenreich vom Vorstand der Volks- und Raiffeisenbank begründete in seiner Ansprache, weshalb Petra Haase in diesem Jahr den Preis erhalten habe. „Natürlich sind es immer viele, die einen Verein beleben. Aber es gibt immer Menschen, die eine besondere Rolle spielen.“ In den vergangenen beiden Jahren hatten der Förderverein der Kirche Friedrichshagen bei Plüschow und die Flüchtlingsinitiative „Doberan hilft“ die Auszeichnung erhalten.

Michael Prochnow

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Auf der Raststätte Schönberger Land hat die Polizei am Sonntagabend einen polnischen Autofahrer kontrolliert, der mit 2,45 Promille am Steuer saß. Zuvor hatte ein Mann den Betrunkenen festgehalten.

26.11.2018

Fachleute haben in Boltenhagen (Nordwestmecklenburg) erklärt, was mit dem Klützer Bach und dem Tarnewitzer Bach bei Starkregen passiert. Die Gemeinde erhielt wichtige Hinweise für weitere Planungen.

26.11.2018
Nordwestmecklenburg Schulentwicklung Grevesmühlen - Diskussion um Campus geht weiter

Nach mehr als zwei Jahren soll nun die konkrete Planung für den Schulcampus beginnen. Doch die Fraktionen sind sich längst nicht einig.

26.11.2018