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Nordwestmecklenburg Pflegeeltern suchen politischen Beistand
Lokales Nordwestmecklenburg Pflegeeltern suchen politischen Beistand
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21:12 27.06.2017
Johannes Weisheit (v.l.) und Gritta Diekel vom Pflegeelternverein im Gespräch mit Landtagsabgeordneten im Grevesmühlener Vereinshaus. Quelle: Foto: A. Meinke

Der Vorstand des Pflegeelternvereins Nordwestmecklenburg nutzte die Landtour des Arbeitskreises Soziales, Bildung und Kultur der Landtagsfraktion Die Linken zu einem Gespräch in Grevesmühlen. Dass Pflegeelternschaft – neben dem erfüllenden Gefühl, Kindern, die Stabilität und Liebe im Leben brauchen, diese gewähren zu können – auch schwierige Aspekte beinhaltet, wurde bei dem Treffen deutlich.

„Wir sind rechtlich nur unzulänglich abgesichert“, erklärte Gritta Diekel – die neben Johannes Weisheit aus Rosenhagen und Käte Wischeropp aus Gressow im Vorstand des Vereines sitzt. Auch die bereits bekannte Kritik des Pflegeelternvereines im Landkreis kam zur Sprache: die Prämisse des Jugendamtes, die Rückführung von Pflegekindern zu den Eltern als vorrangiges Ziel anzusehen. „Das kann besonders in Fällen, in denen Kinder viele Jahre in Pflegschaft sind und eine tiefe emotionale Bindung zu ihren Pflegeeltern aufgebaut haben, zu einer Retraumatisierung der Kinder führen“, betonte Johannes Weisheit.

Jacqueline Bernhardt, die sich bei den Linken mit den Schwerpunkten Kinder, Jugend, Familie beschäftigt, sprach „von einem großen Spannungsfeld, das natürlicherweise zwischen Pflegeeltern, Jugendamt und leiblichen Eltern besteht.“ Auch vor dem Hintergrund personeller Situationen in Behörden, so die Juristin weiter, sei es es eine Herausforderung herauszufinden, was das Beste zum Wohl eines Pflegekindes ist. Auch aus diesem Grund erklärten Dieckel und Weisheit den Politikern, wünscht sich der Pflegeelternverein dringend einen sozialen Träger, der im Landkreis den Pflegekinderdienst übernimmt. „Das ist in Schwerin und Rostock und auch anderswo so und funktioniert besser.“ Unter anderem, so Diekel, hätten soziale Träger „ausreichend und gut ausgebildetes Personal und stellen zudem ein neutrales Gelände der Begegnung zwischen Pflegekindern und ihren leiblichen Eltern zur Verfügung.“ Viele Pflegeeltern in Nordwestmecklenburg wollen einen neutralen Ansprechpartner. „Wir sind praktisch nur mit dem Jugendamt konfrontiert“, so Diekel. „Die Sozialarbeiterin ist vom Jugendamt, der Vormund kommt vom Jugendamt und der Pflegekinderdienst.“

Schwierig, so Dickel, seien auch Situationen, in denen die leiblichen Eltern wenig bis gar nicht kooperieren. „Es ist uns nicht mal möglich, allein zu entscheiden, ob die Kinder mit auf eine Klassenfahrt oder ins Ferienlager fahren dürfen“, erklärte die Erzieherin. Sie berichtete von Fällen, in denen Pflegeeltern hinnehmen müssen, dass „ihre Kinder“ nicht an solchen Ausflügen teilnehmen können, weil leibliche Eltern dagegen sind oder gar nicht reagieren.

Karen Larisch, die den Arbeitskreis der Linken leitet, regte an, die vorgebrachten Anliegen des Pflegeelternvereins zunächst dem Jugendhilfeausschuss des Kreistages vorzulegen, versprach aber mit ihren Politikerkollegen auf Landesebene aktiv zu werden.

mei

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