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Nordwestmecklenburg Pfotenabdrücke in luftiger Höhe entdeckt
Lokales Nordwestmecklenburg Pfotenabdrücke in luftiger Höhe entdeckt
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20:31 24.10.2013
Wolf Beckmann vor der St.-Thomas-Kirche von Damshagen, deren Turm derzeit saniert wird. Quelle: Ulrike Oehlers

Der dritte Bauabschnitt der Sanierung der St.-Thomas-Kirche von Damshagen hat begonnen. Jetzt ist der Turm an der Reihe. „Er hat von außen starke Risse, die tief ins Mauerwerk reingehen“, erklärt Wolf Beckmann, der nicht nur dem Förderkreis Kirche Damshagen angehört, sondern auch im Pfarrhaus wohnt und deshalb die Kirchensanierung täglich im Blick hat. Als die Arbeiter in etwa zehn bis zwölf Metern Höhe auf drei Backsteinen an Süd-, West- und Nordseite des Turms Pfotenabdrücke entdeckten, stieg der 64-Jährige persönlich auf´ s Gerüst und nahm die Spuren in Augenschein.

„Ich nehme an, dass es Hundepfoten sind“, sagt er und hat zwei mögliche Erklärungen: „Im Mittelalter wurden Steine an der Luft getrocknet. Es kann also sein, dass sie irgendwo gelegen haben und ein Tier drübergelaufen ist.“ Oder es handele sich um sogenannte Feierabendzeichen, mit denen die damaligen Handwerker gekennzeichnet hätten, wie lange Steine bereits zum Trocknen auslagen. „Solche Steine liegen zum Teil in Museen“, weiß Beckmann. Die Damshagener Steine sind eingemauert — und sollen es auch bleiben.

Die Handwerker müssen allerdings derzeit eine „ziemliche Puzzlearbeit“ leisten, wie der Pastor im Ruhestand es ausdrückt. Lose Steine würden herausgenommen und ersetzt, wenn möglich aber wiederverwendet. Sie hätten ein spezielles Format, das sogenannte Klosterformat, das im Mittelalter vor allem für Kirchen verwendet würde. Auch die Fensterbänke werden restauriert, „da lagen die Steine zum Teil lose aufeinander und waren nicht mehr durch Mörtel verbunden. Der war durch den Regen ausgewaschen“. Was auch ein erhebliches Sicherheitsrisiko darstellte.

Nach Abschluss der Arbeiten am Turm folgen die Zimmerarbeiten am Dachstuhl des Turms. Hier muss einiges an Holz ausgewechselt werden. Das könne aber auch bei Frost geschehen, fügt Beckmann hinzu.

Dass der dritte Bauabschnitt erst Mitte September begann, lag nach seiner Auskunft daran, dass die Fördermittel erst so spät kamen.

Bis Dezember soll dieser Bauabschnitt abgeschlossen sein. „Wir haben 2011 beim Dach begonnen“, blickt Wolf Beckmann zurück. Insgesamt 400 000 Euro hätten die Arbeiten verschlungen, größtenteils Fördergelder unterschiedlicher Stiftungen. Außerdem kamen seit 2009 mittlerweile rund 85 000 Euro Spenden zusammen, was angesichts der nur rund 300 Mitglieder der Gemeinde Damshagen beachtlich ist.

Der Förderkreis hat auch für 2014 wieder einen Kalender mit Fotomotiven aus Damshagen herausgegeben, der für zehn Euro im Pfarrbüro, im Bistro „Altes Feuerwehrhaus“ sowie in der Arztpraxis von Helmut Zimmermann verkauft wird. Der Erlös fließt in den Spendentopf zur Erhaltung der Damshagener Kirche.

Die St.-Thomas-Kirche
Im 14. Jahrhundert begann der Bau der heutigen gotischen Backsteinkirche, die im Laufe der Zeit mehrmals erweitert wurde. Im Register des damaligen Bistums Ratzeburg ist aber schon im Jahr 1230 eine Kirche in Damshagen erwähnt. Das heutige neugotische Gestühl stammt aus dem 19. Jahrhundert.


Geöffnet ist die Kirche von Ostern bis zum 31. Oktober täglich von 10 bis 18 Uhr. Informationen über den Förderkreis zum Erhalt des gefährdeten Gebäudes finden sich unter www.foerderkreis-kirche-damshagen.de.

Ulrike Oehlers

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