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Nordwestmecklenburg Physik ist langweilig? Von wegen!
Lokales Nordwestmecklenburg Physik ist langweilig? Von wegen!
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18:25 07.05.2016
Ellen Edith Urbansky (14, l.) und Nele Müller (14) absolvieren die Museumsrallye. Beiden gefällt der praktische Unterricht im Phantechnikum.

Eigentlich mag Svante Schmundt Physikunterricht nicht so gern. Doch nun schnellt sein Finger bei fast jeder Frage zum Thema Energie nach oben. Der Achtklässler und seine Klassenkameraden erleben eine Premiere: Die Rostocker sind die ersten Schüler, die an der Technikschule im Phantechnikum Wismar unterrichtet werden. Denn ab sofort ist das Technische Landesmuseum einer von rund 50 außerschulischen Bildungsstandorten in Mecklenburg-Vorpommern. „Ich finde das total cool“, so Svantes erster Eindruck. „Unser Lehrer hat uns schon verraten, dass wir ein Solarauto bauen werden. Ich freu mich darauf, das alles auszuprobieren und selbst zu machen.“ Doch vor dem Vergnügen kommt die „Arbeit“! Nach einer kurzen Theorieeinheit zu den verschiedenen Energieformen müssen die Schüler erst noch eine Museumsrallye absolvieren. Doch auch dabei gilt: Ausprobieren erwünscht!

Bereits 2013 ist das Phantechnikum auf das Konzept der außerschulischen Lernorte aufmerksam geworden. „Für uns ist das eine tolle Anerkennung“, sagt Museumsdirektor Andrej Quade. Mit der Unterstützung des Fördervereins des Museums wurde der 70 Quadratmeter große Klassenraum mit Werkzeugen eingerichtet. „Da hier wirklich Unterricht gemacht wird, war ein separates Zimmer notwendig“, erklärt Quade. Die Ausstellung werde jedoch zu den passenden Themen mit eingebunden. Lehrer von Schulen aus der Umgebung können ihren Unterricht im Fach Arbeit-Wirtschaft-Technik (AWT) den Schülern nun absolut praxisnah anbieten.

Tobias Serner, Lehrer in Dorf Mecklenburg und nun auch Museumspädagoge, kümmert sich um den Unterricht in der Technikschule. „Unsere Themen lehnen sich natürlich an die Bereiche Technik und Naturwissenschaften an“, erklärt der AWT- und Informatiklehrer. „Für die Schulen ist das eine tolle Sache, da nicht alle ausreichend mit den Werkzeugen ausgestattet sind.“ Die Schulen bezahlen lediglich die Materialkosten, die je nach Workshop zwischen zwei und fünf Euro pro Person liegen. „Doch dafür haben die Schulen in der Regel ein Budgettopf“, so Serners Erfahrungen. Vorerst ist die Technikschule bis zum Ende dieses Schuljahres bewilligt. „Doch wir gehen ganz stark davon aus, dass wir auch im nächsten Schuljahr weitermachen werden“, sagt Quade. „Für die Zukunft wäre es natürlich besser, eine gewisse Kontinuität zu bekommen, auch für unsere Planungssicherheit.“

Wichtig ist Tobias Serner, dass sich der Unterricht vom strikten Lehrplan unterscheidet. „Ich bin hier frei in der Gestaltung und kann sehr gut auf die Bedürfnisse der Schüler eingehen“, erklärt der Pädagoge. „Ich trete nicht als der klassische Lehrer auf.“ Ein weiterer positiver Nebeneffekt: „Die Schüler kommen in der Regel motiviert hier an. Und da die Zensuren nicht von mir, sondern von den begleitenden Klassen- und Fachlehrern vergeben werden, ist das noch schöneres Unterrichten“, sagt er mit einem Lachen.

Von Vanessa Kopp

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