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Nordwestmecklenburg Ploggensee: Wasserwerte im Grenzbereich
Lokales Nordwestmecklenburg Ploggensee: Wasserwerte im Grenzbereich
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21:13 21.03.2016
Noch herrscht Winterpause im Grevesmühlener Freibad, doch die Badesaison 2016 wird bereits vorbereitet. Quelle: Lukas Kylau

Die Erfolgsgeschichte des Grevesmühlener Freibades hat einen herben Rückschlag erlitten. Weil im September vergangenen Jahres die Wasserproben eine erhebliche Verschmutzung offenbarten, droht dem Freibad sogar eine Sperrung des Badebetriebes (OZ berichtete). Der Vorsitzende des Vereins, Jürgen Bühring, steht seit Monaten in Kontakt mit der Behörde, in diesem Fall dem Landkreis. „Jetzt wurde uns mitgeteilt, dass der See eine ausreichende Badewasserqualität besitzt“, so Bühring. Das Problem: „Wenn noch einmal eine Probe so schlecht ausfallen sollte wie im vergangenen September, dann ist der Badebetrieb in Gefahr.“

Damit das nicht passiert, hat der Verein einige Maßnahmen in Angriff genommen. So sollen alle zwei Wochen Proben entnommen werden, der Badesteg wird regelmäßig und per Hand von Vogelkot gereinigt und zudem sollen die Wasservögel von der Badestelle ferngehalten werden.

Denn als eine der möglichen Ursachen für die Verschmutzung gilt der Vogelkot. Als im September 2015 die verhängnisvolle Probe entnommen worden war, hatte ein Freibadmitarbeiter kurz zuvor den Vogelkot vom Steg ins Wasser gespült. „Wir vermuten, dass das dazu geführt hat, dass die Werte so schlecht waren“, erklärt der Freibadvorsitzende. Eine hundertprozentige Gewissheit darüber gibt es jedoch nicht. Fakt ist: Einige Tage später waren die Werte wieder in Ordnung, als eine Probe an genau derselben Stelle entnommen wurde. Deshalb soll nun der Vogelkot nicht mehr ins Wasser sondern separat vom Steg gesammelt werden. Dazu soll ein Industriestaubsauger angeschafft werden. Die groben Vorarbeiten allerdings müssen die Vereins-Mitglieder mit einem Spachtel erledigen. „Das ist zwar alles andere als spaßig, aber um den Badebetrieb aufrecht zu erhalten, würden wir auch das machen“, sagt Jürgen Bühring.

Als mögliche Ursache für die Verschmutzung des Ploggensees steht allerdings auch noch eine andere Theorie im Raum. Nur wenige Wochen vorher, Ende Juni, hatte es ein Großfeuer auf der Müllumschlagsstation in Neu Degtow gegeben. Weil es nicht genügend Löschwasser gab, wurden per Tankwagen große Mengen Wasser aus dem Ploggensee geholt. Die Folge war, dass der Wasserstand innerhalb weniger Tage um mehr als 15 Zentimeter abgesunken ist. „Niemand weiß genau, was dabei ins Wasser gelangt ist und welche Folgen der Wasserverlust des Sees für die Konzentration der Schadstoffe im Gewässer hat“, so Bühring. „Wie gesagt, wir wissen nicht, woher der schlechte Wert kam. Wir prüfen alle Möglichkeiten. Es kann genauso gut durch starke Regenfälle, stürmisches Wetter oder andere Faktoren gekommen sein.“

Der Freibadverein

2011 öffnete das Grevesmühlener Freibad, nachdem die Einrichtung mangels Betreiber in der Saison zuvor geschlossen war. Der neu gegründete Freibadverein setzte auf die Unterstützung von Ehrenamtlern beim Betrieb. 2002 musste der Badebetrieb kurzzeitig eingestellt werden, nachdem Gülle von einem Acker in den See gespült worden war.

Seitdem gab es keine auffälligen Werte mehr — bis zum September 2015.

Von Michael Prochnow

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