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Nordwestmecklenburg Polizei gibt Unterricht in Bahnsicherheit
Lokales Nordwestmecklenburg Polizei gibt Unterricht in Bahnsicherheit
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19:12 21.04.2016
Auf dem Bahnsteig immer hinter die weiße Linie: Waldemar Waldeck von der Bundespolizeiinspektion Rostock übt mit Kindern einer dritten Klasse der Grundschule Herrnburg. Quelle: Fotos: Daniel Heidmann

„Das ist ein Originalwrack“, erklärt Polizeiobermeister Olaf Deichmann der aufmerksamen Schülergruppe. Die Kinder blicken auf einen zusammengedrückten Haufen Blech. Es ist kaum noch zu erkennen, dass es sich dabei einmal um ein Auto handelte. „Der Wagen wurde auf einem Gleis vom Zug erfasst und in zwei Teile gerissen“, berichtet Deichmann weiter. Den Kindern steht der Schrecken ins Gesicht geschrieben. Die sonst lebendigen und neugierigen Schüler verstummen. Ein bleibender Eindruck — das glaubte auch Lehrerin Katrin Bank: „Ich denke, dass der Anblick des Autowracks eine nachhaltige Wirkung haben wird.“

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Grundschüler in Herrnburg lernen, sich sicher an Bahnhöfen und Schranken zu verhalten, und nehmen bleibende Eindrücke mit.

Damit hat die Bundespolizei ihr Ziel erreicht. Sie hat gestern am Bahnübergang in Herrnburg eine Präventionsveranstaltung zum Thema Bahnsicherheit ausgerichtet. Die ansässige Grundschule nahm mit ihren insgesamt 234 Kindern daran teil. An verschiedenen Stationen haben die Schüler erfahren, wie sie sich richtig und sicher am Bahnsteig, an Bahnübergängen und auch im Zug verhalten.

„Wir sind im Bereich Prävention in ganz Mecklenburg-Vorpommern unterwegs“, sagt Polizeioberkommissarin Monika Hirschke. Sie hält solche Veranstaltungen für Grundschüler für notwendig. Besonders in Herrnburg, wo Spaziergänger einen gefährlichen Wanderweg entlang der Bahntrasse Richtung Lübeck nutzen. „Kinder sind häufig Bahnreisende und schauen sich falsches Verhalten bei Erwachsenen ab“, meint Hirschke.

Dazu gehöre unter anderem das lebensgefährliche Abkürzen über Gleise. Da Züge heutzutage deutlich leiser sind, würden sie viel später registriert werden. „Hinzu kommt der lange Bremsweg“, ergänzt Hirschke. Immer wieder würden Kinder auch Gegenstände wie Geldmünzen oder Steine auf die Gleise legen. Davor hat Torsten Schulze von der Bundespolizeiinspektion Rostock gewarnt. „Durch so etwas kann der Zug entgleisen. Ihr könnt aber auch verletzt werden, weil der Stein in herumfliegende Einzelteile zerspringt.“

Während die Schüler am Bahnsteig interessiert zuhören, müssen sie eine weitere Regel beachten: „Immer hinter die weiße Linie treten“, betont Schulze. Er schildert, dass beim Einfahren des Zuges ein Sogeffekt entsteht, der Menschen mitreißen kann. Als in die Gegenrichtung der Zug nach Löcknitz eintrifft, probt eine dritte Klasse unter Aufsicht des Polizeihauptmeisters Waldemar Waldeck das richtige Verhalten. Die Kinder bestehen die spontane Prüfung und stellen sich vorbildlich in eine Reihe hinter die weiße Linie. Zur Belohnung dürfen die Schüler sogar einmal ans Steuer eines Polizeiautos und das Blaulicht anstellen. Auch einige Lehrer lassen sich diese Möglichkeit nicht entgehen. „Das habe ich auch noch nie gemacht“, sagt Katrin Bank schmunzelnd. Sie war vom speziellen Unterricht angetan: „Die Veranstaltung war vielfältig, anschaulich und altersgerecht.“

Von Daniel Heidmann

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