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Premiere am Tag des offenen Denkmals

Pötenitz/Schönberg Premiere am Tag des offenen Denkmals

Erstmals ist ein Grenzturm aus DDR-Zeit in Nordwestmecklenburg das Ziel einer Führung am Tag des offenen Denkmals. Neben zwei Mitgliedern des Heimat- und Tourismusvereins Dassow wird auch ein Pötenitzer über den Turm informieren, der dort als Angehöriger der Grenztruppen arbeitete.

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Frauen und Männer besichtigen einen Grenzturm unweit von Pötenitz – eine Etappe von gemeinsamen Führungen des Heimat- und Tourismusvereins Dassow und des Landschaftspflegevereins Dummersdorfer Ufer.

Quelle: Foto: Jürgen Lenz

Pötenitz/Schönberg. Nach Auskunft des Vereinsvorsitzenden Hans Espenschied beginnen die Führungen am Sonntag, 10. September, um 15 Uhr und um 17 Uhr. Ergänzt werden sie durch Lesungen aus dem Buch „Über die Ostsee in die Freiheit“, das Christine Müller-Vogt und Bodo Müller 1996 nach aufwendigen Recherchen geschrieben haben. Auch wird der Verein das Projekt „Grenzenlos von Lübeck nach Boltenhagen“ vorstellen: Texte und Bilder auf einheitlich gestalteten Stelen informieren vor allem über die innerdeutsche Grenze in der Region und die mit ihr verbundenen Ereignisse. Initiiert wurde dieses Informationssystem von Angela Radtke, die dem Heimat- und Tourismusverein Dassow angehört. Sie wird es während der Führung am 10. September vorstellen.

LN-Bild

Grenzturm bei Pötenitz ist erstmals ein Schauplatz der bundesweiten Aktion / Verein führt zu ihm.

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Der Grenzturm, Typ BT 6, steht zwischen Pötenitz und dem Priwall in einem Wäldchen, das seit 1990 im früheren Grenzstreifen wächst. Gebaut wurde er nach Auskunft der Kreisverwaltung 1972.

Spätestens nach der Öffnung eines Grenzübergangs für Fußgänger zwischen Pötenitz und dem Priwall am 3. Februar 1990 hatte er seine Funktion verloren. Nach der Wende nutzten Amateurfunker ihn. 2011 richtete der Bundesforstbetrieb Trave in der früheren Führungsstelle einige Nistmöglichkeiten für Fledermäuse ein. Der nach Auskunft des Kreises unter Denkmalschutz stehende Turm darf auch deshalb nicht betreten werden. Treffpunkt für die Führungen ist das Ende eines unbefestigten Weges, der von der Straße zwischen Pötenitz und dem Priwall abzweigt. Dorthin führen der Heimat- und Tourismusverein Dassow und der Landschaftspflegeverein Dummersdorfer Ufer immer wieder Gäste bei Natur- und Kulturwanderungen entlang der früheren Grenze. Hans Espenschied berichtet, wie es nun zur Aktion am Denkmaltag kam: „Die untere Denkmalschutzbehörde hat uns gefragt, ob wir es machen.“ Der Verein sagte zu.

Der Grenzturm unweit von Pötenitz ist eines von 7500 Denkmalen in Deutschland, die am 10. September zu besichtigen sind. Im Schönberger Land öffnen an dem Tag die Kirchen die Dassow, Herrnburg und Schönberg. In Schönberg wird auch das Volkskundemuseum zu besuchen sein, das seit Mai dieses Jahres im Koch’schen Haus am Markt untergebracht ist.

In der Sankt-Nikolai-Kirche in Dassow bieten Mitglieder der Kirchengemeinde zwischen 11 und 18 Uhr Führungen an. Ebenfalls im Angebot: Kaffee und Kuchen. Die Kirchengemeinde Herrnburg lädt nach Auskunft der Gemeindepädagogin Sigrid Susanne Awe ebenfalls zu Führungen ein. Viola Swidersky, Mitglied des Kirchengemeinderates, leitet sie ab 12 Uhr, 14 Uhr und 15.30 Uhr. Sigrid Susanne Awe bereitet für den Tag des Denkmals Spiele und eine Kirchenentdeckertour für Kinder vor. Nach einem Familiengottesdienst, der um 10.30 Uhr beginnt, werden Kaffee und Kuchen gereicht.

In Schönberg ist der Besuch der Kirche von 12 bis 17 Uhr auch eine Gelegenheit, eine Ausstellung mit Kunstwerken von Leon Titze und Christin Wilcken zu besuchen.

Reste der Grenzanlagen

Drei Grenztürme aus der DDR-Zeit sind in Nordwestmecklenburg erhalten: einer zwischen Pötenitz und dem Priwall, einer unweit von Teschow und einer in der Nähe von

Zarnewenz. Für die Öffentlichkeit

ist der Zutritt nicht möglich.

Alarme aus dem Grenzabschnitt

liefen in Führungsstellen wie denen bei Pötenitz und Zarnewenz auf. Sie waren mehr als reine Beobachtungsposten. Die deutlich größeren Türme dienten auch der Koordination und Führung. Von ihnen aus wurden Alarmgruppen in Marsch gesetzt,

die die Posten vor Ort unterstützten. Die drei Geschosse waren mit elektrischen Heizungen ausgestattet.

 Jürgen Lenz

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