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Nordwestmecklenburg Private Obsternte landet in der Mosterei
Lokales Nordwestmecklenburg Private Obsternte landet in der Mosterei
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23:28 26.09.2013
Thomas Wendik bedient die Reinigungsanlage für Pfandflaschen. Kunden der Möckel-Mosterei müssen sie nicht selber waschen. Quelle: Foto: Malte Behnk

Es dampft, es riecht nach Natronlauge und das Rattern der Maschine wird so laut, dass Thomas Wendik lieber einen Gehörschutz aufsetzt, während die Pfandflaschen für den Saft aus der Möckel-Mosterei in Lübseerhagen gereinigt werden. Der Betrieb ist seit zwei Jahren bio-zertifiziert, da gehört ein Mehrwegsystem für die Flaschen einfach dazu. Dass die Kunden sie nicht selber reinigen müssen, bevor sie sie abgeben, ist der spezielle Service von Andrea Möckel und Thomas Wendik. Und sie stellen so sicher, dass alle Flaschen gleich sauber werden. Etwa 250 000 Pfandflaschen hat die Mosterei bei ihren Kunden im Umlauf.

„Die Konkurrenz schläft nicht, aber jeder hat sein eigenes System und sein Alleinstellungsmerkmal“, sagt Thomas Wendik, das der Mosterei in Lübseerhagen sei dieses kundenfreundliche Pfandsystem. Denn Möckel-Most macht zum allergrößten Teil Lohnmosterei. Das bedeutet, Kunden bringen Äpfel aus dem eigenen Garten und nehmen dafür den Saft wieder mit. „Entweder bekommen sie den Saft aus den eigenen Äpfeln, das geht ab 200 Kilo Früchten. Bei geringerer Obstmenge sind es dann aus verschiedenen Lieferungen gemischte Säfte“, erklärt Wendik. Aber auch unterschiedliche Saftsorten mischt die Mosterei.

„Wir kaufen fair gehandeltes Mangomark, aus dem wir mit frühen, eher sauren Äpfeln dann Apfel-Mango-Saft mischen“, so Wendik.

Neben den privaten Kunden, die auch noch heute teilweise mit Trabant und Anhänger ihr Obst abliefern, sind es auch Gut Brook und das Gutshaus Stellshagen, mit denen die Mosterei zusammenarbeitet.

„Aus Stellshagen kommen vier bis fünf Tonnen Äpfel. Deren Betrieb ist wie wir bio-zertifiziert und so wird echter Bio-Saft im Hotel ausgeschenkt und auch verkauft. Anderen Gastronomen ist es nur wichtig, regional produzierten Saft zu bekommen“, sagt Thomas Wendik.

Noch etwa bis Anfang November — je nachdem, wann der Winter ausbricht — werden Äpfel geerntet und an die Mosterei geliefert. Daraus wird dann nicht nur purer Apfelsaft. Auch Mischungen mit Kirsche, Birne, Quitten, Ingwer, Holunder oder Rote Bete sind im Angebot.

Von den mecklenburgischen Äpfeln, die in Lübseerhagen gepresst werden, profitieren auch noch Tiere. „Hier entsteht etwa eine Tonne Trester am Tag. Das holt ein Landwirt aus der Nachbarschaft ab und verfüttert es an eine Mutterkuhherde. Auch der Besitzer eines Damhirschgeheges holt sich etwas davon, mischt es mit gehäckselten Kastanien und siliert es dann als Futter für die Hirsche“, sagt Thomas Wendik. So bleibt am Ende nichts mehr von den Äpfeln übrig.

Infos zum Angebot der Mosterei im Internet auf www.moeckelmost.de.

Über 350 Jahre Freitag
1596 gehörte das Bauernhaus in Lübseerhagen, in dem heute eine Mosterei untergebracht ist, einem Hans Freitag. Mehr als dreieinhalb Jahrhunderte blieb die Stelle im Besitz der Familie.

1952 trat ein Nachfahre von Hans Freitag die Stelle aus Altersgründen an den Örtlichen Landwirtschaftsbetrieb (ÖLB) ab. Scheune, Backhaus und Stall existieren heute nicht mehr.

Die Konkurrenz schläft nicht. Jeder hat sein eigenes System und Allein- stellungsmerkmal.“ Thomas Wendik

Malte Behnk

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