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Nordwestmecklenburg Prozessstart: Täter ist geständig
Lokales Nordwestmecklenburg Prozessstart: Täter ist geständig
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21:12 29.11.2016

Am Landgericht Lübeck hat gestern der Prozess um mehrere Sachbeschädigungen, räuberischen Diebstahl und versuchte schwere Brandstiftung begonnen. Der Angeklagte Jonas M. (23, Namen geändert) steht im Verdacht, in Lübeck verschiedene Mülleimer und Briefkästen in Brand gesetzt zu haben, Diebstähle in einem Supermarkt und einer Tankstelle begangen zu haben und schließlich versucht haben, eine Sparkassenfiliale in Stockelsdorf in Brand zu setzen. Der Sachschaden liegt bei 8649 Euro. Nach Einschätzung eines psychiatrischen Sachverständigen ist nicht auszuschließen, dass der Beschuldigte bei Begehung der Taten aufgrund einer psychischen Erkrankung schuldunfähig war. Der 23-Jährige ist geständig und will eine Zeit lang Stimmen gehört haben.

Der Angeklagte soll am Abend des 8. Juni dieses Jahres am Flugplatz in Lübeck einen Briefkasten angezündet haben. Anschließend sei er mit dem Bus in die Lübecker Innenstadt gefahren, wie die Staatsanwaltschaft aus der Anklageschrift verliest. Einen Müllcontainer in der Königstraße soll er ebenfalls in Brand gesteckt haben, dann wieder einen Briefkasten in der Breiten Straße. Dann habe er fünf Dosen Bier in einem Supermarkt in der Beckergrube/Ecke Breite Straße gestohlen. An einer Tankstelle in der Fackenburger Allee soll der 23-Jährige über fünf Liter Diesel in einen Kanister abgefüllt haben und damit geflohen sein. In einer Sparkassenfiliale in Stockelsdorf soll Jonas M. den Diesel verteilt haben und anschließend versucht haben, diesen zu entzünden.

Es sei nicht auszuschließen, dass der 23-Jährige krankheitsbedingt für die Allgemeinheit als gefährlich einzustufen sei.

Der Angeklagte gibt an, im Tatzeitraum Stimmen gehört zu haben. „Jetzt halte ich mich aber für gesund und arbeitsfähig“, so der 23-Jährige gegenüber Richter Christian Singelmann. Er bereue seine Taten. Auch der psychiatrische Gutachter Dr. Thomas Bachmann berichtet, dass M. seine eigene Stimme gehört hätte.

Unter den Zeugen ist auch ein Ladendetektiv, der den jungen Mann an dem Abend beim Stehlen erwischte. „Er war erst sehr aufgeregt, im Büro sagte er zu mir ,Ich muss dich jetzt umbringen, du weißt zu viel‘, aber das habe ich nicht ernstgenommen. Er hat wirres Zeug geredet“, erzählt der 38-jährige Detektiv.

Seit dem 16. Juni hält sich M. wegen eines Unterbringungsbefehls in einer psychiatrischen Klinik auf. Fast allen Vorwürfen der Staatsanwaltschaft stimmt Jonas M. zu. Allerdings erklärt er, dass er – anders als aus der Anklageschrift verlesen – bei den Taten kein Messer dabei gehabt hätte. Am 2. Dezember wird die Verhandlung fortgesetzt. top

LN

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