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Radler fahren durch „Hölle des Nordens“

Dassow/Paris Radler fahren durch „Hölle des Nordens“

André Kalfack, Heiko Steinhagen und Christopher Henning starten bei der „Paris-Roubaix Challenge“.

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Heiko Steinhagen (52, l.) aus Feldhusen und André Kalfack (41) aus Schönberg

Quelle: Foto: Dirk Hoffmann

Dassow/Paris. Nicht von ungefähr wird das Radrennen „Paris-Roubaix“ auch als „Hölle des Nordens“ bezeichnet. Vor allem die über 50 Passagen des mehrere Jahrhunderte alten Kopfsteinpflasters machen die Fahrt zur Tortur. Auf einer verkürzten Strecke von 145 Kilometern stellen sich am 8. April bei der „Paris-Roubaix Challenge“ der Schönberger André Kalfack, Heiko Steinhagen aus Feldhusen und der Dassower Christopher Henning dieser besonderen Herausforderung. Starten werden hier 3000 Amateurfahrer.

„Ja, das Kopfsteinpflaster hat es schon in sich. So etwas findet man hier bei uns nicht“, meint Steinhagen, der bei „Paris-Roubaix“ aber schon immer mitmachen wollte. Der 52-Jährige hat sich in den zurückliegenden Jahren vor allem als Marathonfahrer einen Namen gemacht. Die Strecken konnten für ihn nicht lang genug sein. 2009 durchfuhr er das Gebiet der ehemaligen DDR in der Nord-Süd-Ausdehnung. Für die über 500 Kilometer benötigte er etwas weniger als 18 Stunden. Das reichte Steinhagen aber scheinbar noch nicht: 2015 fuhr er von Dassow bis nach Garmisch-Partenkirchen.

Die 900 Kilometer strampelte er in 34,5 Stunden ab. Und beim 24-Stunden-Rennen 2016 in Nortorf schaffte Steinhagen über 700 Kilometer. Für ihn war es das Schlüsselerlebnis. Da merkte er, dass er auch mit 52 Jahren solche Anstrengungen noch sehr gut wegsteckt und „Paris-Roubaix“ nun kein Traum mehr bleiben sollte. Nach Rücksprache mit seiner Frau Katrin stand für Steinhagen im November 2016 fest, dass dies für 2017 sein neues Rad-Ziel sein wird.

Sofort für die herausfordernde Tour begeistern konnte Steinhagen den Schönberger André Kalfack. Der 41-Jährige, 2000 Deutscher Meister in der Vierermannschaftsverfolgung und ehemaliger U

23-Nationalfahrer, hatte wenige Wochen zuvor gerade an der Senioren-Weltmeisterschaft in Australien teilgenommen und nach 155 Kilometern den 22. Platz belegt.

Einige Male haben Steinhagen und Kalfack, die sich seit mehreren Jahren kennen und 2006 gemeinsam den Rad-Klassiker Lüttich-Bastogne-Lüttich über insgesamt 279 Kilometer fuhren, seitdem zusammen trainiert. Möglich war das nur an den Wochenenden, da sie in der Woche arbeiten. „Dann muss jeder für sich trainieren“, so Steinhagen, der Anfang März noch ein persönliches, sechstägiges Trainingslager über insgesamt 1158 Kilometer absolvierte und seit Beginn des Jahres über 4000 Kilometer in den Beinen hat.

Nicht einmal die Hälfte dieser Kilometer schaffte Kalfack bislang. Dennoch sieht er dem Start am 8. April relativ gelassen entgegen. Zwar habe er gerade vor dem Kopfsteinpflaster Respekt, verrückt mache er sich deshalb aber nicht. Ähnlich sieht es Christopher Henning. Der 33-jährige Malermeister aus Dassow war selbst einige Jahre als Downhill-Sportler unterwegs, wo im Gelände eine gute Rad-Beherrschung verlangt wird. Er kennt sich mit schwierigen Passagen aus.

Wie Steinhagen und Kalfack bestritt auch er bereits einige Rennen in den Farben des SV Dassow 24. Der Rad-Klassiker stellt für ihn eine neue Erfahrung dar. Aber Lust darauf hatte er eigentlich schon im vergangenen Jahr, wie er erzählt. Jetzt zu dritt umso mehr. Ob er sich das Rennen der Profis am 9. April über die 250 Kilometer ansieht, da hat er sich noch nicht festgelegt. Die Teamkollegen indes wollen sich das aber nicht entgehen lassen. „Wenn wir schon da sind, dann bleiben wir natürlich auch noch“, so Steinhagen.

Klassiker in Nordfrankreich

Paris–Roubaix ist mit etwa 250 Kilometern Distanz eines der berühmtesten klassischen Eintagesrennen und zählt zu den fünf Monumenten des Radsports. Prägend sind die Abschnitte auf Kopfsteinpflaster. Das erstmals 1896 ausgetragene Rennen findet jährlich an einem Sonntag Mitte April in Nordfrankreich statt und wird als „Hölle des Nordens“ bezeichnet. Die Bezeichnung bekam das Rennen nach dem Ersten Weltkrieg, der die Region verwüstete.

Dirk Hoffmann

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