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Nordwestmecklenburg Raststätten-Raub: Verdächtiger bestreitet die Tat
Lokales Nordwestmecklenburg Raststätten-Raub: Verdächtiger bestreitet die Tat
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22:22 25.10.2013
Auf einer Wiese in Groß Strömkendorf bei Wismar fanden Passanten den abgebrannten und geleerten Geldautomaten. Vom Geld fehlt bislang jede Spur. Nach zwei Tatverdächtigen wird noch gefahndet. Quelle: Fotos: Polizei, Kettler
Wismar

Schneller Fahndungserfolg für die Wismarer Polizei: Nur einen Tag nach dem filmreifen Diebstahl eines Geldautomaten in der Raststätte „Fuchsberg“ an der Autobahn 20 nahe Neukloster (die LN berichtete gestern) sitzt ein 26-jähriger Tatverdächtiger in Gewahrsam. Gestern wurde der Wismarer dem Haftrichter vorgeführt. „Gegen ihn wird ermittelt, zwei weitere Täter werden noch gesucht“, sagt Staatsanwalt Stefan Urbanek in Schwerin auf Nachfrage. Bis auf Weiteres sitzt der Mann in Untersuchungshaft.

Ein Streifenwagen entdeckte den weißen Fluchttransporter der Marke Ford im Wismarer Stadtteil Kagenmarkt. „Wir konnten so den Halter ermitteln“, sagt Polizeisprecher André Falke. Bei der Fahrzeughalterin soll es sich nach LN-Informationen um die Mutter des Verdächtigen handeln. Die Spur führte zum 26-Jährigen, der gerade wieder einen Monat in Freiheit lebt. Er saß drei Jahre und sechs Monate wegen schweren Wohnungseinbruchdiebstahls hinter Gittern. Nach einem Anruf von der Polizei meldete sich der Verdächtige zusammen mit seinem Anwalt in der Polizeidienststelle in der Rostocker Straße. Er stritt jedoch die Beteiligung an der Tat ab.

Das Trio soll in der Nacht zum Donnerstag gegen 2.40 Uhr den Geldautomaten mit einem Gurt aus seiner Verankerung im Eingangsbereich der Raststätte gerissen und mit dem Kleintransporter abtransportiert haben. Der Beutezug dauerte laut den Mitarbeitern der Raststätte weniger als eine Minute. Der etwa 400 Kilogramm schwere Automat wurde noch am Donnerstagnachmittag auf einer Wiese in Groß Strömkendorf von aufmerksamen Passanten entdeckt. „Das Gerät wurde von den Tätern aufgeflext und abgefackelt. Scheinbar wollten die Täter ihre Spuren verwischen“, sagt Polizeisprecher André

Falke. Vom Geld in fünfstelliger Höhe fehlt noch jede Spur.

Hinweise auf die vermummten Täter lieferten die Überwachungskameras der Tankstelle. Die Ermittler kamen dem 26-Jährigen durch seinen auffälligen Gang auf die Schliche. Ihm droht jetzt wieder eine Freiheitsstrafe. „Besonders schwerer Diebstahl wird mit einer Freiheitsstrafe von drei Monaten bis zehn Jahren bestraft“, erklärt Staatsanwalt Urbanek.

Polizeisprecher Falke ist erleichtert: „Wir freuen uns, dass wir den Mann bekommen haben.“ Die Staatsanwaltschaft Schwerin hat gegen den einschlägig vorbelasteten Mann Haftantrag am Amtsgericht Schwerin gestellt.

An der Tankstelle kehrte wieder Alltag ein. Die Mitarbeiterinnen, die bei dem Überfall einen leichten Schock erlitten, waren gestern wieder auf Arbeit. „Denen geht es gut“, sagt eine Angestellte auf Nachfrage. Sie wurden bei dem Raubüberfall nicht bedroht.

Weitere Festnahme
Am Mittwoch wurde ein 35-Jähriger Barther (Vorpommern-Rügen) wegen schweren Bandendiebstahls und mehrerer Sprengstoff-Explosionen in Banken in MV und Niedersachsen festgenommen.

Das Amtsgericht Schwerin erließ am Donnerstag Haftbefehl. Der mutmaßliche Kriminelle habe versucht, in Eldena (Ludwigslust-Parchim) durch eine Explosion in einer Bank, Geld zu erbeuten. Er versuchte vergeblich, die Panzerglasscheibe zum Nebenraum aufzubrechen.

Hannes Ewert

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