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Nordwestmecklenburg Raubzug im Ostseebad: Amtsgericht verhängt Bewährungsstrafen
Lokales Nordwestmecklenburg Raubzug im Ostseebad: Amtsgericht verhängt Bewährungsstrafen
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20:32 04.03.2016

Nicht einmal eine Woche, nachdem die Polizei in Boltenhagen zwei Ladendiebe geschnappt hat, wurden die Täter im Schnellverfahren verurteilt. Das Amtsgericht Wismar verkündete jetzt die Urteile: Vier und sechs Monate Haft auf Bewährung für Gela G. und Levan G.. Die beiden 31 und 23 Jahre alten Männer, die aus Georgien stammen und sich als Asylbewerber in Deutschland aufhalten, müssen zudem 150 beziehungsweise 450 Sozialstunden leisten.

Ladendiebstähle gehören für den Einzelhandel zum Alltag.

Wie kommt man eigentlich auf die Idee, dass man in Geschäf- ten einfach etwas mitnehmen kann?“ Richter Michael Bauer

Heute aus dem

Amtsgericht:

Diebstahl von

hochwertigen

Jacken und Hosen

Serie

Gerichtsbericht

Beide hatten am vergangenen Sonnabend in mehreren Geschäften in Boltenhagen Markenkleidung gestohlen. Bis auf eine Jeanshose im Wert von 129,99 Euro sind die Sachen allerdings verschwunden. Über deren Verbleib schwiegen die Männer vor Gericht. Ebenso wie über den dritten Tatbeteiligten, der auf den Kameraaufnahmen der Läden deutlich zu sehen sehen ist, der aber beim Zugriff der Polizei im Ostseebad bereits verschwunden war. Die Ermittler gehen davon aus, dass der unbekannte Dritte mit zwei Jacken im Wert von fast 400 Euro geflüchtet ist.

Der jüngere der beiden Täter, der 23 Jahre alte Levan G., lebt seit einigen Monaten in Parchim, seit einem Jahr beschäftigt er die Justiz. Sechs Straftaten, darunter mehrere Diebstähle, Trunkenheitsfahrten und Fahren ohne Fahrerlaubnis, stehen in der Akte des jungen Mannes. Er ließ zu Beginn der Verhandlung über eine Dolmetscherin erklären, dass er mit den Diebstählen in Boltenhagen nichts zu tun gehabt habe. „Ich war nur dabei, gestohlen habe ich aber nicht.“ Im Verlauf der Verhandlung revidierte er seine Aussage und räumte zumindest ein, seinem Freund Gela G. bei den Diebstählen geholfen zu haben.

Den 31-Jährigen hatte die Polizei mit der gestohlenen Jeanshose, an der noch das Preisschild klebte, erwischt. Dass die Beamten die Täter unmittelbar nach den Diebstählen festnehmen konnten, hatte sie auch Hans-Joachim F. aus Hamburg zu verdanken, der mit seiner Frau auf einem Wochenendausflug im Ostseebad weilte. Eine Verkäuferin bat den 60-Jährigen um Hilfe, weil Gela G. und sein Freund Levan G. sich ungewöhnlich lange im Geschäft aufgehalten hatten. „Ich hatte ein ungutes Gefühl“, sagte die Frau vor Gericht. „Die waren am Tag vorher schon im Laden, kurz bevor ich zumachen wollte.

Am nächsten Tag kamen sie wieder, die waren bestimmt eine halbe Stunde lang im Geschäft.“

Ähnliches berichteten auch die Verkäuferinnen aus zwei weiteren Boltenhagener Boutiquen, in denen vor allem hochwertige Outdoor-Kleidung angeboten wird. Auch dort wunderten sich die Angestellten über die Männer, die sich verdächtig lange in den Läden aufhielten.

Konkret nachzuweisen war den beiden Männern nur der Diebstahl der Hose. Dass sie auch eine Jacke mitgenommen hatten, räumten sie erst nach mehrfacher Nachfrage von Richter Michael Bauer ein. „Wie kommt man eigentlich auf die Idee, dass man in deutschen Geschäften einfach etwas mitnehmen kann“, fragte er Gela G.. „Ich hatte nicht genug Geld dabei“, räumte der 31-Jährige ein, der keinen festen Wohnsitz hat und erklärte, dass er in Mecklenburg nur seinen Freund Levan G. habe besuchen wollen. Dass es sich bei der Aktion um einen geplanten Raubzug gehandelt habe, bestritten beide Angeklagten vehement. Der Grund für die Reise nach Boltenhagen sei eher zufällig gewesen, so der 23-Jährige. „Wir haben übers Internet eine Mitfahrgelegenheit gefunden und sind so nach Wismar und Boltenhagen gekommen.“

An einen Zufall glauben die Verkäuferinnen, die die Männer erlebt und schließlich die Polizei gerufen hatten, jedoch nicht. „Wenn man ein paar Jahre als Verkäuferin arbeitet, dann hat man ein Gefühl dafür, wenn etwas nicht stimmt. Und bei diesen beiden Männern stimmte definitiv etwas nicht“, sagte einer der Frauen vor Gericht aus. Sie hatte die Männer eine halbe Stunde lang beobachtet, den Diebstahl einer Jacke jedoch erst später festgestellt. „Und dann habe ich in der Umkleidekabine die aufgebrochene Sicherung gefunden. Die wussten, was sie machen.“

Von Michael Prochnow

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