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Nordwestmecklenburg Regionale Flüsse im Blickpunkt
Lokales Nordwestmecklenburg Regionale Flüsse im Blickpunkt
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21:27 26.06.2013
Auch der Bereich am Zusammenfluss von Stepenitz und Radegast bei Börzow liegt im jetzt zu untersuchenden FFH-Gebiet. Quelle: Foto: Maik Freitag
Rehna

Die Radegast von Börzow bis Gadebusch, die Stepenitz und das Maurinetal sind mit ihren Erlen-Eschenwäldern, begleitenden feuchten Hochstaudenfluren und Grünlandbereichen besonders schützenswerte Fließgewässer. Das erklärte das Staatliche Amt für Landwirtschaft und Umwelt Westmecklenburg (STALU) den Interessierten bei einer Auftaktveranstaltung in der Grevesmühlener Malzfabrik für die Planung des FFH (Flora, Fauna, Habitat)-Gebietes Stepenitz-, Radegast- und Maurinetal mit Zuflüssen. Um diese zu schützen, zu erhalten oder wieder herzustellen, sollen jetzt bestimmte Tier- und Pflanzenarten analysiert werden.

Neben dem Kammmolch, der nur stecknadelkopfgroßen Windelschnecke, dem Bach- und Flussneunauge, dem Steinbeißer oder dem Schlammpeitzger sollen auch Vorkommen und Lebensbedingungen der Fischotter kartiert und dokumentiert werden. „Wundern Sie sich nicht, wenn im Sommer plötzlich zwei Herren durch die Flüsse waten und mit Kescher und Messgeräten unterwegs sind“, erklärte Christian Lange, Projektleiter aus der Abteilung Naturschutz, Wasser und Boden. Gleichzeitig sagte er: „Alle Untersuchungen richten sich nach Natura 2000, einem Projekt der Europäischen Union zum Schutz gefährdeter, wildlebender und heimischer Pflanzen- und Tierarten.“

Die Sorge in der Malzfabrik anwesender Landwirte, über eine Verringerung ihrer Nutzflächen, wies Lange zurück. „Wir untersuchen bis zu 300 Meter neben den Flüssen. Zwar kann ich zu diesem Zeitpunkt noch nichts genaues sagen, aber es ist äußerst selten, dass Landwirte von den Ergebnissen der Untersuchungen betroffen sind.“

Helfen hingegen möchte der Rehnaer Angelverein bei der Umsetzung der Analyse. Vereinsmitglied und Umweltexperte Torsten Richter erklärte sich sofort bereit, in einer der drei geplanten Arbeitsgruppen mitzuwirken und seine Erfahrungen im Rehnaer Radegast-Bereich einzubringen. „Wir vom Angelverein tun auch jede Menge für die Erhaltung des Radegasttales. Wir haben jede Menge Erfahrungen im Umgang mit dem Gewässer und würden gerne helfen“, so Richter.

In knapp einem Jahr, im April 2014, soll die sogenannte Defizitanalyse vorgestellt werden. Zwischen Mai und September sollen die drei Arbeitsgruppen in Rehna, Dassow und Grevesmühlen jeweils zwei Mal zusammen sitzen und Vorschläge erarbeiten. Im Februar 2015 werden dann der Öffentlichkeit die Ergebnisse der Untersuchungen vorgestellt.

Everstorfer Forst: Schutz für Kammmolch und Co.
Auch das Flora-Fauna-Habitat-Gebiet (FFH) „Wald- und Kleingewässer Everstorf“ beherbergt schützenswerte Tiere, Pflanzen und Lebensräume. Dieser Meinung ist zumindest das Staatliche Amt für Landwirtschaft und Umwelt (StALU) Westmecklenburg, das eine Informationsveranstaltung im Grevesmühlener Rathaus organisierte. Thematisiert wurde der Ablauf des Planungsprozesses für das betroffene FFH-Gebiet.

„Es geht heute darum, zu zeigen was wir mit dem Gebiet vorhaben, welche Aufgabenstellungen und Zielsetzungen es gibt“, erklärte Christian Lange, Projektleiter aus der Abteilung Naturschutz, Wasser und Boden. Alle Planungen orientieren sich an Natura 2000, einem langfristig angelegten Naturschutzprogramm der Europäischen Union, welches auf verbindlichen Rechtsgrundlagen basiert.

In Kooperation mit Pöyry, einem Schweriner Planungsbüro, wurde das Gebiet zwischen Degtow und Hoikendorf unter die Lupe genommen. „Die 850 Hektar besitzen eine einzigartige Kombination von Kleingewässern und Tierarten“, sagte Ingo Voigt vom Planungsbüro. So gebe es unter anderem verschiedenene Moor- und Feuchtgebiete, den Kammmolch, die Rotbauchunke und die Bauchige Windelschnecke.

Wie diese Schutzobjekte in Zukunft geschützt werden sollen, steht noch nicht fest, denn die Untersuchung des Geländes ist noch nicht abgeschlossen.

Zwar kann erst im Januar 2014 mit den vollständigen Analyseergebnissen gerechnet werden, aber einige Landwirte befürchten bereits erhebliche Einschränkungen, denn das FFH-Gebiet beinhaltet auch viele Feldlanschaften. Christian Lange hofft auf ihre Unterstützung, wenn die konrekten Maßnahmen feststehen.

Vielfalt erhalten
Natura 2000 ist ein zusammenhängendes europäisches, ökologisches Schutzgebietnetz. Es besteht aus Europäischen Vogelschutz- und FFH (Flora, Fauna, Habitat)-Gebieten. Mit dem Schutzgebietnetz Natura 2000 wird das Ziel verfolgt, die biologische Vielfalt in Europa dauerhaft zu schützen und zu erhalten. Grundlage für die Auswahl der Schutzgebiete waren die Vorgaben der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie 1997/2002 (FFH-Gebiete) und der Richtlinie über die Erhaltung wildlebender Vogelarten von 1979/2009 (Europäische Vogelschutzgebiete oder Special Protection Areas (SPA)). In den FFH-Gebieten sollen günstige Lebensbedingungen, insbesondere für Lebensraumtypen und Habitate von Arten der Anhänge I und II der FFH-Richtlinie erhalten und — wenn erforderlich — auch wiederhergestellt werden. Das FFH-Gebiet besteht aus einem Komplex von vier Fließgewässern mit Erlen-Mischwäldern, begleitenden feuchten Hochstaudenfluren und Grünlandbereiche.

khm Maik Freitag

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