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Regionale Produkte erobern den Markt

Bad Doberan Regionale Produkte erobern den Markt

Ob Fisch, Fleisch oder Gemüse: Die Verbraucher wollen kaufen, was sie aus der Umgebung kennen.

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Dennis Conrad verkauft am Stand von Biofrisch Nordost auf dem Rostocker Neuen Markt Obst und Gemüse aus der Region. FOTOS (2): OVE ARSCHOLL

Bad Doberan. /Wismar. Kartoffeln und Eier vom Bio-Gut von nebenan – aus Vorder Bollhagen. Am Eier- Regal hängt eine Information mit Foto, die über die Weidehaltung der Hühner mit uneingeschränktem Freilauf informiert. Dazu Honig aus Klockenhagen, Säfte aus Satow und Rethwisch, Kaffee aus der Rösterei in Bargeshagen und vieles mehr. Insgesamt mehr als 100 lokale und regionale Produkte von zwölf Lieferanten bietet der Edeka Aktiv Markt Wegner in Bad Doberan an. „Diese Schiene hat sich in den vergangenen Jahren zu einem immer wichtiger werdenden Standbein entwickelt. Die Kunden fragen ganz gezielt nach diesen Produkten, sind manchmal richtig enttäuscht, wenn es mal vorübergehende Engpässe gibt“, sagt Junior-Chefin Sandra Wegner.

LN-Bild

Ob Fisch, Fleisch oder Gemüse: Die Verbraucher wollen kaufen, was sie aus der Umgebung kennen.

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Anders sieht es im Edeka Aktiv Markt von Mario Hoffmann in Kühlungsborn West aus. Hier ist Regionales aus der unmittelbaren Umgebung kaum zu finden. „Der Wegner-Markt ist, was die Regionalität der Produkte angeht, für uns ein Vorbild. Wir würden das auch gern so machen. Denn auch die Kühlungsborner fragen danach“, sagt Inhaber Mario Hoffmann. Doch das sei nicht nur eine Frage des Wollens, sondern vor allem des Platzes. Wegners konnten vor ein paar Jahren ihren Markt in Doberan großzügig erweitern, hätten jetzt neben dem typischen Edeka-Sortiment viel Platz für Regionales. „Ich bemühe mich schon seit Jahren um eine Genehmigung für den Neubau eines größeren Marktes am gleichen Standort. Dann wird so etwas auch hier möglich sein“, sagt Hoffmann.

Die Voraussetzung, um große Vollsortimenter wie Edeka und Rewe beliefern zu können, sei vor allem die kontinuierliche Erzeugung größerer Mengen in gleichbleibender Qualität. Das können große Güter wie Vorder Bollhagen oder mittelständische Betriebe wie die Mosterei in Satow leisten. Kleinerzeuger müssen andere Vertriebswege suchen. Wie Reinhard Wittwer (55), Inhaber des Gemüsehofes Bastorf.

Wittwer betreibt den Anbau von Bio-Gemüse dort seit 2002. „Zwei Hektar Anbaufläche, die jährlich zur Verfügung stehen – mit so ziemlich allem saisonalen heimischen Gemüse. Zwei Hektar, auf denen lediglich Gründüngung wächst.“

Der Gemüsebauer betreibt selbst einen Verkaufsstand auf dem Wochenmarkt in Wismar – immer am Sonnabend –, beliefert Restaurants und Hotels sowie weitere Wiederverkäufer wie den Hofladen des Guts Vorder Bollhagen und den Querbeet-Laden von Carola Gloede in Garvsmühlen bei Rerik. Ein weiterer Teil seiner Produkte nimmt seinen Weg über die Vertriebsschiene von Biofrisch Nordost und wird dann auf den Wochenmärkten in Rostock und Bad Doberan angeboten. Auch er sagt: „Die Nachfrage nach Produkten von hier, möglichst in Bio-Qualität, wird immer größer.“

Supermärkte füllen Regale mit heimischen Produkten

Auch in Wismar legen Verbraucher Wert auf Produkte aus der Region. Das berichtet die stellvertretende Leiterin des Sky-Marktes, Susanne Enseleit. „Das kommt bei uns immer mehr ins Rollen. Die Kunden wollen Produkte kaufen, die sie aus der Umgebung kennen“, betont sie.

Zudem gibt es regionale Erzeuger, die ihre Produkte in Wismar und der Umgebung herstellen und sie direkt vor Ort vermarkten. So braut zum Beispiel Wismars einzige Brauerei seit 1995 „nach hanseatischer Tradition“ im Brauhaus am Lohberg. Neben verschiedenen Bieren werden dort inzwischen auch Spirituosen hergestellt. Braumeister Stefan Beck sagt: „Wer Bier herstellen kann, kann auch Whisky brennen.“ Denn die beiden Getränke haben in der Herstellung viel gemein. Die Basis: „Für Bier brauche ich Wasser, Malz und Hopfen. Für Whisky brauche ich Wasser und Malz“, erklärt Beck.

Alkohol wird außerdem in der Hanse-Sektkellerei Wismar hergestellt. Eine Produktionsmenge von maximal 10 000 bis 15 000 Flaschen jährlich wird vornehmlich in der Gastronomie, im Fachhandel sowie direkt ab Kellerei angeboten.

Weitere Beispiele regionaler Produkte aus Wismar und der Umgebung sind die Bio-Kürbisse aus Steinhausen, die Ostsee-Molkerei oder die Wismar Fisch Feinkost GmbH.

Agrarmarketing-Verein

sieht noch viel Potenzial

Aus Sicht des Argramarketing Vereins Mecklenburg-Vorpommern (AMV) ist der Anteil der regionalen Produkte, die bisher den Weg in Gastronomie, Weiterverarbeitung oder Lebensmittel-Einzelhandel gefunden haben, noch ausbaufähig. Dies liege vor allem an den Herausforderungen der Vermarktung, heißt es hier. Generell wollen die Verbraucher jedoch verstärkt wissen, woher Wurst, Fisch oder Gemüse auf ihrem Teller kommen und wie diese produziert werden.

Auch die Rostocker Wurst- und Schinken GmbH in Hinrichsdorf setzt auf Regonialität – von Salami über Kochschinken bis zur Bratwurst. „Das Fleisch aus MV bekommen wir von zwei Schlachthöfen in Teterow und Möllin, mit denen wir seit mehr als 20 Jahren zusammenarbeiten“, sagt Geschäftsführer Tobias Blömer. Zusätzlich zum Werksverkauf könnten die Kunden ihren Aufschnitt auch im Einzelhandel erwerben.

„Seit Jahren schon beliefern wir Edeka, Rewe, Kaufland und die Discounter Norma, Penny und Netto“, sagt Blömer. Vor allem Netto sei sehr regionaltreu und würde das Sortiment immer wieder den Trends und Geschmäckern der Kunden anpassen.

28. Gastro-Messe

Die Fach- und Erlebnismesse für

Hotellerie, Gastronomie, Gemeinschaftsverpflegung und Catering

findet vom 12. bis 15. November in der Hanse-Messe statt. Gezeigt werden die aktuellen Trends der Szene.

260 Unternehmen präsentieren sich in diesem Jahr. Erstmalig wird es einen Markt der

Regionalen Produkte geben, wo sich heimische Produzenten aufstellen.

In Wettbewerben treten unter

anderem die besten Barkeeper

und Barmaids gegeneinander an

und die beste Schautafel zum Motto „Regional ist genial – ihre Region

auf dem Tisch“ wird gesucht.

Eine Tageskarte kostet zwölf Euro.

Die Messe ist an den vier Tagen

jeweils von 10 bis 18 Uhr geöffnet.

Lutz Werner, Michaela Krohn und Julia Graßmann

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