Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Nordwestmecklenburg Rehe im Garten: Anwohner ärgern sich über Besucher
Lokales Nordwestmecklenburg Rehe im Garten: Anwohner ärgern sich über Besucher
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
21:13 27.06.2017
Gudrun Seidel ärgert sich über die Tiere in ihrem Garten, immer wieder werden die Blumen abgefressen, das Forstamt kann nicht helfen. Quelle: Fotos: Hoffmann
Grevesmühlen

An der Blütenpracht der Rosen konnte sich Gudrun Seidel in ihrem Garten in der Richard-Wossidlo-Straße in Grevesmühlen nur wenige Tage erfreuen. Rehe und Damwild haben hier ganze Arbeit geleistet, die Knospen angefressen und ein trauriges Bild hinterlassen. Blühende Rosen sind kaum noch zu erkennen, von der einstigen Farbenfrohheit kann längst keine Rede mehr sein.

Margitta Lösche vor dem Zaun zu ihrem Grundstück, für die Rehe ist das kein Hindernis.

„Ich habe nichts gegen die Tiere. Aber jetzt wird es zu viel“, meint eine sichtlich genervte Gudrun Seidel. Kaum ein Tag ist in den letzten Wochen vergangen, an dem sich die Rehe und auch das Damwild nicht in ihrem Garten zu schaffen machten. Nicht nur die Rosenpflanzen haben sie leergefressen, auch von den Tulpen ließen sie nichts übrig. Die Rehe kamen und kommen zu jeder Tageszeit, mal morgens, mal mittags und dann auch abends. Und nicht nur aus dem naheliegenden Wald, oft spazieren sie nach Aussage der 71-jährigen Seidel auch aus Richtung des Gymnasiums direkt in die Gärten.

Dabei wohnen Seidels noch nicht einmal am Waldrand, der ist noch einige Hundert Meter von ihrem Grundstück entfernt. Aber die Tiere kennen keine Scheu mehr, laufen regelmäßig durch die Südstadt.

Denn nicht nur die Familie Seidel ist betroffen. Zu mindestens acht weiteren Familien in der John-Brinckman- und der Wossidlo-Straße kommen die Rehe ebenfalls in steter Regelmäßigkeit, zertrampeln die Beete, fressen die Knospen von Pflanzen an und richten erhebliche Schäden an. „Es ist eine absolute Plage“, meint Margitta Lösche, die in der John-Brinckman-Straße wohnt.

Dabei zeigt sie auf die deutlich zu erkennenden Spuren der Rehe zwischen ihren Erdbeeren. Daneben steht der Jasminstrauch, auf den die Tiere es besonders abgesehen haben. Immer wieder haben sie hier kräftig zugelangt. Wahrscheinlich erholt sich der Jasmin wieder, aber schön sieht er so nicht mehr aus.

Gegen die Rehe hat auch Margitta Lösche eigentlich nichts. Aber wenn sie quer über den Garten laufen und alles anfressen, dann ärgert sie das schon gewaltig. Vor allem, weil es so oft vorkommt. „Seit sieben Jahren wohne ich hier, aber so schlimm war es nie“, erzählt die 71-Jährige. Und auch Gudrun Seidel kann sich nicht erinnern, dass das Wild jemals so viel Schaden anrichtete.

„Wir finden keine Ruhe mehr und schauen ständig in die Gärten“, erklären Gudrun Seidel und Margitta Lösche. Sie und andere betroffene Anwohner haben zum Schutz vor den Rehen Folien über die Pflanzen gestülpt, teilweise hängen auch Warnwesten oder rot-weiß-gestreifte Flattebändern über den Zäunen. Ob all das die Rehe wirklich davon abhält, weiterhin die Gärten zu laufen und das zu fressen, was sie am liebsten mögen?

„Das Wild gewöhnt sich an fast alles“, Forstamtsleiter Peter Rabe. Er glaubt kaum, dass diese Maßnahmen die Tiere davon abhalten, weiterhin in den Gärten auf Nahrungssuche zu gehen. Seitens der Forst habe man einiges unternommen und den Wildbestand in den letzten fünf Jahren auf ein Drittel reduziert. Viel mehr könne man aber nicht tun, betont der Forstamtsleiter.

Sein Eigentum vor Wild zu schützen, dafür ist jeder selbst verantwortlich. Rabe rät den Betroffenen, durch höhere Zäune Rehe oder auch Damwild am Eindringen in ihre Gärten zu hindern. Hunde wären auch ein wirkungsvolles Mittel, um die Tiere fernzuhalten, wie der Forstamtsleiter meint.

Den Betroffenen bietet er an, sich auch direkt an das Forstamt

(☎ 03881/75990) zu wenden, wenn sie in diesem Fall weitere Hilfe benötigen oder Fragen haben.

Jagen im Wohngebiet

Im Juli 2014 sorgte ein Vorfall am Kapellenberg in Grevesmühlen für Aufsehen. Ein Jäger hatte auf einem verwilderten Grundstück in dem Wohngebiet ein offenbar verletztes Reh erschossen. Die Polizei hatte den Jäger um Hilfe gebeten. Anwohner protestierten gegen den Abschuss, sie kritisierten vor allem, dass mitten in einem Wohngebiet von der Schusswaffe Gebrauch gemacht worden war. Der Jäger zog schließlich die Konsequenzen und gab sein Hobby auf.

Dirk Hoffmann

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Der Motorsportclub stellt sein Gelände für das erste Treffen in der Stadt zur Verfügung.

27.06.2017

In Grevesmühlen gibt es ihn seit 1991.

27.06.2017

Die Polizei warnt vor Betrug in Zusammenhang mit dem Einkauf im Internet. Zwei Anzeigen gingen bei der Polizei in Grevesmühlen und Wismar ein.

27.06.2017