Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Nordwestmecklenburg Reithalle Wismar: Nutzer klagen über Kostenexplosion
Lokales Nordwestmecklenburg Reithalle Wismar: Nutzer klagen über Kostenexplosion
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
21:15 11.02.2016
Die Reithalle ist ein beliebter Veranstaltungsort. Quelle: LN

Die geplanten Entgelte für die Alte Reithalle in Wismar bringen potenzielle Nutzer in die Bredouille. „Die Kosten für uns steigen immens. Wenn die Entgeltordnung so beschlossen wird, fallen unsere drei Tanzveranstaltungen dieses Jahr aus“, machte Matthias Däubler von der Wismarer H.A.R.D. GmbH im Finanzausschuss der Bürgerschaft unmissverständlich klar. Die Bürgerschaft soll die Entgeltordnung am 25. Februar beschließen, sodass sie ab 1. März in Kraft treten kann.

Die 1500 Euro für die Nutzung der Reithalle samt Foyer hält Däubler für angemessen. Aber die Kosten, die für Auf- und Abbautage noch obendrauf kommen sollen, sind das Problem. „Wir müssten sie auf den Eintrittspreis umlegen“, erklärt der Veranstalter, der auch die Clubdisco Schwips an der Bürgermeister-Haupt-Straße betreibt. „Wir können zwar schnell wieder abbauen, aber sonntags herrscht Fahrverbot für Lkw.“ Hinzu komme, dass wegen des Rauchverbots in der Reithalle die Veranstalter ein Zelt für die Raucher auf die Außenfläche stellen. Für die will die Stadt nun ebenfalls ein Entgelt erheben. „Wir müssten 500 Prozent auf den Eintrittspreis aufschlagen“, beklagte auch Lars Ruttke vom Kreisjugendring Nordwestmecklenburg. „Statt zehn Euro wären es 50. Dann kommt kein Besucher mehr.“

Nach seiner Rechnung ergebe sich durch die neu einzuführenden Tarife für die Auf- und Abbautage eine Preissteigerung von bis zu 480 Prozent, erklärte René Domke (FDP), Vorsitzender des Finanzausschusses. Er appellierte an die Verwaltung, mit Augenmaß vorzugehen. „Das Signal ist erkannt worden. Es ist ja nicht Sinn und Zweck der Entgeltordnung, dass die Halle leer steht. Wenn es aufgrund des Fahrverbots ohne Verschulden des Nutzers zum Stillstand kommt, lässt sich vielleicht eine Regelung finden“, sagte Domke in Richtung des Leiter des Amtes für Welterbe, Tourismus und Kultur. Es hat die Entgeltordnung erarbeitet.

„Wir werden schauen, wie es sich ergibt“, sagte Norbert Huschner. „Die Entgeltordnung ist ja erstellt worden, damit Geld in die Kasse kommt, weil wir auch Instandhaltungsmaßnahmen durchführen müssen.“ Zum benötigten Zelt für Raucher im Außenbereich erklärte der Amtsleiter: „Wir werden mit dem Veranstalter reden und nur einen prozentualen Anteil vom Außenflächen-Entgelt berechnen. Das ist ein neuer Aspekt, dass gezwungenermaßen ein Bereich der Außenfläche mitgenutzt wird. So differenziert wurde die Entgeltordnung nicht gemacht.“ Wolfgang Rickert (SPD) verwies die beiden Gäste auf die Möglichkeit, Anträge auf Ermäßigung zu stellen.

Generell erhalten Nutzer, die vom Finanzamt als gemeinnützig anerkannt sind, eine 50-prozentige Ermäßigung auf die Grundtarife. In Ausnahmefällen kann die Reithalle nach Antrag an den Bürgermeister auch unentgeltlich genutzt werden, wenn die geplante Veranstaltung im öffentlichen Interesse ist. Diesen Paragrafen in der Entgeltordnung hält die CDU-Fraktion laut Christian Jörss für einen „Gummiparagrafen“. „Wir befürchten eine verdeckte Förderung“, sagte er. Was Norbert Huschner mit dem Hinweis, „es gibt nur ganz wenige Ausnahmen“, bestritt.

Die Mehrheit des Finanzausschusses war dagegen, die vorgelegte Entgeltordnung zu vertagen, sondern empfahl der Bürgerschaft, sie zu beschließen. Den Fraktionen stünde frei, noch Änderungen zu beantragen.

Haike Werfel

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Richter lehnt den Insolvenzantrag in Eigenverwaltung des Wismarer Brennstoff-Herstellers ab / Löhne und Gehälter der 650 Mitarbeiter sollen bis April gesichert sein.

11.02.2016

Schüler aus Boltenhagen, Klütz und Grevesmühlen sind wieder auf Winterferienfahrt in Johanngeorgenstadt.

11.02.2016

Zwei Stunden lang Geschwindigkeitskontrolle im Travemünder Weg / Ein Fahrverbot droht.

11.02.2016
Anzeige