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Nordwestmecklenburg Reitturnier knüpft an alte Tradition an
Lokales Nordwestmecklenburg Reitturnier knüpft an alte Tradition an
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19:14 06.06.2016
Das Springreiten verlangte von den Pferden und den Reitern – hier Laura Matt aus Züsow auf „Consuela“ – ein Höchstmaß an Können, Präzision, eber auch gegenseitiges Vertrauen ab. Quelle: Daniel Koch

Der Pferdesport hat in Groß Stieten eine lange Tradition. Bereits am 7. März 1970 gründete sich in der Betriebssportgruppe (BSG) des damaligen volkseigenen Gutes (VEG) die Sektion Pferdesport. Der damalige Sektionsleiter Emil Tappe verstand es, in Direktor Erich Tack einen begeisterten Befürworter zu finden, der den noch jungen Sport in vielfältigster Weise unterstützte.

Viele Lehrlinge und Betriebsangehörige, aber auch deren Kinder, gehörten zu den Sportlern, die den Pferdesport sehr schnell und erfolgreich über die Kreisgrenzen hinweg trugen und denen die BSG Groß

Stieten viele nationale Erfolge zu verdanken sind.

Mit der Wende kam dann auch das Ende des Pferdesportes in Groß Stieten. 1992 fand das letzte Turnier auf dem Reitplatz statt und es wuchs das sprichwörtliche Gras über dem Reitplatz. Damit wollten sich die Mitglieder der 2013 gegründeten Sparte Reiten des SG Groß Stieten aber nicht zufrieden geben. „Unser Ziel ist es, an die reitsportliche Tradition vergangener Jahrzehnte wieder anzuknüpfen“, so Robin Haselbach vom Reitsportverein.

In der Gemeinde sowie Bürgermeister Steffen Woitkowitz hatten sie bei ihrem Vorhaben, nach nunmehr 24 Jahren erneut ein Reitturnier auf die Beine zu stellen, begeisterte Befürworter und Unterstützer gefunden. „Aber ohne die wochenlange und selbstlose Hilfe unserer Vereinsmitglieder, der Einwohner und letztendlich der Sponsoren hätten wir das nicht geschafft“, so Mandy Spring dankbar. Der Erfolg und die große Nachfrage sollte den Organisatoren Recht geben, denn am Veranstaltungstag lagen bereits 230 Anmeldungen vor. Neben den Pferdesportlern aus dem Kreis konnte Sozialministerin Birgit Hesse (SPD), die zünftig in einer Kutsche auf den Reitplatz gefahren kam, auch Reiter aus dem ganzen Land, aber auch aus Schleswig-Holstein, begrüßen. Die Ministerin zeigte sich von dieser Veranstaltung begeistert, die „sich nicht hinter etablierten Reitsportturnieren verstecken muss, sondern im Gegenteil, sogar in vielen Dingen professioneller als kommerzielle Veranstaltungen organisiert ist“.

Das sonnige aber auch sehr warme Wetter verlangte am Sonnabend Pferden und Reitern bei diesem ersten Kinder- und Amateur- Reitturnier alles ab. Natürlich galten auch hier die wettkampfsportlichen Regeln und insgesamt neun Wertungen in den Kategorien Dressur und Springreiten. Unter den Zuschauern fanden sich auch Stietener, die bereits zu DDR-Zeiten begeistert alle Reitturniere besucht hatten.

„Ich war regelmäßig dabei und fand es sehr schade, dass diese Tradition damals einschlief“, erinnert sich Renate Herrmann (74) zurück und zeigte sich begeistert davon, „dass man hier praktisch aus dem Nichts heraus wieder so eine tolle Veranstaltung organisiert hat“.

Auch Elke Hacker (75) verfolgte die einzelnen Wettkämpfe begeistert und hofft, dass dieses Turnier das Wiederaufleben der alten Tradition in Groß Stieten bedeutet. Ihre Enkelin Caja Hacker (11) gehört zu dem Nachwuchs, der zum Gelingen dieses Turniers kräftig selbst Hand angelegt hatte. Mit einer Schweigeminute gedachten Teilnehmer und Besucher dem erst kürzlich verstorbenen langjährigen Reiter, Trainer und Wettkampfrichter Harald Pieper, der bereits zu DDR-Zeiten mit den Grundstein für den Pferdesport in Groß Stieten gelegt hatte. Am Ende des Turniertages sah man bei den Organisatoren und vielen Helfern erschöpfte, aber strahlende Gesichter. „Dass dieses Turnier ein solcher Erfolg wird, haben wir zwar gehofft, sind aber vom Ergebnis und der Resonanz bei den mehreren hundert Besucher überwältigt“, so Mandy Spring und meinte abschließend: „Wir danken ausdrücklich allen Helfern und Sponsoren. Für uns als Verein soll dieses heutige Ergebnis der Ansporn für weitere, aber auch noch größere Reitsportturniere in der Zukunft sein.“

Daniel Koch

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