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Retter warnen: So gefährlich ist die Ostsee

Poel/Rerik/Markgrafenheide Retter warnen: So gefährlich ist die Ostsee

Sommer, Sonne, Spaß – so soll der ideale Urlaub aussehen. Dass an den Stränden Mecklenburgs aber auch Gefahren lauern, wissen viele nicht. DLRG-Mitarbeiter klären auf.

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Die gelbe Flagge unter der rot-gelben Flagge sagt es: „Baden und schwimmen ist gefährlich“. Die DLRG-Rettungsschwimmer Antonia Kulla und Noah Grunert haben den Strand in Timmendorf auf Poel daher wachsam im Blick.

Quelle: Foto: Michaela Krohn

Poel/Rerik/Markgrafenheide. Auflandiger Wind der Stärke vier, weiße Schaumkämme sind auf dem Wasser zu sehen, Wellen schlagen geräuschvoll an den Strand. Für die Rettungsschwimmer der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) deutliche Zeichen, um die gelbe Flagge an den Wachturm am Timmendorfer Strand auf Poel zu hängen. Die soll für die Besucher das sichere Zeichen sein: „Hier ist das Baden und Schwimmen gefährlich“. Doch auch andere Gefahren lauern an den Stränden der Mecklenburgischen Küste – und die sollten Badegäste nicht unterschätzen.

Weltmusik zu Gast in Kühlungsborn

Das Trio

Colorful People aus Prag tritt

am kommenden Wochenende

in Kühlungsborn auf. Mit ihrem

Repertoire an Pop, Soul und

Jazz touren Colorful People

durch die ganze Welt.

Termine: 28. Juli und 30. Juli , 19.30 Uhr , Restaurant Vielmeer Hafenterrasse, 29. Juli, 19.30 Uhr, No 2 Die Schuhboutique

Rettungsschwimmer Christian Schäfer ist seit 20 Jahren jeden Sommer auf Poel im Einsatz. Er sagt: „Viele wissen nicht, wie gefährlich die Ostsee oder auch der Strand sein kann.“

Einige Badegäste könnten nicht einmal schwimmen, gehen dennoch ins Wasser. Werden sie dann von einer Welle umgerissen, wird es brenzlich. Die DLRG setze sich daher auch besonders für Schwimmunterricht an Schulen ein. Eine weitere nicht sofort sichtbare Gefahr sind Unterströmungen im Wasser. Wenn große Wellen durch starken Wind zurück ins Meer fließen, entsteht eine Unterströmung.

„Die kann einem auch schon mal die Beine wegziehen“, weiß Schäfer. Ist die Unterströmung besonders stark, können selbst gute Schwimmer Schwierigkeiten bekommen. Strömungen können ebenso an Buhnen auftreten. Buhnen zu betreten, ist verboten. An vielen Stränden in Mecklenburg, von Boltenhagen bis Graal Müritz, sollen die Holzpfähle die Küste vor allzu starken Wellen und Strömungen schützen. Für einige Badegäste jedoch scheinen sie eine verlockende Abwechslung zum Tollen im Wasser zu sein. Dabei können die Buhnen durchaus gefährlich für Schwimmer werden. „Kinder und Erwachsene, die auf ihnen herumturnen, können ausrutschen und sich verletzen“, weiß Rettungsschwimmer Christian Schäfer. Zudem sind oft Seepocken an den Buhnenseiten, an denen sich Menschen schneiden können.

„Mit kleineren Schnittverletzungen haben wir auf Poel am meisten zu tun“, sagt Schäfer. Sonnenstiche und Sonnenbrände behandeln die Retter am Strand ebenso häufig. „Die Strandbesucher unterschätzen auch die Kraft der Sonne“, bestätigt der erfahrene Rettungsschwimmer, der hauptberuflich als Tontechniker am Theater in Hannover arbeitet. Besonders waghalsig gehe es oft in Ostseebädern mit Seebrücken zu. Rettungsschwimmerin Antonia Kulla war auch schon in Rerik im Einsatz. „Es gibt immer mal wieder Leute, die von den Seebrücken springen“, weiß sie. Gefährlich sei dies, weil die Leute dort oft nicht wissen, wie tief das Wasser ist, welche Strömungen es dort gibt. Auch in diesem Jahr kam bereits für einige Badende jede Hilfe zu spät. Die Gründe dafür sind meist ganz verschieden.

Einige unterschätzen ihre Kräfte oder haben gesundheitliche Probleme. Auf keinen Fall sollten Strandgäste in einem extra abgesteckten Wassersportbereich baden gehen. Diese Abschnitte sind mit weiß-schwarz karierten Flaggen markiert. An- und ablegende Segelbote, Wind- und Kitesurfer nutzen diesen Bereich – wie in Timmendorf, Kühlungsborn, Warnemünde oder Markgrafenheide. „Im Gegenzug müssen sich die Wassersportler auch in ihrem Bereich des Strandes aufhalten. Sonst kann es auch mal schnell Ärger mit der Wasserschutzpolizei geben“, weiß Rettungsschwimmer Christian Schäfer.

Einen Tipp hat er zudem noch für Eltern. Die DLRG gibt an ihren Stränden sogenannte Kindersuchbänder aus – jedes mit einer eigenen Nummer. „Die legen wir den Kindern um. Finden die Kleinen ihre Eltern nicht mehr wieder, können wir Kontakt zu ihnen aufnehmen“, sagt Schäfer. Die Bänder gibt es an jedem Turm der Wasserretter.

Kinder lernen Strandfußball

Das Robben-

Camp für Kinder zwischen

sieben und 14 Jahren, angeboten von der Allgemeinen Ortskrankenkasse (AOK), findet vom 24. Juli bis 1. September am AOK-Active- Beach in Warnemünde statt.

Vermittelt werden die Grundzüge des Strandfußballs. Das Trainingscamp findet von Montag bis

Freitag statt. Jeden Tag gibt

es zwei Trainingseinheiten –

von 10 Uhr bis 11.30 Uhr

und von 14 Uhr bis 15.30 Uhr.

Anmeldung: ☎ 0172 / 3 83 56 16

Poel: Station stellt ihre Arbeit vor

Am kommenden Sonntag feiert die Deutsche

Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) in Timmendorf/Poel den bundesweiten

Tag der Seenotretter. Besucher können von 11 bis 17 Uhr die

Rettungsboote „Günther Schöps“ und „Konrad Otto“ besichtigen.

Eine Vorführung der Rettungstechnik ist für 15 Uhr geplant. Zum Programm des Tages

gehören auch eine SAR-Rettungsübung, ein Kuchen-/Waffelbasar, ein Kinder-Flohmarkt und mehr.

Oldtimer fahren nach Boltenhagen

Am

Sonnabend werden am Phantechnikum in Wismar 40 historische Fahrzeuge begrüßt, die zwischen 1930 und 1980 gebaut wurden. Die 30 Automobile und zehn Kräder, unter anderem von den Herstellern Dixi, BMW, Zündapp, MZ, Simson, Porsche und Fiat kommen gegen 10 Uhr an. Zu

sehen ist die Fahrzeugparade

bis etwa 11.30 Uhr. Danach geht die Tour weiter nach Kirchdorf und Boltenhagen.

Michaela Krohn

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