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Nordwestmecklenburg „Ritter, Tod und Teufel“ in Gressow
Lokales Nordwestmecklenburg „Ritter, Tod und Teufel“ in Gressow
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20:19 27.08.2016
Das Ensemble der Rockoper „Ritter, Tod und Teufel“ in der Kirche in Anklam. Quelle: Christine Senkbeil

Die kleine Dorfkirche in Gressow wird zum Schauplatz für die große Reformation. Am 7. September wird dort die Oper „Ritter, Tod und Teufel“ aufgeführt.

„Mich hat die Figur des Thomas Aderpul schon lange interessiert“, sagt Klaus-Jürgen Ramisch vom Landkreis Nordwestmecklenburg. In Fritz Meyer-Scharffenbergs Roman „Der Angstmann“ hatte er von dem Zeitgenossen Luthers gelesen, ein bisschen geforscht und festgestellt, dass genau dieser Reformator große Anteile daran hat, dass sich die riesige Umgestaltungsbewegung vom Klützer Winkel aus über den Norden zog. Ein Opernprojekt, dessen Träger der Landkreis nun ist, bietet die lang ersehnte Gelegenheit, die historische Figur des Aderpul (um 1490-1557) bekannter zu machen – nicht nur in Gressow.

Eine moderne Oper, mal rockig, mal jazzig, rund um Leben und Wirken des Reformators und um die Reformation in Mecklenburg steht kurz vor der Premiere. Die Proben dafür laufen im vorpommerschen Anklam auf Hochtouren. Nicht weniger als 50 Mitwirkende inklusive des Organisten Falk Bornitz und der „Fun Horns“ sowie zweier Chöre sollen auf der Bühne stehen. An sechs Aufführungsorten wird gespielt:

neben Gressow auch in Lübeck, Schönberg, Wismar, Klütz und Ratzeburg – alles auch Originalschauplätze der historischen Handlung. Erzählt wird, wie der Kirchenmann Thomas Aderpul um 1526 aus Lübeck vertrieben in Gressow landet. Er trifft auf den Ritter von Plessen (gespielt von Marcus Melzwig), der sich durch ihn von seiner kirchlichen Schuldenlast zu befreien hofft. Dessen Schwester Elisabeth (Claudia Graue) hat gute Verbindungen zum Bischof von Ratzeburg (Georg Meier) und verrät die beiden. Aderpul (Florian Hacke) landet im Kerker im Schloss Schönberg. Doch Plessen zieht mit seinen Rittern zur Rettung aus.

„Ich hatte noch nie etwas von Thomas Aderpul gehört“, sagt Schauspieler Florian Hacke und fügt lächelnd hinzu: „Und das, obwohl ich aus einem soliden protestantischen Haushalt in Niedersachsen komme.“ Als Gemahlin an seiner Seite: die im Norden auch als Jazzlady bekannte Sängerin Jacqueline Boulanger. Die Frauenrollen sind sozusagen dazugedichtet. „Ein Stück ohne Frauen ist ja wie eine Suppe ohne Salz“, sagt der Rostocker Komponist Wolfgang Schmiedt. Er und seine Kollegen Martin Pollok und Susi Koch haben das Werk nach einer Textvorlage von Janny Fuchs komponiert. Auch Regisseur Wolfgang Bordel aus Anklam hält gerade die Frauenrollen für die treibenden. „In der Geschichtsschreibung wird ja sowieso selten auf die Frauen geschaut“, so Bordel. Für die Jacqueline Boulanger war es wichtig, an eben diesen Rollenbildern mit dem Regisseur zu arbeiten. „Da habe ich die besondere Kraft der Figur begriffen“.

Aufführungen

Die Aufführungen von „Ritter, Tod und Teufel“, jeweils um 19.30 Uhr: am 7. September: Kirche Gressow; 8. September: St. Petri Lübeck; 9. September: Kirche Klütz; 13. September:

St.-Laurentius-Kirche Schönberg (20 Uhr); 15. September: Dom zu Ratzeburg; 18. September: St. Georgen

Wismar. Karten: www.shop.ostsee-

zeitung.de oder ☎ 0381 / 38 30 30 17

Christine Senkbeil

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