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Nordwestmecklenburg „Ritterstrip“ und fliegende Steine beim Mittelalterfest in Bäbelin
Lokales Nordwestmecklenburg „Ritterstrip“ und fliegende Steine beim Mittelalterfest in Bäbelin
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00:00 16.10.2012
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Nordwestmecklenburg

Beim herbstlichen Mittelalterfest auf dem Hof der Familie Burmeister in Bäbelin kamen die Besucher auch von weiter her. Ihnen wurde am Wochenende einiges geboten – vom „Ritterstrip“ über die Freuden des Zuberns bis hin zur großen Steinschleuder. Die schoss die 20 Kilogramm schweren Kugeln um die 160 Meter weit.Katrin Amthor (41) aus Rövershagen staunte: „Das war die Anfahrt wert!“ So ihr Kommentar nach dem Schuss der Bliede. Mit Kindern und Mann gehörte sie zu den Gästen des herbstlichen Mittelalterfestes in Bäbelin. Tochter Johanna (13) war sichtlich begeistert. In der Schule hatte sie gerade einen Vortrag über die Wikinger gehalten, nun konnte sie die modernen Nachfahren der gefürchteten Nordmänner live erleben. „Ich möchte gerne auch so rumlaufen“, so das Mädchen. Der Papa wollte an den lebenden Beispielen gucken, wie die Gewänder richtig und authentisch genäht werden – natürlich ohne Reißverschluss und Druckknopf. Um dann für die Familie zu nähen für das nächste Fest.So fing es bei Familie Schabracker aus Heidelberg auch an. Trotz acht Stunden Anfahrt kamen die Wikingerfans mit Zelt und mittelalterlicher Ausrüstung nach Bäbelin, um erstmals auf der anderen Seite und nicht mehr als Besucher einen Mittelaltermarkt zu erleben. Trotz Kälte: „Es hat sich gelohnt!“, so Jens Schabracker. Viel zu staunen, zu gucken und zu lernen über die spannende Zeit des Mittelalters boten die Akteure, die aus einigen europäischen Ländern nach Bäbelin kamen. So zeigte Tempelritter Berthold von Krukow alias Arzt Dr. Henning Brauer von der Insel Usedom einen „Ritterstrip“. Natürlich moralisch korrekt. Er stand – für mittelalterliche Verhältnisse – quasi nackt vor den Gästen. In Unterhemd und Bruche. So nannte man die mittelalterliche Unterhose mit praktischer Öffnung für den Donnerbalken. Nach und nach kleidete ihn sein Knappe für die Schlacht.Kornelia Damerius (35) aus Wismar war etwas vorlaut mit dem Ruf: „Ausziehen“. Das ließ der Herold Scott McGlencairn alias Thomas Heinrich aus dem Brandenburgischen nicht auf sich beruhen – die Dame musste dem Templer beim Anziehen helfen. Dabei bekam sie das Kettenhemd kaum gehoben. 45 Kilo Rüstung hatte der Templer eine halbe Stunde später auf den Knochen. Kaum vorstellbar, so in die Schlacht auf Leben und Tod zu reiten. „Da bekommt der Begriff Kreuzzüge eine ganz neue Bedeutung“, ließ der Tempelritter die Gäste lachen. Das Schwert wiegt übrigens noch einmal 25 Kilogramm.Noch nicht ganz so schwer ist die Rüstung von Anne Wiegand aus Bernau. Sie kämpft seit zwei Jahren im Rabenbanner. Die 18-Jährige angehende Krankenschwester ist Mittelalterfan, wollte aber nicht als Frau typischerweise im Lager hinterm Kochtopf sitzen. „Ich wollte mit aufs Schlachtfeld“, so ihre Begründung. Fechtlehrer und Kung-Fu-Trainer Mike Wedding (34) aus Bernau nutzte die Zeit für Training mit den Mannen und eben auch mit Anne: „Mit der Parierstange aufziehen und dann schneiden.“ Ein Treffer könnte ungeschützt mit schweren Verletzungen enden. Aber das ist der Unterschied zwischen grausamen Mittelalter und einem Schaukampf der Neuzeit: Alles sieht echt aus, wird aber möglichst so ausgeführt, dass sich eben keiner verletzt.

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