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Nordwestmecklenburg Robben und Seeadler fühlen sich wohl
Lokales Nordwestmecklenburg Robben und Seeadler fühlen sich wohl
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20:34 10.01.2018
Ein Seeadler im Flug. Die Population der Vögel wächst – 99 Brutpaare wurden 2016 in der Region gesichtet. Quelle: Foto: Mario Müller

Entspannt genießt eine Kegelrobbe die kostbaren Sonnenstrahlen auf einem Stein vor der Vogelschutzinsel Langenwerder – ein Anblick, der zum Nachmachen verleitet.

Bestände der Tiere im Kreis entwickeln sich gut. Sichtungen auch im Winter.

Zwar werden die Tiere entlang der Küste Nordwestmecklenburgs im Winter seltener gesichtet, dennoch ist dieses Bild nicht ungewöhnlich. „Die Kegelrobben halten sich bei uns das ganze Jahr über auf“, bestätigt der Wismarbucht-Ranger Jürgen Weigel.

Sichtungen von Kegelrobben und Seehunden bei seinen Kontrollfahrten von Boltenhagen bis Rerik meldet er an das Landesamt für Umwelt, Naturschutz und Geologie (Lung) in Güstrow. Denn in der Region um Greifswald und Rügen hatten Forscher im vergangenen Jahr ein extremes Robbensterben beobachtet Im Gebiet der Wismarbucht gab es allerdings keine Todfunde. Nur zwei tote Schweinswale seien gefunden worden, einer davon bei Hohen Wieschendorf.

22 Robben auf einem Fleck

„Hier ist der Bestand an Robben konstant geblieben“, sagt er. 22 Tiere auf einem Fleck war die höchste Konzentration an Robben, die er 2017 dokumentiert hat. 2016 sah Weigel einmal 16 Tiere an einem Ort. Besonders häufig sind die Robben auf der Sandbank Lieps nordwestlich von Wismar und fünf Kilometer westlich der Insel Poel zu sehen. Dort ist es dem Bucht-Ranger vor allem wichtig, dass Wassersportler genügend Abstand halten, um die Tiere nicht zu stören. „Bei uns lebt nicht die Masse an Tieren, aber wir wissen, dass sie sich hier ganzjährig aufhalten“, erklärt Weigel. Die Fischer seien darüber nicht erfreut.

Population der Seeadler wächst

Fisch steht auch bei einem anderen Tier, das immer häufiger in der Region gesichtet wird, ganz oben auf dem Speiseplan: dem Seeadler. 99 Brutpaare haben der Regionalkoordinator für Seeadler Peter Hauff und Landeskoordinator Mario Müller für Westmecklenburg gezählt: Tendenz: steigend.

Im Jahr 2016 waren es noch 92 und im Jahr davor 87 Paare. „Diese Entwicklung ist positiv und freut mich natürlich sehr“, sagt der Landeskoordinator für Seeadler Mario Müller, der in der Projektgruppe Großvogelschutz ebenfalls am Lung aktiv ist.

Vor allem das gute Nahrungsangebot und günstige Brutmöglichkeiten in den ausgedehnten Wäldern fördern das Wachstum der Seeadler-Population. „Im Winter sind die Vögel vor allem in der Nähe von flachen und Boddengewässern zu sehen“, erklärt Mario Müller. Dort nämlich jagen sie kleinere Wasservögel.

Tod durch bleihaltige Munition

Der Seeadler ist zudem auch ein Aasfresser und freut sich über die Innereien, die Jäger vom frisch geschossenen Wild im Wald zurücklassen. „Das Problem dabei ist allerdings, dass hierzulande noch mit bleihaltiger Munition geschossen werden darf – und die ist lebensgefährlich für die Seeadler“, betont Müller. Denn die Vögel haben eine starke Magensäure, die das Blei, das sich in den Wild-Innereien befinden kann, zersetzt. Die Folge: Die Vögel sterben einen qualvollen Tod. „Das Blei wirkt bei ihnen wie ein Nervengift und ist die

häufigste Todesursache bei Seeadlern in Mecklenburg-Vorpommern.“ Dazu hat Mario Müller auch schon einen Brief an das Schweriner Umweltministerium aufgesetzt.

Dennoch fühlen sich die Greifvögel auch in Westmecklenburg wohl und brüten inzwischen sogar auf einzelnen Bäumen oder Sträuchern, die nicht so sehr geschützt sind wie die Horste in den größeren Waldstücken.

Positive Entwicklung

99 Seeadler-Brutpaare wurden 2016 in der Region Westmecklenburg gezählt.

Von Boltenhagen bis Poel bauen die Greifvögel vor allem in ruhigen Wäldern ihre Horste. Dort und in den flachen Boddengewässern finden sie genügend Futter. Kritisch sehen Tierschützer die Verwendung von bleihaltiger Munition, die die Vögel im Aas mitfressen und dann daran verenden können.

Auch der Bestand von Seehunden und Kegelrobben ist konstant gut. Im vergangenen Jahr gab es bei diesen Tieren keine Todfunde.

Michaela Krohn

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