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Nordwestmecklenburg Rock und Jazz auf der Baustelle
Lokales Nordwestmecklenburg Rock und Jazz auf der Baustelle
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00:00 21.10.2012
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Nordwestmecklenburg

Klütz – Weich swingt das Saxophon von Andreas Pasternack, dezent aber nachdrücklich begleitet von Christian Ahnsehls Gitarrenspiel. Schon nach den ersten Tönen von „Route 66“ hatten die beiden Musiker das Publikum im frisch verputzten Kellergewölbe von Schloss Bothmer am Freitagabend für sich gewonnen. Da wippten die Füße, schnippten die Finger der gut 100 Besucher. Die Musiker boten ein populäres Programm, das von Klassikern der Swingmusik wie „I’ve got you under my skin“ über frühe Rock’n’Roll-Titel, zum Beispiel „See you later Alligator“, bis zu „Ich war noch niemals in New York“ von Udo Jürgens und zum Niederdeutschen Volkslied „Dat du mien Levsten bist“ reichte. Eingestreute Jazznummern wie „Take five“, „My funny Valentine“ und „Sweet Georgia Brown“ vervollständigten das bunte Kaleidoskop. Ein Höhepunkt war „Confirmation“ von Charlie Parker. Da zeigte Andreas Pasternack, dass er zu den ganz Großen im Jazz gehört – und das nicht nur in Mecklenburg. Es gab Riesenbeifall. Der 47-Jährige ist aber nicht nur ein hervorragender Saxophonist, sondern auch ein veritabler Sänger. Den Sinatra-Hit „New York, New York“ – ein Publikumswunsch – nur von der Gitarre begleitet zu bringen, muss man sich erstmal trauen. Pasternack meisterte es. „Mein Ziel ist, den Menschen Freude zu bringen, das ist der Sinn der Musik“, sagte Andreas Pasternack nach dem Konzert. Und wenn ihm das gelinge, würde er auch Kritik in Kauf nehmen. Vereinzelte kritische Worte hatte er in der Pause durchaus zu hören bekommen. Das lag aber weniger an den Musikern als vielmehr an der Flagge, unter der der Abend im Bothmerschen Kellergewölbe segelte. Angekündigt war ein Jazzkonzert, geboten wurde ein buntes Allerlei. Das sorgte jedoch für eine Stimmung, die nicht besser hätte sein können. Wozu auch die Moderation von Andreas Pasternack beitrug. Wenn er zum Beispiel erklärte „Es ist eine alte Musikerregel: In Nordwestmecklenburg leben die Spanier des Landes“, oder wenn er anführte „Christian Ahnsehl hat Politik, Philosophie und Geschichte studiert – wenn Sie also Fragen zur Euro-Krise haben…“ hatte er die Lacher auf seiner Seite.„Es ist einfach spitze“, lobte Elke Paetow aus Alt Jassewitz, „ganz großartig. Er hat eine tolle Stimme. Ich muss an mich halten, damit ich nicht zu tanzen anfange.“ Dazu war im Kellergewölbe zwar kaum Platz, bei „Let’s twist again“ zeigten einige Besucher aber, dass sie es noch drauf haben. Auch Erika Godemann aus Wismar war hingerissen. „Ich habe Andreas Pasternack schon einmal im Klanghaus Ilow erlebt und finde es toll, wie zwei Musiker so einen Klang in eine Baustelle bringen können“, erklärte die ehemalige Pressesprecherin des Landkreises. Denn eine Baustelle ist das Kellergewölbe nach wie vor. Davon zeugte nicht nur die Bautreppe, über die die Besucher in den Keller gelangten, sondern auch die Kabelenden, die an mehreren Stellen aus dem Boden ragten, sowie die behelfsmäßige Beleuchtung durch Bauscheinwerfer. „Darum gebührt Steffen Siefert, dem Projektleiter der Bauarbeiten, großer Dank, dass wir dieses Konzert hier machen dürfen“, sagte Heike Kramer, Leiterin des Dezernats staatliche Schlösser und Gärten im Betrieb Bau und Liegenschafen des Landes Mecklenburg-Vorpommern. Ein weiteres Dankeschön ging an Kastellanin Wiebke Schöne für die Organisation und eines ans Technische Hilfswerk, das für die Beleuchtung an den Wegen sorgte.„Es war ein sympathischer Auftakt vor der Eröffnung 2014“, urteilte Peter Ellenberg aus Grundshagen. Er bedauerte allerdings, dass es wohl nicht allzu viele Konzerte im Kellergewölbe geben wird. Denn dort wird einmal der Eintritt ins Schloss mit Kasse und Garderobe sein.

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