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Nordwestmecklenburg Ruf nach mehr Polizei zieht weite Kreise
Lokales Nordwestmecklenburg Ruf nach mehr Polizei zieht weite Kreise
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20:33 15.09.2017
Ein Einbrecher hebelt mit einem Brecheisen eine Tür im Keller eines Wohnhauses auf (nachgestellte Szene). Quelle: Foto: Silas Stein/dps

Für mehr Polizeipräsenz im Schönberger Land haben sich Politiker in der Gemeinde Lüdersdorf am Donnerstagabend über Fraktionsgrenzen hinweg ausgesprochen. Bürgermeister Erhard Huzel (CDU) kündigte an, er werde mit seinen Amtskollegen in Selmsdorf, Schönberg und Dassow sprechen. Huzel betonte: „Das Interesse der Bürger ist uns wichtig.“

„„Ich denke, man sollte sich mit Schönberg, Dassow, Selmsdorf in Verbindung setzen, damit man gemeinsam etwas erreicht.“ Sigrid Sandmann (Die Linke), Gemeindevertreterin in Lüdersdorf

Den Anstoß zur Debatte gab die Wählergemeinschaft „Bürger für Lüdersdorf“ (BFL). Sie fordert, wie berichtet, dass die Polizei eine ständig besetzte Station in der Gemeinde Lüdersdorf einrichtet. Einen entsprechenden Antrag solle der Bürgermeister an die zuständigen Behörden richten. Am Donnerstagabend bekräftigte Bernhard Strutz (BFL): „Wir wollen, dass hier mal etwas passiert.“ Es koste kein Geld, „so etwas anzuschieben“.

Redner aus anderen Fraktionen suchten nach einer Lösung des Problems über die Grenzen der Gemeinde Lüdersdorf hinaus. Hans-Peter Schulz (SPD) sagte, es sei richtig von der BFL, das Thema Polizeipräsenz anzusprechen, aber: „Wir können es besser als Willensbekundung machen, dass Schönberg eine 24-Stunden-Präsenz bekommt. Alles andere ist für mich Kirchturmdenken, das letztlich niemandem hilft.“ Der Antrag der BFL sei nicht realistisch. Er sei unproduktiv. Auch Petra Zacharias (SPD) sprach sich dafür aus, Kräfte zu bündeln. Vielleicht sei es im Interesse aller effizienter, die Station in Schönberg auszubauen und rund um die Uhr zu besetzen. Bernhard Strutz wandte ein: „Die Gemeinde Lüdersdorf hat mehr Einwohner als die Stadt Schönberg und hier ist das Konfliktpotenzial durch die Nähe zu Lübeck größer.“

Die BFL begründete ihren kurzfristig veränderten Antrag am Donnerstagabend mit dem stetigen Wachstum der Gemeinde Lüdersdorf sowie unter anderem einem „fehlenden Kräfteausgleich bei steigenden versuchten und ausgeführten Wohnungseinbrüchen, Diebstählen von Fahrzeugen und Vandalismusschäden sowie durch schlechte Aufklärungsquoten.“

Wie berichtet, teilte die Polizeiinspektion Wismar auf Anfrage der OZ mit, eine Zunahme von gemeldeten Wohnungseinbrüchen oder Diebstählen von Fahrzeugen sei nicht erkennbar. Die Zahlen für das erste Halbjahr 2017 liegen in der Gemeinde Lüdersdorf nach Auskunft der Polizei im unteren einstelligen Bereich und sind mit dem Vorjahreszeitraum auf gleichem Niveau. Die Gemeinde werde keinesfalls von der Polizei vernachlässigt. In der Kommune sei der Streifendienst auch ohne aktuellen Anlass unterwegs.

Dirk Naujok (CDU) regte eine differenzierte Betrachtung an. Er wies darauf hin, dass die Polizeistatistik für Nordwestmecklenburg einen deutlichen Rückgang der Einbrüche und Autodiebstähle von 2015 auf 2016 ausweist, und: „Wenn Sie keine Polizei sehen, bedeutet das nicht, dass keine Polizei in der Nähe ist.“ Der Wunsch nach Sicherheit sei gut. Für den Antrag der BFL gelte jedoch: „Es ist nicht zielführend, so vorzugehen.“

Uwe Harder (Wählergemeinschaft Ländlicher Raum, Umwelt und Landwirtschaft) sagte, er finde das Streben nach mehr Polizei vor Ort gut. Zusammen mit anderen Gemeinden im Schönberger Land solle versucht werden, dieses Ziel zu erreichen. Harder bat die BFL darum, ihren Antrag zurückzustellen. Bernhard Strutz erklärte sich damit einverstanden, dass das Thema zunächst im Hauptausschuss genauer besprochen wird, denn: „Wir wollen hier jetzt nichts übers Knie brechen mit aller Gewalt.“

Jürgen Lenz

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