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Nordwestmecklenburg Runde Sache: Urlaub im Holzfass
Lokales Nordwestmecklenburg Runde Sache: Urlaub im Holzfass
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13:09 12.01.2018
50 Schlaffässer sollen in der Weißen Wiek in Boltenhagen aufgebaut werden. Quelle: 12.18. Investment Management Gmbh
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Boltenhagen

Die Unterkunft soll ein „einzigartiges Urlaubserlebnis in der wunderschönen Ostsee-Natur Boltenhagens bieten“, wie die Investorengruppe aus Düsseldorf mitteilt. Der geschäftsführende Gesellschafter Kai Richter glaubt an ein erfolgreiches Konzept für das Ostseebad. „Seit 2016 bieten wir bereits am Biggesee im Sauerland die Übernachtung im Schlaffass an und verzeichnen hier eine enorme Nachfrage. Daher sind wir überzeugt, dass unsere geplante ,Holzfass-Lodge’ eine echte Bereicherung für das touristische Angebot in Boltenhagen sein und auch hier viele Urlauber begeistern wird“, sagt er.

Eigentümer der Weißen Wiek will in Boltenhagen ein innovatives Projekt umsetzen.

Am Dienstagabend hat Boltenhagens Bauausschuss grünes Licht gegeben. Die Mehrheit stimmte für das Projekt. „Es gab kleinere Diskussionen“, berichtet Wolfgang Kupsch, zweiter stellvertretender Vorsitzender des Fachgremiums. Grundsätzlich sei die Idee aber positiv angekommen. „Es ist ein belebendes, ungewöhnliches Konzept, das meiner Meinung nach eher für Gäste zwischen 15 und 25 Jahren infrage kommt“, meint Kupsch. Das sieht auch der Ausschussvorsitzende Michael Steigmann so. Die Investoren haben keine bestimmte Zielgruppe im Blick. Bei der Vorstellung im Bauausschuss sei die Rede von einem „hybriden Gast“ gewesen, der mit der Frau Wellness im Vier-Sterne-Hotel macht, aber mit den Kumpels rustikaler unterkommen möchte. Doch Steigmann glaubt, dass die junge Generation die Klientel des Fasshotels wird. „Das Dorfhotel zieht Familien an, das Iberotel ältere Gäste. Nun soll eine Lücke geschlossen werden.“ Angedacht ist ein saisonales Angebot von April bis Oktober. Die Fässer aus unbehandeltem Kiefernholz sind mit 4,30 Meter Länge und einem Durchmesser von etwas mehr als 2,27 Meter geplant. Zur Ausstattung gehört ein 2 mal 2 Meter großes Doppelbett. Zudem verfügt jedes Schlaffass sowohl über Strom als auch über eine Infrarot-Deckenheizung. Auch ein ausziehbarer Tisch soll im Fass Platz finden. Vor den hölzernen Unterkünften sind kleine Terrassen angedacht.

Die Übernachtungspreise werden laut Investor zwischen 50 bis 70 Euro pro Fass betragen. Dafür werde ein „einzigartiger Urlaub mit Lagerfeuerromantik unter dem Sternenhimmel“ geboten, heißt es in der Beschreibung der 12.18. Investment Management GmbH. Der Eröffnungstermin hänge von der Dauer des Genehmigungsverfahrens ab. Das Projekt sei binnen drei Monaten realisierbar, teilt 12.18.-Sprecherin Larissa Lauth mit. Betrieben werden soll das Fasshotel von der Tui AG.

Das im Jahr 2008 eröffnete Ferienresort Weiße Wiek befindet sich auf einer Halbinsel am Ortsrand von Boltenhagen und besteht aus zwei Hotels mit zusammen 382 Zimmern und einem Fünf-Sterne-Yachthafen mit 350 Liegeplätzen. Die Anlage ist insgesamt rund 118000 Quadratmeter groß. Nach dem Kauf des Resorts hatte der Eigentümer angekündigt, weitere Ferienwohnungen auf dem Gelände errichten zu wollen. Da der Bebauungsplan im Jahr 2010 jedoch durch das Oberverwaltungsgericht für unwirksam erklärt worden war, ist die Umsetzung aktuell in der Schwebe. Insofern ist Boltenhagens Bürgermeister Christian Schmiedeberg vom nun vorgestellten Konzept angetan. „Das hört sich gut an und wäre eine gute Alternative.“ Er sieht darin auch die Möglichkeit, die Marina attraktiver zu machen. Segler könnten künftig das Angebot nutzen und nach Festmachen im Ostseebad in den speziellen runden Holzhäusern übernachten.

Das Konzept der Schlaffässer ist im Klützer Winkel derweil nicht ganz neu. Der Campingplatz in Niendorf an der Wohlenberger Wiek bietet die runden Unterkünfte bereits seit knapp drei Jahren an. Zwölf Stück stehen auf dem Gelände. „Und sie werden sehr gut angenommen“, berichtet Sabine Ehrlich, Betreiberin des Campingplatzes. Neben langfristigen Buchungen gebe es auch Radfahrer, die auf ihren Touren spontan in den Fässern übernachten.

 Daniel Heidmann

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