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Nordwestmecklenburg SV Blau-Weiß Grevesmühlen vor großem Umbruch
Lokales Nordwestmecklenburg SV Blau-Weiß Grevesmühlen vor großem Umbruch
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10:34 17.04.2019
Wird sich nicht mehr zur Wahl stellen: Doreen Schnoor (47), Vorsitzende des Sportvereins Blau-Weiß Grevesmühlen. Mit ihr hören fünf Vorstandsmitglieder auf. Quelle: JANA FRANKE
Grevesmühlen

Mit einem dann doch etwas sorgenvollen Blick schaut Doreen Schnoor auf den 25. Juni – der Tag, an dem der Sportverein Blau-Weiß Grevesmühlen vor einem großen Umbruch steht. Gleich fünf Frauen und Männer aus dem Vorstand treten nicht mehr zur Wahl an, einschließlich der Vorsitzenden Doreen Schnoor.

Die 47-Jährige begründet ihre Entscheidung mit ihrem Beruf. „Mein Arbeitgeber hat immer großes Verständnis für mein ehrenamtliches Engagement gezeigt. Aber ich habe im vergangenen halben Jahr gemerkt, dass ich an meine Grenzen stoße, beides unter einen Hut zu bekommen“, erklärt sie.

Im Verein leitet sie neben ihrer Tätigkeit als Vorsitzende zudem drei Gruppen: Fun Dance für Anfänger und Fortgeschrittene sowie Step Aerobic. Außerdem agiert sie in zwei weiteren Gruppen als Co-Trainerin: Gerätturnen und LaGym.

„Ich bin meiner Rolle als Vorsitzende im Sinne des Vereins nicht mehr zu 100 Prozent gerecht geworden, konnte ihn nicht mehr so vertreten, wie ich es mir für einen Verein wünsche und musste mich schweren Herzens entscheiden: Vorstandsarbeit oder meine Sportgruppen“, resümiert sie. „Beides zusammen funktioniert auf Dauer nicht.“ Letztlich entschied sie sich für ihre Gruppen, vorrangig Kinder. Bekanntgeben hat sie dem Verein ihre Entscheidung im Februar – und Verständnis erfahren.

Auch Stellvertreterin scheidet aus

Nicht mehr zur Wahl stellen wollen sich auch Edith Schröder als zweite Stellvertreterin und die drei Beisitzer Katja Herzberg, Franz Hoffmann und Dirk Schnoor. Die beiden Letztgenannten geben ebenso berufliche Gründe an, Katja Herzberg will sich als frischgebackene Mama erst einmal ihrer Familie widmen.

Edith Schröder war 18 Jahre im Vorstand des mittlerweile 850 Mitglieder zählenden Vereins. „Mit 70 Jahren möchte ich nun kürzertreten“, erläutert die Rentnerin aus Grieben, die eine Senioren-Sportgruppe leitet. Sie habe keinen Führerschein und sich immer von ihrem Mann fahren lassen. Daher habe sie eigentlich schon vor vier Jahren zurücktreten wollen, aber mit Doreen Schnoor als damalige neue Vorsitzende wollte sie diese als erste Stellvertreterin noch eine Wahlperiode lang unterstützen. Doreen Schnoor hat seinerzeit Dirk Möller abgelöst, der sich nicht mehr zur Wahl als Vorsitzender stellte.

Mindestens vier Vorstandsmitglieder schreibt die Vereinssatzung vor. Drei Männer haben bereits signalisiert, ab Juni weiter im Vorstand arbeiten zu wollen: der derzeitige zweite Stellvertreter Christoph Uhle, Beisitzer Daniel Voigt und Florian Möller, der im Juni vergangenen Jahres die Aufgaben von Schatzmeisterin Silvia Thieß übernommen hatte. „Fehlt uns ein viertes Mitglied, haben wir ein großes Problem“, verdeutlicht Doreen Schnoor.

Suche nach Nachfolgern läuft

Die Leiter der insgesamt zwölf Abteilungen des Vereins waren schon seit geraumer Zeit angehalten, in ihren eigenen Reihen potenzielle Nachfolger für die scheidenden Vorstandsmitglieder zu werben. Interesse zeigte bisher niemand. „Aber ich gebe die Hoffnung nicht auf und bin noch guter Dinge“, schaut Doreen Schnoor positiv auf die kommenden Wochen.

Was muss ein Vorstandsmitglied alles mitbringen? „Sie oder er soll etwas bewegen wollen und Konflikten nicht aus dem Weg gehen, der Fels in der Brandung sein“, zählt Doreen Schnoor auf. Die Arbeit als Vorsitzende habe ihr immer Spaß gemacht. „Ich hatte stets Unterstützung von der Geschäftsstelle und den Abteilungsleitern“, bedankt sie sich. Der schönste Lohn für ihre Arbeit sei immer das zufriedene und stolze Lächeln der Kinder gewesen, die sie auf vom Verein organisierten Veranstaltungen und Wettkämpfen erlebte.

Jana Franke

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