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Nordwestmecklenburg Sagenhafter Spuk
Lokales Nordwestmecklenburg Sagenhafter Spuk
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20:36 17.08.2017
Hermann Tretow – der Autor der Kastahn-Chronik in der Mitte.

Hermann Tretow – der Autor der Kastahner Chronik „Ehe die Spuren verweh’n“ – weiß einiges an Spukhaftem in seinem Buch zu berichten: „Am Upahler Weg an der Dorfscheide steht alltäglich in der Gespensterstunde ein schwarzer Sarg, der von einem schwarzen Hund mit ,spillbargen Tähnen’ (Zähnen aus Mispeln) bewacht wird. Meine Großmutter und mein Onkel wollen den Spuk um 1910 noch gesehen haben. Auf dem Heimweg von Upahl sind sie immer einen weiten Umweg gegangen. Wenn ich in meiner Jugend diesen Weg benutzte, näherte ich mich zur Mitternachtsstunde nur mit Schaudern dieser Stelle und habe nach Passieren des unheimlichen Ortes immer eine scharfe Gangart angeschlagen. Ich glaube nicht an Spuk, und doch habe ich die Scheu nie überwunden.

Von schwarzen Särgen und Irrlichtern.

Am Diedrichshäger Weg zum Kirchdorf steht auf halbem Weg, noch auf Kastahner Gebiet, ein Zwillingsbaum ,dei Lähn’, eine Hainulme, das Feld dabei ist in einer Karte von 1794 ebenfalls mit ,bi de Lähn’

bezeichnet. Ob Ackerbreite oder Baum früher die Bezeichnung hatten, weiß ich nicht. Auf jeden Fall sitzen hier in der Spukstunde Kartenspieler bei ihrem Laster, und wer immer den Weg zu dieser Zeit passiert, muss mitspielen – so habe ich es gelernt. Wenn wir unsere Verwandten am Abend besuchten, haben wir immer vor oder nach der Geisterstunde den Heimweg angetreten, damit wir nicht bis in alle Ewigkeit zum Mitspielen verdammt würden.

An fast der gleichen Stelle überquerte bis zur Verlegung der elektrischen Lichtleitung 1913 ein Irrlicht den Weg; es kam aus einem Sumpf aus der etwas 300 m entfernten Höhe und ging dann am Bach 200 m weiter unter . . .“

(Auszug aus „Ehe die Spuren verweh’n – Eine Chronik von Kastahn, Autor Hermann Tretow, Nordwestmedia Verlag, 1996) mei

Ehe die Spuren verweh’n

Kastahn. Hermann Tretow hat eine Chronik über Nordwestmecklenburg, insbesondere sein Heimatdorf Kastahn, geschrieben. Es wurde im Jahr 1996 im Grevesmühlener Nordwest Media-Verlag von dem damals bereits 76 Jahre alten Autor veröffentlicht. Das Buch heißt „Ehe die Spuren verweh’n – Eine Chronik von Kastahn“. Es ging mit einer Auflage von 500 Exemplaren in den Druck. „Bisher haben wir es noch nicht wieder aufgelegt“, so NWM–Verlagschef Ulf-Peter Schwarz. Obwohl es interessante geschichtliche Fakten und Geschichten enthält, ist so ein Buch meist nur für jene interessant, die einen Bezug zu Kastahn haben, sagt Schwarz. Kastahns Dorfältester Hans Groth besitzt ein Exemplar – das er nicht aus den Händen gibt.

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