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Nordwestmecklenburg Sammelbörse und Tafel vor dem Aus
Lokales Nordwestmecklenburg Sammelbörse und Tafel vor dem Aus
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18:10 06.01.2018
Wismar/Bad Kleinen

Ab Mitte Januar geht es beim Arbeitslosenverband Bad Kleinen um die Existenz von Tafel und Sammelbörse. Anfang Dezember erhielt der Verein die Nachricht, dass laufende Maßnahmen für „Arbeitsgelegenheiten“ (AGH) – sogenannten Ein-Euro-Jobs – vom Jobcenter nicht weiter gefördert werden. „Das betrifft bei uns acht Langzeitarbeitslose“, sagt Vorstandsmitglied Joachim Wölm, Bürgermeister von Bad Kleinen. „Wenn die aktuelle Förderung im Januar wegfällt, werden wir Sammelbörse und Tafel nicht länger in gewohntem Umfang betreiben können.“

Der Grund: Dem Arbeitslosenverband fehlen dann Arbeitskräfte. „Besonders solche, die unseren kleinen Lkw fahren können“, sagt Joachim Wölm. Schließlich müssen die Lebensmittelhändler und Supermärkte angefahren werden, um die Waren abzuholen. Anschließend müssen sie für die Tafel sortiert und den Menschen mit geringem Einkommen zugeteilt werden. Die Tafel des Arbeitslosenverbandes Bad Kleinen versorgt 80 Familien. Das sind etwa 200 Menschen. „Wenn wir die Waren nicht mehr abholen können, müssten wir die Tafel aufgeben, worunter die Schwächsten am stärksten leiden würden“, macht der 64-Jährige das Dilemma deutlich.

Das Gleiche gilt im Prinzip für Kleidung und Möbel für die Sammelbörse. Wenn auch nicht mit so dramatischen Auswirkungen.

Aufgeben kommt für Joachim Wölm aber nicht in Frage.

Bei der Mitgliederversammlung im Januar sollen Maßnahmen erarbeitet werden, die dem Verein helfen, auch in seinem 20. Jahr zu überleben.

„Ein Problem ist, dass wir von der Bundesregierung eine Summe X bekommen, mit der wir alles finanzieren müssen“, sagt Peter Dumonti vom Jobcenter. Die Fixkosten des Jobcenters, zum Beispiel Gehälter der Mitarbeiter, und Eingliederungsleistungen der Kunden müssten aus diesem einen Topf bezahlt werden. „Erschwerend kommt hinzu, dass wir noch immer mit einer vorläufigen Haushaltsführung klarkommen müssen“, sagt Peter Dumonti.

Sylvia Kartheuser

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