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Nordwestmecklenburg Schätze in der Grevesmühlener Malzfabrik
Lokales Nordwestmecklenburg Schätze in der Grevesmühlener Malzfabrik
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15:52 13.04.2019
Nicole Hollatz aus Wismar, r., Kursleiterin des Erwachsenenkurses „Digitale Fotografie“ der Medienwerkstatt Wismar im Filmbüro MV, mit den Kursteilnehmern: Gerda Eick (v.l.), Torsten Schimkus, Klaus Kaufhold-Belwe, Petra Kolm, Katharina Belwe. Hier beim Aufbauen der Ausstellung des Fotokurses „Kirchenschätze Nordwestmecklenburg“ in der Grevesmühlener Malzfabrik. Vernissage ist am 15. April. Quelle: Annett Meinke
Grevesmühlen

„Lost Places“ – Verlorene Plätze –, hieß die erste Ausstellung, die der Fotokurs der Wismarer Fotografin und Journalistin Nicole Hollatz in der Grevesmühlener Malzfabrik im vergangenen Jahr veranstaltete. Damals ging es um Plätze, Ecken, Gebäude in Nordwestmecklenburg, die verlassen sind. Ein bisschen ähnlich ergeht es den Bauwerken, denen sich die Kursteilnehmer nun im Rahmen ihrer neuen Ausstellung „Kirchenschätze Nordwestmecklenburg“ widmen. „Viele Dorfkirchen sind in einem maroden Zustand“, erzählte Kursleiterin Hollatz, während sie und ihre Kursteilnehmer die Ausstellung im Kreistagssaal der Malzfabrik aufbauten.

Schätze einerseits, andererseits auch ein bisschen verloren, – vielleicht hängen geblieben in einem Zwischenzustand –, so könnte man die Situation vieler Dorfkirchen im Landkreis beschreiben.

Gottesdienste werden, wenn überhaupt, nur noch zu Feiertagen besucht. Nur noch wenige glauben im Kontext von Bibel und reiner, christlicher Lehre, – auch wenn viele, so wie Kursleiterin Hollatz von sich sagen: „Schon an irgendetwas glauben.“

Noch stehen sie in der Malzfabrik: Die Fotos des Kurses „Digitale Fotografie“ der Medienwerkstatt Wismar im Filmbüro MV. Impressionen von der Vorbereitung der Ausstellung, die am 15. April in der Grevesmühlener Malzfabrik eröffnet wird. Quelle: Annett Meinke

Dort, wo Kirchen Glück haben, hat sich die Kultur bereits das Sakrale erschlossen – zumindest dort, wo es Vereine gibt, die sich um Erhalt und die regelmäßige Nutzung der Kirchen kümmern.

Trotz der ambivalenten Situation, sagen Hollatz und ihre „Schüler“, – zehn sind in dem Kurs, der zur Medienwerkstatt Wismar im Filmbüro MV gehört, acht, plus die Kursleiterin haben Fotos für diese Ausstellung beigesteuert –: „Gehört es zu dem Schönsten, was es gibt, in Kirchen zu fotografieren. Diese Ruhe und Ausstrahlung, die diese Bauwerke besitzen. Man wird selbst ganz ruhig dabei.“

Man spürt, trotz aller Verlassenheit, immer noch die Bedeutung der Dorfkirchen. In denen Menschen, oft viele Jahrhunderte über, ihre wichtigsten Lebensereignisse zelebrierten: Nicht nur ihren Gottesglauben, auch Geburten, Hochzeiten, Tod.

Fotografiert haben die Hobby-Fotografen und Kursleiterin Hollatz immer am Montag, in der Zeit von 18 bis 20 Uhr. Im Bild festgehalten, ganz und im Detail, wurden Kirchen aus Bäbelin, Dorf Mecklenburg, Neukloster, Kirchdorf, Groß Tessin, Neuburg, Proseken, Hohenkirchen, Passee, Zurow und Dreveskirchen.

Zu hören war auch ein großes Lob vonseiten der Kursleiterin: Ihre Schüler seien längst keine mehr, sondern, was das Fotografische angeht, auf Augenhöhe. Es ginge jetzt viel mehr um den Austausch, das sich Besprechen, das Auswählen der besten Bilder.

Die Ausstellung wird am Montag, 15. April, im Kreistagssaal der Malzfabrik, um 16 Uhr durch den Kreistagspräsidenten des Landkreises Nordwestmecklenburg, Klaus Becker, eröffnet.

Besichtigt werden können die Bilder der Ausstellung „Kirchenschätze Nordwestmecklenburg“ in der Grevesmühlener Malzfabrik bis zum 21. Juni jeweils montags und mittwochs in der zeit von 8 bis 17 Uhr, dienstags und donnerstags von 8 bis 18 Uhr sowie freitags von 8 bis 14 Uhr. Der Eintritt ist frei.

Rege Diskussion um die Fotos : Der Fotokurs „Digitale Fotografie“ der Medienwerkstatt Wismar im Filmbüro Wismar beim Vorbereiten der Ausstellung „Kirchenschätze Nordwestmecklenburg“ in der Grevesmühlener Malzfabrik. Den Kurs leitet Nicole Hollatz (grüner Pullover) aus Wismar. Quelle: Annett Meinke

Annett Meinke

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