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Nordwestmecklenburg Schlechte Noten für Brücken
Lokales Nordwestmecklenburg Schlechte Noten für Brücken
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21:04 12.08.2016

Die Stadt Klütz benötigt unbedingt Fördermittel um eine Brücke über den Tarnewitzer Bach bei Tarnewitzerhagen zu erneuern. Sie ist eines von zwei Brückenbauwerken im Gebiet der Kommune, die eine Benotung von 3,8 erhalten haben – die Verkehrssicherheit ist also erheblich gefährdet. Für beide Brücken rechnet die Stadt mit Sanierungs- und Baukosten von mindestens 100000 Euro.

Eigentlich ist die Verbindung zwischen Tarnewitzerhagen und Oberhof nur eine untergeordnete Straße. Sie wird aber stark von landwirtschaftlichen Fahrzeugen genutzt. Daher ist bei der bewerteten Brücke eine hohe Tragfähigkeit vonnöten. Die müsste aber aufgrund der baulichen Mängel auf maximal neun Tonnen begrenzt werden. Außerdem müsste die erlaubte Höchstgeschwindigkeit von 100 auf 30 Stundenkilometer herabgestuft und eine Vorrangregelung für den Gegenverkehr getroffen werden.

Vor allem bisher fehlende oder nicht wirksame Einrichtungen wie Geländer, Leitplanken oder Schrammborde sowie starker Bewuchs und einige Schäden sorgen für die schlechte Beurteilung. Zumindest in Teilen muss die Brücke neu gebaut werden. Varianten zum Ausbau oder zur Verbesserung der Verkehrssicherheit würden zwischen 29000 und 75000 Euro kosten.

Lediglich eine von den drei vorgeschlagenen Varianten wurde vom Bauausschuss befürwortet, da bei ihr keine Lastbeschränkungen notwendig würden. Bei der Variante würde der bisherige Durchfluss des Tarnewitzer Baches mit einem Wellstahlprofil verrohrt, das die komplette tragende Wirkung übernehmen würde. Im Zuge dieser Maßnahme könnte die Fahrbahn auch von 4,50 Meter auf 5,50 Meter verbreitert werden. Dann könnten sich auch weiterhin Fahrzeuge auf der Brücke begegnen.

Die Bauausschussmitglieder sehen es als dringend an, die Planungen für die Brücke voranzutreiben. „Wir sollten bald Entscheidungen treffen. Vor allem die Beteiligung im Vorfeld kann lange dauern“, sagte Bauausschussmitglied Tom Zimmer mit Blick auf Natur- und Artenschutz. Die eigentliche Bauzeit würde nur bei etwa sechs Wochen liegen. Im Hauptausschuss wurde am 1. August bereits über die Varianten zur Verbesserung der Brücke gesprochen. Sie werden auch in der nächsten Stadtvertretersitzung am 22. August thematisiert. Dann kann die Amtsverwaltung mit der Suche nach Fördermitteln beauftragt werden.

Das gilt auch für eine wesentlich weniger genutzte Brücke von der Klützer Rudolf-Breitscheid-Straße zu den Torfmoorwiesen. „Das Bauwerk macht für mich den Eindruck eines Provisoriums. Tragfähig ist das Ding momentan noch, aber es besteht eigentlich nur aus zwei Stahlträgern mit einer Platte darüber“, sagte der Mitarbeiter des Ingenieurbüros, das die Bauvarianten für die maroden Brücken ausgearbeitet hatte. „Es gibt keine Schutzeinrichtungen wie geeignete Geländer oder Schrammborde für Radfahrer“, erklärte er. Mindestens 26000 Euro müsste die Stadt investieren, um die Brücke verkehrssicher herzurichten.

Allerdings wird diese Brücke fast ausschließlich durch den Zweckverband Grevesmühlen genutzt, wurde im Klützer Bauausschuss angemerkt. Die Mitglieder einigten sich darauf, die kostengünstigste Variante einzuplanen, um die Verkehrssicherheit herzustellen. Dann wäre die Brücke maximal mit 2,5 Tonnen belastbar. Dem Zweckverband soll diese Entscheidung dann mitgeteilt werden. Dann könne er sich gegebenenfalls noch an den Kosten für eine andere Ausbauvariante beteiligen.

 Malte Behnk

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