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Schnelle Hilfe im Katastrophenfall

Schwerin/Grevesmühlen Schnelle Hilfe im Katastrophenfall

Grevesmühlener Chefarzt Dirk Killermann leitet Großübung / DRK-Kreisverband leistet Unterstützung.

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Retter helfen einem Jungen mit aufgemalter Wunde nach einem simulierten Unfall aus dem Zug.

Quelle: Fotos: Maik Freitag

Schwerin/Grevesmühlen. Mecklenburg-Vorpommern ist für Großeinsätze nach Verkehrsunfällen, Terroranschlägen oder witterungsbedingten Kapriolen bestens gerüstet. Das zeigte gestern eine Übung der im Jahre 2013 ins Leben gerufenen Medical Task Force (MTF), die gleichzeitig in Schwerin, Neustrelitz und Mukran durchgeführt wurde. Dabei griff in Schwerin auch der Kreisverband Nordwestmecklenburg des Deutschen Rotes Kreuzes (DRK) ein. Der DRK-Landesverband ist zudem verantwortlich für die Medical Task Force.

LN-Bild

Grevesmühlener Chefarzt Dirk Killermann leitet Großübung / DRK-Kreisverband leistet Unterstützung.

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Das Szenario: Ein Triebwagen war auf dem Schweriner Güterbahnhof gestern Mittag nicht zum Stehen gekommen und prallte gegen einen die Bahnstrecke beendenden Bock. Während 50 Menschen mit dem Schrecken davon kamen, wurden weitere 50 schwer- oder leichtverletzt. Für die rund 300 Einsatzkräfte unter der Führung des Grevesmühlener Krankenhaus-Chefarztes und Abteilungsführers Dirk Killermann hieß das geordnet die Verletzten zu versorgen. Die Feuerwehr hatte zuvor bereits alles dafür getan, dass die Helfer des DRK ungehindert an die Personen herankamen. Anschließend wurden die Verletzten sowohl in Notzelte am Güterbahnhof als auch in ein simuliertes medizinisches Sammellager auf dem Parkplatz des Schweriner Finanzamtes gebracht.

„Die Medical Task Force greift erst dann ein, wenn es sich um wirklich große Katastrophen handelt und die örtlichen Rettungsdienste überfordert sind“, sagte der Referent des MTF MV, Matthias Schubert. Der 44-Jährige gab den vielen interessierten Beobachtern einen Einblick in die Situation und erklärte die Vorgänge. „Die MTF besteht zwar seit drei Jahren, aber so eine Übung haben wir noch nie gemacht und es gilt, die ersten Eindrücke zu gewinnen und anschließend auszuwerten", sagte der Schweriner. Das sah auch der Vorstandsvorsitzende des Deutschen Roten Kreuzes Nordwestmecklenburg, Ekkehard Giewald, so: „Die Übung dient dazu, Prozesse im Notfall zu erkennen, zu verbessern und wichtige Stellschrauben für die Zukunft zu ziehen.“ Gleichzeitig sei das federführende DRK allerdings schon bestens auf solche Ereignisse vorbereitet. „Zum Beispiel beim Sandsturm auf der A19 war das DRK auch vor Ort. Und es gab keine Probleme“, sagte Ekkehard Giewald. Doch es gäbe viele verschiedene Szenarien, die durchgespielt und geübt werden müssen, um gut vorbereitet zu sein. „Die Gefahr ist heutzutage auch aufgrund der jüngsten Terroranschläge deutlich größer geworden. Auch darauf wollen wir vorbereitet sein“, erläuterte Referent Matthias Schubert. Bis zum Jahre 2020 solle die Medical Task Force, die gestern an allen drei Standorten mit insgesamt etwa 1000 Helfern operierte, in der nötigen Größe agieren. Bis dahin müssen noch etwa 25 der benötigten 40 Ärzte und mehr als 800 weitere ehrenamtliche Helfer gefunden werden. „Wir wollen in vier Jahren pro Standort etwa 600 Einsatzkräfte und insgesamt 40 Ärzte vorhalten können. Das ist ein großes, aber realistisches Ziel“, sagte Matthias Schubert, der es für eine gute Entwicklung ansah, von der Beschlusslage 2007 bis zur Gründung 2013 wenig Zeit für eine derartig große Aufgabe verstrichen haben zu lassen. „Wenn man bedenkt, wie viele Helfer dabei gleichzeitig agieren, ist das eine sehr kurze Zeit. Da der Bund und das Land bei diesen Aufgaben helfen, haben wir gute Voraussetzungen die MTF auszubauen“, sagte Schubert.

Etwa drei Stunden nach der Alarmierung können die MTF vor Ort sein können. „Drei Stunden hört sich viel an, aber die lokalen Rettungskräfte sind immer zuerst vor Ort. Dann kommt die MTF, nachdem alle 600 Leute alarmiert worden sind und hilft“, erklärte Ekkehard Giewald. Eingesetzt wurde die MTF bereits beim Sandsturm in Bützow, bei der Bombenentschärfung in Rostock und oder in der Flüchtlingshilfe.

Maik Freitag

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