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Nordwestmecklenburg Schönberg bereitet Betrieben den Boden
Lokales Nordwestmecklenburg Schönberg bereitet Betrieben den Boden
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22:10 02.03.2018
Schönberg

Die Schönberger Stadtvertreter haben am Donnerstagabend die Weichen dafür gestellt, dass sich im Gewerbegebiet Sabower Höhe weitere Betriebe ansiedeln können. Um zusätzliche Baugrundstücke bereitzustellen, sprachen sie sich einstimmig dafür aus, dass das landeseigene Entwicklungsunternehmen LEG alle möglichen öffentlichen Zuschüsse für den Abriss einer leerstehenden Schweinestallanlage und für archäologische Voruntersuchungen beantragt. Ebenfalls einig sind sich die Stadtvertreter in dem Wunsch, eine Starkstromleitung umverlegen zu lassen, die über einen geplanten Erweiterungsbereich des Gewerbegebietes führt. Das Ziel: Potenziellen Investoren sollen auch große, unzerschnittene Grundstücke angeboten werden können. Diese Idee entstand vor zwei Jahren durch die unverbindliche Anfrage der Schwartauer Werke nach einer zusammenhängenden mehr als zehn Hektar großen Fläche in Schönberg. Am Ende sagte der Marmeladenhersteller ab.

Die Nachfrage nach Land im Gewerbegebiet Sabower Höhe ist bereits seit zehn Jahren verhalten. 2006 kaufte zum bisher letzten Mal ein größeres produzierendes Unternehmen ein Grundstück: der Sprühkopfhersteller Lindal. Dagegen war der Bau einer 47000 Quadratmeter großen Lagerhalle durch das Unternehmen Goodman im Jahr 2008 nur ein erheblicher Landverkauf, brachte im Verhältnis dazu jedoch kaum Arbeitsplätze.

Weiteres Bauland wird aktuell angeboten. Mit einem Unternehmen werde zurzeit verhandelt, hieß es am Donnerstagabend. Bürgermeister Lutz Götze (SPD-Fraktion) sprach, ohne konkreter zu werden, von einem „Interessenten, der ein Stück in der Größe von rund sechs Hektar erwerben möchte.“ Götze stellte „ein erstes Vor-Ort-Treffen mit Vertretern der LEG und des Interessenten“ in Aussicht. Für Nachfragen war der Schönberger Bürgermeister gestern nicht zu erreichen.

„Wir wollen den Rückbau der Dührsen-Anlage forcieren.“ Das sagte am Donnerstag der LEG-Mitarbeiter Carsten Lenschow vor den Schönberger Stadtvertretern. Er meinte den geplanten Abriss der Schweinemastanlage zwischen dem jetzigen Rand des Gewerbegebietes und der Rottensdorfer Straße. Dort will die Stadt weiteres Land für Betriebe bereitstellen. Laut einer Schätzung sollen sich die Gesamtkosten für den Abriss auf rund 1,4 Millionen Euro belaufen. Ein erklärtes Ziel ist, das Abrissprojekt zu forcieren, um ein deutliches Zeichen zu setzen: Hier steht bald Bauland für Betriebe zur Verfügung. Zudem könnte die Stadt so ein Risiko verringern, das sie mit dem Kauf des verwahrlosten Areals eingegangen ist. Jetzt hat sie die Verkehrssicherungspflicht und nicht Vorbesitzer Dührsen.

Für andere Grundstücke sind archäologische Voruntersuchungen geplant. Wie berichtet, wurden Bodendenkmalpfleger bereits mehrmals auf Bauland des Gewerbegebietes fündig. Allein bei Voruntersuchung auf dem Grundstück der Goodman-Lagerhalle stießen sie auf mehr als 600 Relikte aus der Zeit um 100 bis 200 vor Christus.

Jürgen Lenz

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