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Nordwestmecklenburg Schönberg feiert Kulturerbe auch ohne Anerkennung
Lokales Nordwestmecklenburg Schönberg feiert Kulturerbe auch ohne Anerkennung
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21:30 06.11.2017
Rotspon aus Lübeck trinken (v. l.): der Schönberger Christian Arndt, Stefan Pagel als Martensmann, Schönbergs Bürgermeister Lutz Götze, Landrätin Kerstin Weiss und der Bürgermeister der Partnerstadt Ratzeburg, Rainer Voß. FOTOS JÜRGEN LENZ

Gleiche Prozedur wie im letzten Jahr? Gleiche Prozedur wie in jedem Jahr! Schönberg feiert wieder ein kulturelles Erbe, das bis ins Jahr 1520 zurückreicht:

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Rotspon aus Lübeck trinken (v. l.): der Schönberger Christian Arndt, Stefan Pagel als Martensmann, Schönbergs Bürgermeister Lutz Götze, Landrätin Kerstin Weiss und der Bürgermeister der Partnerstadt Ratzeburg, Rainer Voß. FOTOS JÜRGEN LENZ

das Martensmannfest. „Es ist so wie jedes Jahr“, bestätigt Stadtmitarbeiter Matthias Aurich. Er organisiert die Feier für kommenden Sonnabend, den 11. November – völlig unabhängig von der Entscheidung eines Komitees, den Martensmannbrauch nicht in das deutsche Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes aufzunehmen.

„Die Bürger warten jedes Jahr darauf, dass der Martensmann kommt“, sagt der Schönberger Bürgemeister Lutz Götze (SPD-Fraktion). Er sprach sich vor zwei Jahren neben Vertretern des Schweriner Bildungsministeriums und des Landkreises Nordwestmecklenburg dafür aus, einen Antrag aus Rehna zu befürworten. Auch die Klosterstadt ist seit vielen Jahren Station einer Reise, die der Martensmann in Lübeck als Bote der Hansestadt beginnt und die traditionsgemäß in Schwerin endet. Doch dem Wunsch auf Aufnahme des Brauches als immaterielles Kulturerbe widersetzte sich das vom Vorstand der deutschen Unesco-Kommission berufene „Expertenkomitee Immaterielles Kulturerbe“ mit Vertretern der Organisation der Vereinten Nationen für Bildung, Wissenschaft und Kultur, des Auswärtigen Amtes, der Länder, der kommunalen Spitzenverbände, des Bundes Heimat und Umwelt und des Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien. In ihrer Ablehnung schreiben sie: „Die Wiederentdeckung des Martensmannbrauches nach der deutschen Vereinigung wird jedoch vor allem als Initiative von staatlichen Stellen präsentiert.“ Damit bezieht sich das Komitee auf ihr Kriterium: „Eine möglichst weitreichende Beteiligung von Gemeinschaften, Gruppen und Einzelpersonen, die dieses Erbe schaffen, pflegen und weitergeben, muss gewährleistet werden und nachweisbar sein.“

„Es ist schade, dass der Martensmann die Würdigung als immaterielles Kulturerbe nicht erfahren hat“, findet Matthias Aurich, der das Fest in Schönberg seit 2009 auf die Beine stellt. Sein Eindruck:

„Der Martensmann ist im Bewusstsein der Leute hier inzwischen fest verankert.“ Der Brauch habe einen hohen Stellenwert. Auch diesmal beginnt er in Schönberg um 12.30 Uhr mit einem Festumzug, der am Kinoplatz in Begleitung des Fanfarenzugs Lüdersdorf startet und am Kirchplatz endet, wo bereits um 12 Uhr ein Markt mit Speisen und Getränken öffnet. Die Feuerwehr reicht Erbseneintopf, die Stadtjugendpflege Kinderpunsch und Hotdogs. Ebenfalls im Angebot: Süßspeisen, Schmuck, Bücher und Holzarbeiten. „Es besteht die Möglichkeit, bei der Kirchgemeinde Kaffee zu trinken“, kündigt Matthias Aurich an. Kinder könnten auf einem Pony reiten. Gegen 12.45 Uhr erreicht der Martensmann den Kirchplatz. Danach schenken Helfer des Lübecker Boten Rotwein aus der Hansestadt aus. Um 14 Uhr beginnt ein Unterhaltungsprogramm mit der Musikgruppe „Reuters Fritzen“ und der „Lübecker Freibeuermukke“.

Jürgen Lenz

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