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Nordwestmecklenburg Schönberg feiert seine Vielfalt
Lokales Nordwestmecklenburg Schönberg feiert seine Vielfalt
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20:45 29.06.2017

Efrem Fesshaye ist einer von 4557 Schönbergern. „Wir haben hier gute Kontakte. Es sind nette Menschen“, sagt der 34-Jährige, der seit August 2016 mit seiner Familie in Schönberg wohnt. Er floh aus Eritrea, einem autoritär regierten Staat, in dem die Menschenrechte massiv verletzt werden. Morgen steht Efrem Fesshaye an einem Stand, um den Besuchern des Stadtfestes eritreischen Kaffee zu reichen. Er macht mit bei einem Fest der Vielfalt, das von 12 bis 18 Uhr Teil des Stadtfestes sein wird. Es steht unter dem Motto: „Die Stadt Schönberg zeigt Rassismus und Ausgrenzung die Rote Karte.“

Vier Schönberger (v. l.): Sohn Nahier Efrem, Vater Efrem Fesshaye, Tochter Namiet und Mutter Yordanos Sebhatu. Quelle: Foto: Jürgen Lenz

195 mal Wurzeln im Ausland

169 Frauen, Männer und Kinder mit ausländischer Staatsangehörigkeit sind in Schönberg mit Haupt- oder Nebenwohnung gemeldet. Das teilte das Amt Schönberger Land auf Anfrage mit.

26 Menschen, die aus einem anderen Land zugezogen sind, wohnen in einem der sieben Ortsteile, die zur Stadt gehören.

Syrer bilden die Mehrheit der 45 Flüchtlinge, die in Schönberg leben. Auf Platz zwei: aus Eritrea Geflüchtete. Sie stellen die größte Gruppe von Menschen aus einem afrikanischen Staat, die es in sichere Häfen in Europa geschafft haben. Efrem Fesshaye riskierte dafür sein Leben. Er floh mit einem Boot über das Mittelmeer nach Italien. Seit Dezember 2015 lebt der Christ in Deutschland. Später folgten seine Frau Yordanos Sebhatu und der heute fünf Jahre alte Sohn Nahier Efrem. Töchterchen Namiet kam in der neuen Heimat zur Welt. Sie ist jetzt sechs Monate alt. Ihr Vater absolviert zurzeit einen Sprachkurs. Um sich weiter eine berufliche Zukunft aufzubauen, will er nach dem Abschluss des Kurses eine Ausbildung beginnen. Efrem Fesshaye kann sich vorstellen, später als Altenpfleger zu arbeiten. Nebenbei bestellt die Familie in Schönberg einen Gemüsegarten.

An eine Wohnung in der Stadt kamen Efrem Fesshaye und seine Familie mit Unterstützung des Vereins „Bleib Mensch“. Er unterstützt geflüchtete Menschen in Schönberg, Grevesmühlen, dem Klützer Winkel und umliegenden Gebieten. Wie berichtet, erhielt er für sein besonderes Engagement unlängst einen mit 3000 Euro dotierten katholischen Preis gegen Fremdenfeindlichkeit und Rassismus. Efrem Fesshaye war bei der Preisverleihung in Berlin dabei.

Ulla Hardt vom Verein „Bleib Mensch“erledigt auch einen Mini-Job beim Deutschen Roten Kreuz, sucht Patenschaften für Flüchtlinge. Sie erklärt: „Wenn der Kontakt zu Einheimischen da ist, wird vieles einfacher, aber auch für einen selbst ist es eine Bereicherung, weil es interessant ist.“ Interessenten könnten sich beim DRK in Grevesmühlen melden – und morgen auf dem Stadtfest in Schönberg am Stand von „Bleib Mensch“.

Bürgermeister Lutz Götze (SPD-Fraktion) begrüßt es, dass Schönberg Gastgeber eines „Festes der Vielfalt“ mit vielen Informationen und Aktionen ist. Er sagt: „Ich finde es auch gut, weil wir in Schönberg Einwohner aus vielen Ländern und mit unterschiedlichem Glauben haben, die sich gut integrieren. Man sieht sie überall in der Stadt. Wir sind bunt.“

Jürgen Lenz

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