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Nordwestmecklenburg Schönberg kauft altes Haus an der Amtsstraße
Lokales Nordwestmecklenburg Schönberg kauft altes Haus an der Amtsstraße
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22:16 11.09.2013
Das Haus Amtsstraße 8 (rechts) in Schönberg steht neben dem Kinderhaus „Am Oberteich“ und einer Grundschule. Bisher dient das 74 Jahre alte Anwesen als Pfadfinderheim. Quelle: Foto: Jürgen Lenz

Eine Obdachlosenunterkunft in direkter Nachbarschaft einer Kindertagesstätte, einer städtischen Grundschule und der Evangelischen Inklusiven Schule „An der Maurine“? Das haben Stadtvertreter in Schönberg in Beratungen unter Ausschluss der Öffentlichkeit entschieden abgelehnt. Die Amtsverwaltung Schönberger Land und Mitglieder des Amtsausschusses hatten in Erwägung gezogen, das 74 Jahre alte Haus Amtsstraße 8 zu kaufen und zu sanieren, um es danach als Übergangswohnheim zu nutzen. „Wir konnten den Amtsausschuss überzeugen, es nicht so zu machen“, sagt Felix Oeser (Wählergruppe „Schönberg mit Verantwortung“). Die Kommunalpolitiker aus dem Amt haben sich auf einen Kompromiss geeinigt: Schönberg kauft das Haus und lässt dort den Jugendklub und die Bücherei einziehen, die bisher in einer Baracke neben dem Amtsgebäude in der Dassower Straße untergebracht sind. Dadurch erhält das Amt die Möglichkeit seine Baracke abzureißen, um Platz für den Bau einer Obdachlosenunterkunft zu machen.

Endgültig beschlossen ist der Bau noch nicht, teilte gestern Amtsvorsteher Frank Lenschow (parteilos) auf Anfrage mit. Er sagt: „Es soll jetzt eine grobe Planung mit Kostenschätzung gemacht werden.“ Das Amt suche seit Jahren nach einer guten, langfristigen Unterkunft für Menschen, die von Obdachlosigkeit bedroht sind. Es sei auch eine Frage des Umfelds und der verfügbaren Grundstücke.

Derzeit gehe es um acht oder neun Betroffene. Wo sind sie jetzt untergebracht? „Es sind zum Teil Wohnungen angemietet“, antwortet Frank Lenschow. Über den denkbaren Bau eines Übergangswohnheims in der Dassower Straße werde sich der Amtsausschuss aller Voraussicht nach in seiner nächsten Sitzung unterhalten.

Den Kauf der bundeseigenen Amtsstraße 8 hat die Stadtvertretung in nicht öffentlicher Sitzung beschlossen. Das bestätigt Bürgermeister Michael Heinze (Linke). Er ist nach Gesprächen mit der Entwicklungsgesellschaft EGS zuversichtlich, dass Schönberg 75 Prozent der förderfähigen Sanierungskosten aus Städtebaufördermitteln finanzieren kann. Heinze sagt: „Es besteht Handlungsbedarf

— auch weil die Baracke energetisch eine Katastrophe ist.“ Er treffe sich in Kürze mit den Leiterinnen des Jugendklubs und der Bücherei zu einer Besichtigung der Amtsstraße 8. Auch hoffe er auf eine Lösung für die Pfadfinder, die das Haus bisher nutzen.

Jürgen Lenz

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