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Nordwestmecklenburg Schönberger Schützen helfen Familien
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20:25 18.10.2013
Mitglieder des Schützenvereins Schönberg packen Pakete für die Lidahilfe — zum ersten Mal. 42 Kartons haben sie gefüllt. Quelle: Oldörp

Kaffee, Nudeln, Speiseöl und vieles mehr liegen auf zwei Tischen bei den Schützen in Schönberg. Dahinter stehen sieben Frauen und ein Mann. Sie schauen auf Listen, packen alles in Kartons. Die Frauen sind Mitglieder des Schönberger Schützenvereins und packen die Pakete für die Lidahilfe — zum ersten Mal. Die Sendungen gehen nach Weißrussland, von Grevesmühlen aus fährt ein Hilfstransport nach Lida.

„Anderen Leuten zu helfen, die es dringend brauchen, ist doch eine tolle Sache“, sagt Doreen Plescher. „Zumal wir ja im Überfluss leben.“ Sie und andere Schützen haben auf ihren Dachböden und in Schränke geschaut, um Familien im weißrussischen Lida glücklich zu machen. „Es sind neu gekaufte Sachen dabei, wie Spielsachen, aber auch Klamotten und Stoffe“, so Plescher. Um die vielen Pakete zu füllen, waren die Schützen auch in verschiedenen Lebensmittelläden und einem Drogeriemarkt in Schönberg. Salz, Zucker, Mehl, Nudeln, Rosinen, Sonnenblumenöl, Kaffee, Schokolade und vieles mehr kommen ebenfalls in die Kartons. „Das sind Standardpakete. Was man nicht einpacken darf, sind Fleisch- und Milchprodukte“, sagt Edeltraud Samper. Sie hatte die Idee für die Lidahilfe.

„Wir helfen seit Jahren als Familie. Als ich jetzt im Verein gefragt habe, war die Resonanz groß. Alle waren begeistert und haben gesagt: Ja, das machen wir“, strahlt Samper.“ 42 Pakete haben die Schützenbrüder und -schwestern bislang gepackt. „Jedes Paket ist so um die 25 Euro wert“, sagt Samper. Zusammen haben die Schützern Spenden für rund 1050 Euro gesammelt. Sampers schicken seit zwölf Jahren Pakete an eine Familie in Lida. „Die haben ein querschnittsgelähmtes Kind und Zwillinge. Und sie haben gefragt, ob wir ihnen helfen können.“ Edeltraut Samper konnte. Sie half mit Windeln, die in Weißrussland genauso teuer sind wie in Deutschland. „Ich würde auch gerne mal dorthin fahren“, sagt Samper, „denn ich möchte wissen, wie die Leute dort leben.“ Ekkehard Giewald vom Deutschen Roten Kreuz weiß das. Nach Angaben des Vorsitzenden des DRK, der zum Vorstand der Lidahilfe gehört, wird vor allem Bekleidung gebraucht, medizinische Hilfsmittel wie Rollatoren, Rollstühle, Brillen, Verbands- und Hygieneartikel sowie Lebensmittel. „Die Lebensmittelpreise sind so hoch wie in Deutschland — allerdings bei Durchschnittsverdiensten von rund 200 Euro“, sagt Giewald.

Verteilt würden die Spenden aus Nordwestmecklenburg unter anderem über den örtlichen Behindertenverband, das städtische Sozialamt, aber auch Kindereinrichtungen und eine Poliklinik. Am 25. Oktober ist es wieder soweit. Dann machen sich freiwillige Helfer mit Transportern auf den knapp 1 200 Kilometer langen Weg gen Osten — in die Stadt Lida.

Weißrussland
Das Durchschnittsgehalt in Weißrussland liegt derzeit bei etwa 200 Euro. Das gilt für Lehrer ebenso wie für Fabrikarbeiter. Die Lebensmittelpreise sind in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen und liegen in etwa auf dem deutschen Niveau.

Steffen Oldörp

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