Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Nordwestmecklenburg Schönberger Schützen stellen sich den neuen Anforderungen
Lokales Nordwestmecklenburg Schönberger Schützen stellen sich den neuen Anforderungen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
18:15 22.10.2016

Schönberg Die Grevesmühlener Schützenzunft hat im vergangenen Jahr auf einen König und auf eine Königin verzichtet, weil das Amt mit erheblichen Auflagen verbunden ist.

Inzwischen gibt es wieder ein Königspaar, aber die Pflichten, wie zum Beispiel Pflichtbesuche bei anderen Vereinen, wurden deutlich reduziert. Im Gespräch mit den Lübecker Nachrichten spricht der Kapitän der Schönberger Schützenzunft, Horst Ketzler, über Tradition bei den Schützen, über den zeitlichen und finanziellen Aufwand als Schützenkönig und darüber, ob er sich eine Änderung der Satzung wie in Grevesmühlen auch beim Schützenverein in Schönberg vorstellen kann.

Herr Ketzler, in Grevesmühlen haben die Schützen die traditionellen Pflichten gelockert. So wurden die Pflichtbesuche für den König zum Beispiel deutlich reduziert. Können Sie sich so etwas bei der Schönberger Schützenzunft auch vorstellen?

Horst Ketzler: Ja, so etwas kann ich mir bei uns im Verein auch vorstellen. Denn dadurch, dass man die Pflichten des Königspaars einschränkt, kann man versuchen, den Anreiz bei Mitgliedern zu erhöhen, doch wieder um die Königsehre zu schießen.

Gibt es angesichts des sinkenden Interesses die Überlegung im Verein, wie in Grevesmühlen, die Pflichten für das Königspaar zu reduzieren?

Ketzler: Nein. Diesbezüglich ist bei uns noch nichts geplant.

Tradition wird ja in Schützenvereinen oft groß geschrieben. Inwieweit hat sich der Schönberger Schützenverein in den vergangenen Jahren für Neues geöffnet?

Ketzler: Wir haben unsere Satzung geändert. Bei uns dürfen jetzt auch Frauen beim Königsschuss mitmachen. Unsere Schützenzunft hat in diesem Jahr wieder eine Königin, die den Verein bei anderen Schützenvereinen vertritt. Das ist schon zum zweiten Mal innerhalb von drei Jahren der Fall.

Sie waren selbst schon Schützenkönig. Was bedeutet es, ein Jahr lang die Schützenbrüder und -schwestern des eigenen Vereins zu repräsentieren?

Ketzler: Im Sommer geht man zu den Schützenfesten noch mit Freude hin. Im Winter kommen dann die Königsbälle. Das ist natürlich sehr zeitintensiv bei 15 befreundeten Schützenvereinen. Hinzu kommt die finanzielle Seite, die nicht ohne ist. Der Eintritt bei Königsbällen kann schon mal bis zu 25 Euro kosten. Dann nehme ich natürlich meine Frau mit. Und Getränke sind nicht gerade günstig.

Also da kommt schon eine ganze Menge Geld zusammen. Ein Problem ist, dass viele bei uns im Verein schon mal König waren. Einige wenige machen das sogar ein zweites Mal, aber dann sagt man sich: Nun reicht es.

Wie schwer ist es für den Schönberger Schützenverein, Vereinsmitglieder für den Königsschuss zu begeistern?

Ketzler: In den vergangenen vier Jahren hatten wir keine Probleme, einen König oder eine Königin zu finden. Aber es ist schon so, dass sich die Anzahl der Mitglieder beim Königsschuss in Grenzen hält. Ich glaube, bei einigen ist das Interesse einfach nicht da. Ein weiterer Grund ist sicher, dass einige Mitglieder wenig Lust haben, im Sommer zur Schießanlage zu kommen. Dabei brauchen sie nicht einmal schießen, nur ihre Anwesenheit und Hilfe bei der Gestaltung des Tages wären schön.

Gibt es eine finanzielle Unterstützung vom Schützenverein für den König beziehungsweise für die Königin?

Ketzler: Ja, das Königsgeld richtet sich nach der Mitgliederstärke des Vereins. Je mehr Mitglieder, desto höher ist es. Bei uns im Verein sind es zwischen 600 und 700 Euro. Wenn der König also gut wirtschaftet, kann er damit seinen Königsball finanzieren.

Interview von Steffen Oldörp

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Brigantine und Dampfschiff: Schiffsmodellbauer Rainer Däbritz aus Tarnewitz hat neue Objekte gebaut.

22.10.2016

Vorverkauf für Honky Tonk Festival am 12. November in Wismar.

22.10.2016

Haufen mit Ästen, Blättern, Moos, vergammeltem Obst, Mist und Gras verunzieren das südwestliche Ufer des Oberteichs in Schönberg. Darüber ärgern sich immer wieder Einwohner der Stadt.

22.10.2016
Anzeige