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Nordwestmecklenburg Schönheitskur für Turmschaft der Roggenstorfer Dorfkirche
Lokales Nordwestmecklenburg Schönheitskur für Turmschaft der Roggenstorfer Dorfkirche
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19:16 30.08.2016
Lernt sein Handwerk als Maurer im 2. Lehrjahr: Eric Lingner. Der 16-Jährige passt einen neuen Stein ein. Fotos (3): Karl-Ernst Schmidt

Vom Ruhepol Dorfkirche inmitten des beschaulichen Roggenstorfs werden dieser Tage oft Signale geschäftigen Treibens ausgesandt. Eine Mauernutfräse kreischt und verursacht zugleich eine nicht unbeträchtliche Staubentwicklung. Der Turmschaft des Gotteshauses wird einer Teilsanierung unterzogen. Von drei Seiten präsentiert er sich jetzt eingerüstet.

Größte Schäden im Mauerwerk werden behoben / 100000 Euro stehen für die Baumaßnahme zur Verfügung / Stiftung und EU geben Geld dazu.

Seit Ende Juli sind Arbeiter der Wismarer Firma Bau Union dabei, das Bauwerk wieder in Schuss zu bringen. Das zuständige Ingenieurbüro grenzt ein: Es ginge um die am schlimmsten angegriffenen Bereiche, dabei müsse behutsam umgegangen werden, vieles sei auch noch gut. Der achteckige Helm ist von der Sanierung des insgesamt gut 27 Meter hohen Turmes ausgenommen.

Das Mauerwerk wird saniert, Fensterpfeiler und -bögen, auch die Putzflächen an den Blindfenstern. „Neue Putzflächen kommen noch hinzu“, erklärt Polier Lars Ohlerich. Der 37-Jährige verdeutlicht auch wo: „Die Ansichtsflächen der Fensterpfeiler und auch die Ansichtsflächen am halben zurückgesetzten Stein.“ Ein Konzept der Denkmalpflege sähe das so vor.

Die Westseite des Turmes sei sehr angegriffen, ein Großteil des Fugengerüstes ausgewaschen, viele Steine verwittert, beschreibt Lars Ohlerich den Zustand. Einige Steine seien auch schon herausgebrochen oder drohen es zu tun, verweist er auf die Gefahr, die von herabstürzenden Steinen ausgeht. Der Meister des Maurerhandwerks weiß, wovon er spricht, hat er doch wie viele seiner Kollegen Erfahrung mit der Kirchensanierung. Sie haben viele Jahre auch an der Wismarer Sankt-Georgen-Kirche mitgewirkt. Das kommt jetzt nicht zuletzt auch Eric Lingner zugute. Der 16-jährige Auszubildende ist in Roggenstorf nämlich mit von der Partie und bekommt viele Tipps von den gestandenen Kollegen, geht es um Ausbau und Ersatz verwitterter Steine sowie die Fugen.

„Für die Baumaßnahme stehen insgesamt 100000 Euro zur Verfügung“, erklärt Christian Meyer, Pressesprecher und Beauftragter für Öffentlichkeitsarbeit beim Evangelisch-Lutherischen Kirchenkreis Mecklenburg. Die Summe speise sich aus Eigenmitteln der Kirchengemeinde und aus Patronatsmitteln sowie einer Förderung in Höhe von 15000 Euro von der Stiftung Dorfkirchen in Not und 25000

Euro Fördergeld der öffentlichen Hand. Sie stammen aus dem ELER-Programm (Europäischer Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raumes). Ein Ende der Sanierungsarbeiten inklusive Abrechnung und Dokumentation muss bis Ende Oktober erfolgt sein. Aktuell sind erst einmal keine weiteren Bauabschnitte geplant.

In der Kirchengemeinde Sankt Johannes Roggenstorf freuen sich die Menschen, dass am Gotteshaus saniert wird. Pastorin Monika Prien erzählt von letzten Arbeiten an den Fenstern in den 1990er Jahren.

„Wir sind froh, dass endlich Geld lockergemacht worden ist“, sagt sie und wertet es als Hoffnungsschimmer für den Erhalt der Kirchenbauten. Die Gemeinde selbst habe lange Zeit daraufhin gespart.

Hilda Luckmann aus Alt Greschendorf gehört auch der Kirchengemeinde an. Die 75-Jährige sagt: „Es ist wichtig, dass die Kirche in Ordnung ist, sie sich einladend präsentieren kann.“ Das auch nicht zuletzt mit Blick auf die 2017 geplanten Feierlichkeiten zum 200. Geburtstag von Luise Reuter.

Blick in die Geschichte

Die Dorfkirche in Roggenstorf gehört zur Kirchengemeinde Sankt Johannes Roggenstorf und wird in mehreren Publikationen als schlichter Backsteinbau beschrieben. Ihre Entstehungsgeschichte wird im 14. Jahrhundert angesiedelt, etwa zwischen den Jahren 1318 und 1335.

Der quadratische Westturm soll demnach im 15. Jahrhundert entstanden sein. Das Gelände um den Kirchberg ist eingefasst von einer Feldsteinmauer. Auch der Chor der Kirche ist auf einem Feldsteinsockel gegründet.

Der mecklenburgische Dichter Fritz Reuter hat 1851 in der Roggenstorfer Kirche die Pastorentochter Luise Kunze geheiratet.

Cornelia Roxin

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