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Schon 12000 Wachstunden für die DLRG

Boltenhagen Schon 12000 Wachstunden für die DLRG

Rettungsschwimmer sorgen für Sicherheit am Strand / Gemeinsame Übungen festigen Verhältnis zur Feuerwehr.

Vom Turm der Hauptwache aus hat Timo Jacobeit (23) aus Brandenburg einen großen Teil von Boltenhagens Strand im Blick.

Quelle: Fotos: M. Behnk

Boltenhagen. Die Rettungsschwimmer der DLRG am Strand von Boltenhagen können schon eine positive Bilanz für die noch laufende Hauptsaison ziehen. „Es war relativ ruhig, aber der Sommer war ja vom Wetter auch nicht spektakulär“, sagt Wachleiter Sven Schmitz (35). Der Krefelder ist seit zwölf Jahren jeden Sommer als ehrenamtlicher Rettungsschwimmer am Strand des Ostseebades. Mit ihm werden bis zum Ende der Hauptsaison etwa 110 Mitglieder der DLRG aus ganz Deutschland für die Sicherheit der Badenden in Boltenhagen sorgen.

Sicherheitstipps im Netz

Der Wachzwerg gibt auf der Facebook-Seite der Rettungsschwimmer in dieser Saison Tipps für die Sicherheit am Strand. Erklärt wird die Gefahr des Badens unter der Seebrücke, die Gefahr durch ablandigen Wind oder die Notwendigkeit von Sonnenschutz.

• Facebook: „DLRG Wasserrettungsstation Ostseebad Boltenhagen“

Bislang sind etwa 12000 Dienststunden geleistet worden, dabei gab es mehr als 300 Fälle in denen die DLRG Erste Hilfe leistete. In vier Fällen wurde der Rettungsdienst hinzugezogen. Dabei kamen die Rettungsschwimmer nicht nur am Strand und im Wasser zum Einsatz. Auch einem Radfahrer, der auf der Strandpromenade gestürzt war und sich am Kopf verletzt hatte, versorgten sie, bis der Rettungsdienst eintraf. Auch für schwerere medizinische Notfälle sind die Rettungsschwimmer gerüstet. „Wir haben am Hauptturm eine Ausrüstungstasche mit Sauerstoffversorgung und einem Defibrillator“, erklärt Wachleiter Sven Schmitz. In drei Jahren sei der so genannte automatisierte externe Defibrillator (AED) bereits zweimal eingesetzt worden. „Nach solchen schweren Einsätzen spricht man untereinander darüber, aber es gibt auch Kriseninterventionsteams, die nach solchen Belastungen helfen“, sagt Schmitz.

Außer vielen kleinen und wenigen größeren medizinischen Einsätzen sind die Rettungsschwimmer vor allem vorbeugend aktiv. „Wir warnen zum Beispiel Badegäste, die mit Luftmatratze oder Schlauchboot kommen, wenn wie in diesem Sommer häufig ablandiger Wind ist“, so Schmitz. Außerdem helfen sie, wenn Kinder oder Eltern gesucht werden. Etwa 20 kurzzeitig vermisste Personen wurden in dieser Saison am Strand gesucht und gefunden. Dabei helfen Kindersuchbänder, von denen die Rettungsschwimmer 1200 ausgegeben haben. Die Armbänder haben individuelle Nummern, die Eltern mit ihrer Handynummer am DLRG-Turm registrieren lassen können. So können Eltern eines Kindes, das sich verlaufen hat, schnell von den Rettungsschwimmern benachrichtigt werden.

Neben ihrem Einsatz auf acht Türmen in Boltenhagen haben die Rettungsschwimmer auch Zeit für Übungen gehabt. So machen einige zum ersten Mal Dienst in der Ostsee mit gelegentlichem Wellengang.

„Außerdem sind in diesem Jahr einige junge Rettungsschwimmer dabei, die wir parallel weiter ausbilden können“, sagt Schmitz. Mitglieder der DLRG-Ortsgruppe Boltenhagen könnten auch schon vor ihrem 16. Lebensjahr an den Diensten teilnehmen und lernen. So hat auch Pit Gagzow aus Klütz angefangen. Inzwischen gehört der 20-Jährige zu den erfahrenen Rettungsschwimmern.

Außer bei ihren eigenen Übungen trainierte die DLRG mit der Freiwilligen Feuerwehr Boltenhagen den Einsatz verschiedener Boote von der Seebrücke aus. Bei einer Ölübung der Boltenhagener und der Bad Kleiner Feuerwehren wurde die DLRG mit ihrem Boot einbezogen. „Solche gemeinsamen Übungen werden von beiden Seiten sehr positiv aufgenommen“, sagt Sven Schmitz. „Wir besuchen die Feuerwehr auch alle zwei Wochen bei ihrem Dienstabend, um die neuen Wachleute vorzustellen“, sagt Schmitz erfreut über die Zusammenarbeit.

Malte Behnk

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