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Nordwestmecklenburg Schüler-Kritik am Jahrestag des Mauerfalls
Lokales Nordwestmecklenburg Schüler-Kritik am Jahrestag des Mauerfalls
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19:14 09.11.2018
Philipp Cochius (20) aus Herrnburg spricht auf dem ehemaligen Grenzstreifen über seine Sicht der deutschen Einheit mit der Schweriner Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (2. v. r.) und der Kieler Bildungsministerin Karin Prien. Quelle: Jürgen Lenz
Herrnburg

Nicht der 29. Jahrestag des Mauerfalls stand für Schüler im Mittelpunkt, die sich am Freitag in Herrnburg (Nordwestmecklenburg) an Landespolitikerinnen aus Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern wandten. Sie nutzten eine Diskussionsrunde vor allem dazu, auf Missstände aufmerksam zu machen, die sie bewegen. Der Kritik stellten sich die Schweriner Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD), die Kieler Bildungsministerin Karin Prien (CDU) und ihre Kollegin in Mecklenburg-Vorpommern, Birgit Hesse (SPD).

Schüler diskutieren in Herrnburg mit Landespolitikerinnen aus Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein. Quelle: Jürgen Lenz

Jugendliche aus beiden Bundesländern bemängelten den Lehrermangel, unter dem der Unterricht in ihren Schulen leidet. Ein Schüler kritisierte, es würden zu wenige Bewerber für ein Lehramtsstudium angenommen. Andere Jugendliche bemängelten in der knapp einstündigen Diskussion in der Herrnburger Grundschule, im Norden gebe es verhältnismäßig wenige Universitäten. Dadurch müssten viele Schüler in anderen Bundesländern studieren.

"Ich glaube, wir sind alle auf einem guten Weg in die Zukunft", sagt Neele Grage (15), Schülerin aus Herrnburg. Quelle: Jürgen Lenz

Schüler kritisierten auch, ländliche Gebiete würden bei der Versorgung mit leistungsfähigen Internetanschlüssen benachteiligt und Dörfer seien schlecht an den öffentlichen Nahverkehr angebunden. Außerdem würden Busfahrten immer teurer. Eine weitere Kritik: Sehr sinnvolle Berufe wie der des Krankenpflegers zu wählen, sei finanziell überhaupt nicht lohnend.

Bereits auf dem Weg zur Schule suchten die Landespolitikerinnen und der Lüdersdorfer Bürgermeister Erhard Huzel (CDU) das Gespräch mit Schülern. Die Jugendlichen präsentierten Informationstafeln und Kunstwerke, die sie zu den Themen Mauerfall, deutsche Einheit und „Unsere Zukunft im Norden“ angefertigt hatten. Philipp Cochius aus Herrnburg erklärte: „Ich finde, weil es noch Unterschiede in den Köpfen gibt, muss auf das Thema aufmerksam gemacht werden. Sonst werden wir nie wieder zu einem einigen Deutschland.“ Torben Hansen aus Lübeck erklärte: „Ich finde, man merkt, dass die Euphorie der Wiedervereinigung ziemlich abgeklungen ist.“ Es gebe noch leichte kulturelle Unterschiede zwischen Ost und West. Neele Grage aus Herrnburg sagte: „Ich glaube, wir sind alle auf einem guten Weg in die Zukunft.“

„Ich finde, dass die Euphorie der Wiedervereinigung ziemlich abgeklungen ist.“, sagt Torben Hansen (15) aus Lübeck. Quelle: Jürgen Lenz

Kurz vor der Diskussion wandte sich die Lüdersdorfer Gemeindevertreterin Petra Zacharias (SPD-Fraktion) wegen eines Problems an die Ministerpräsidenten in Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein, das viele Menschen auf beiden Seiten der Bundesländergrenze auch 29 Jahre nach dem Fall der Mauer bewegt: „Leider mangelt es nach all diesen Jahren noch immer an einem praktikablen Gastschulabkommen zwischen Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein.“ Für Familien sei es oft eine unnötige, teils unzumutbare Belastung, wenn ihrem Antrag auf Beschulung auf der anderen Seite der ehemaligen Staatsgrenze nicht stattgegeben wird. Die Gemeindevertreterin schreibt, ein Gastschulabkommen wäre „ein starkes Signal in Richtung freie Schulwahl und Zusammenrücken.“

Jürgen Lenz

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