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Nordwestmecklenburg Schüler lassen sich von Naturwissenschaften faszinieren
Lokales Nordwestmecklenburg Schüler lassen sich von Naturwissenschaften faszinieren
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20:33 08.04.2016
Stephan Patynowski (13) aus Arpshagen lässt sich von Björn Kagelmacher (35) von der Hochschule Wismar das Löten zeigen. Quelle: Dirk Hoffmann

„Wenn die Zeit immer in eine Richtung läuft, dann kann es auch keine Zeitmaschine geben“, lautete die Schlussfolgerung der 18-jährigen Hanna Huschke, nachdem der Professor Fedor M. Mitschke (63) von der Universität Rostock gerade davon gesprochen hatte, dass die Zeit immer vorwärts läuft. Dies sei ein Phänomen, über das heute aber kaum jemand nachdenken würde, wie er am Mittwochabend beim „Vierten Langen Abend der Naturwissenschaften“ im Gymnasium „Am Tannenberg“ in Grevesmühlen meinte.

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Am Donnerstag fand am Gymnasium „Am Tannenberg“ in Grevesmühlen die „Vierte Lange Nacht der Naturwissenschaften“ statt / Veranstalter mit Resonanz zufrieden.

Aufmerksam verfolgten Schüler, Lehrer und auch Eltern den Vortrag „Gedanken über die Zeit“ von Professor Mitschke. Sehr anschaulich erläuterte er, dass es schon der Atomuhr an der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt in Braunschweig bedarf, um die gesetzliche Zeit in Deutschland definieren zu können. Und genaueste Zeitangaben steckten auch in jedem GPS-Empfänger der Navigationsgeräte. Das war, so der Professor weiter, erst Ende der 1990er Jahre möglich. Vorher konnte es deshalb noch keine Navis geben.

„Ich fand es gut, mal tiefer in das Thema Zeit einzutauchen“, meinte die 14-jährige Birte Redersborg. Und auch der 18-jährige Stefan Schulz fand die Ausführungen sehr interessant. Im vergangenen Jahr hatte der Gymnasiast beim „Langen Abend der Naturwissenschaften“ selbst einen Vortrag gehalten.

Es gab am Mittwochabend noch weitere Vorträge von Studenten und Mitarbeitern der Universität Rostock und der Hochschule Wismar, wo auf Themen aus dem Bereich der Naturwissenschaften eingegangen wurde. Hannah Klinner (25), Studentin der Hochschule Wismar, erklärte zum Beispiel anhand von verschiedenen Brücken das Phänomen der Schwingungen — wie sie entstehen und beeinflusst werden können.

Spannend fanden die Gymnasiasten auch die Unterrichtsstunde mit Björn Kagelmacher. Der 35-jährige Informatikstudent aus Wismar gab nicht nur Erklärungen zu Anwendungen in der Elektronik ab. Die Schülerinnen und Schüler konnten dort auch selbst aktiv werden, indem sie an der Leiterplatte eines LED-Würfels den Lötkolben ansetzten. An welchen Stellen genau gelötet und worauf alles geachtet werden muss, das ließ sich zum Beispiel Stephan Patynowski (13) aus Arpshagen erklären.

„Es ist cool, dass wir hier so etwas machen können“, fand der 14-jährige Niklas Haßkerl. Ähnlich äußerten sich auch Henry Freischmidt (12) und Laurentius Ramm (14), sie sich ohnehin sehr für Naturwissenschaften interessieren. Die drei kamen vom Gymnasium aus Neustrelitz. Für sie war es ein Höhepunkt im Rahmen eines dreitägigen, erstmals am Gymnasium in Grevesmühlen durchgeführten MINT-Camps der achten Klassen, an dem außerdem sechs weitere Gymnasiasten aus Stralsund und Rostock teilnahmen.

„Wir sind sehr zufrieden, wie dieser Abend abgelaufen ist“, zog Marita Bodecker als Verantwortliche des „Vierten Langen Abends der Naturwissenschaften“ ein positives Fazit. Insgesamt gab es 93 Anmeldungen auf die verschiedenen angebotenen Vorträge. Es hätten aber ruhig noch ein paar mehr Besucher sein können, wie sie meinte. Das fand auch der Rütinger Volker Thielsen. Der 51-Jährige, dessen Sohn Markus (17) Schüler am Gymnasium in Grevesmühlen ist. Thielsen nahm bereits zum vierten Mal an diesem Abend der Naturwissenschaften teil. Er war ein weiteres Mal von dem begeistert, was dort geboten wurde. „Wo kann man sonst schon live Satellitenbilder sehen“, meinte er nach dem Vortrag des aus Bochum kommenden Astronomen Michael Geisler. Dieser hatte wenig später auch noch einen Workshop zum Thema „Wie führe ich ein Teleskop mit anschließender Himmelsbeobachtung“ gegeben.

Studium, Ausbildung und/oder FSJ — große Jobbörse im Gymnasium

Berufsberatung auf die praktische Art: Am Donnerstag haben zehn Männer und Frauen im Gymnasium am Tannenberg ihre Berufe vorgestellt. Vom Zahnarzt über den Apotheker und Polizisten bis hin zum Rettungsassistenten und zum Journalisten präsentierten die Dozenten ihre Jobs und erklärten den Werdegang.

Rettungsassistent Andreas Soltow schilderte den Schülern der zehnten Klasse, was es heißt, Menschen zu helfen, Babys im Rettungswagen auf die Welt zu bringen und im Schichtdienst zu arbeiten. „Es ist ein Beruf der Spaß macht, der aber auch viel von uns fordert.“ Michael Prochnow, der Leiter des Pressehauses in Grevesmühlen, berichtete über die Ausbildung zum Redakteur und die Anforderungen an junge Journalisten. Thomas Klemp erklärte, warum nicht alle Zahnärzte Millionäre sind und Waldemar Gerull, dass ein Apotheker sich unter anderem für Chemie und Biologie interessieren sollte.

Zweieinhalb Stunden dauerte die Präsentation in den verschiedenen Unterrichtsräumen. Wie in den Vorjahren war die Veranstaltung von den Schülern selbst organisiert und durchgeführt worden.

Von Dirk Hoffmann

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