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Nordwestmecklenburg Schule für Kitesurfen geplant
Lokales Nordwestmecklenburg Schule für Kitesurfen geplant
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20:10 24.06.2013
Boltenhagen

Frank Gade will sein Berufsleben umkrempeln. Der 36-Jährige aus Herrnburg möchte am Strand von Boltenhagen eine Wassersportschule eröffnen und dort Kiteboarden und -surfen unterrichten. Der Entschluss dazu sei in seiner Elternzeit gereift, erzählt der gelernte Kaufmann im Groß- und Außenhandel, der viele Jahre als Autoverkäufer gearbeitet hat — in Lübeck, Ravensburg am Bodensee und in Kiel. Nach der Geburt seiner Tochter Helena (eindreiviertel Jahre alt) nahm der Vater sich zum ersten Mal eine Auszeit, die er sich für seinen „Großen“ Louis (6) noch nicht gegönnt hatte. „Ich habe sonst immer viel gearbeitet. Surfen war vorher nur mein Hobby“, sagt er. „Durch die Elternzeit habe ich Ruhe und Abstand vom Berufsleben bekommen. Das war für mich eine Zeit, um zu überlegen, was ich in den nächsten zehn, fünfzehn Jahren mache.“

Sein Idee war, künftig mit einer Tätigkeit Geld zu verdienen, die ihm Spaß macht. Seinen Schein als Wassersportinstruktor hat er im Vorjahr gemacht, als Lehrer arbeitete er aber schon seit 2011. Kitesurfen und Stand Up Paddling, zu deutsch: Stehpaddeln, sind sein Ding. „Das mache ich seit 2009“, sagt Frank Gade, der in Bützow geboren und seit Anfang der 80er-Jahre in Herrnburg aufgewachsen ist. „Ganz früher“ habe er gesurft, Mitte der 90er folgte die Segelei auf Katamaranen und Yachten.

„Durch meinen beruflichen Schnitt in Richtung Bodensee bin ich zum Snowboard gekommen“, sagt er. Als es ihn 2009 nach Kiel verschlug, entdeckte er das Kitesurfen für sich. Seit vergangenem Jahr wohnt er gemeinsam mit seiner Frau Manuela (30), die als Erzieherin in einer Kita in Schönberg arbeitet, wieder in seinem Heimatort Herrnburg. Für die Existenzgründung mit seiner Wassersportschule versucht er, Fördermittel zu bekommen. „Das Landesförderinstitut hat mir aber gesagt, dass ich zu wenig Geld will“, wundert er sich. Deshalb rechnet er mit keinem Zuschuss von dort. Mit 50 000 Euro beziffert er seinen Bedarf.

Elf Stand Up-Paddelboards und fünf bis sechs Kiteboards sowie Kite-Schirme will er anschaffen, hinzu kommen Ausgaben für Marketing und eine eigene Seite im Internet. Laut selbst erstelltem Geschäftsplan ist im ersten Jahr noch kein weiteres Personal vorgesehen. „Das geht erst im zweiten Jahr los“, plant der Jung-Unternehmer, der gerne zum Saisonbeginn schon mit seiner Schule angefangen hätte. Doch sein Antrag auf Genehmigung einer Sondernutzung eines Strandabschnitts mit geringer Badegastnutzung aus dem März kam erst im Juni auf die Tagesordnung des Kurbetriebsausschusses. Da zur Ausschusssitzung jedoch zu wenig Mitglieder gekommen waren und das Gremium somit nicht beschlussfähig war, kennt Gade immer noch nicht die Resonanz aus der Gemeinde auf sein Vorhaben.

„Die Kurdirektorin ist sehr engagiert, aber es gibt auch viele Bedenkenträger“, hat Frank Gade schon festgestellt. Die Gastgeber und Hotelbetreiber in Boltenhagen, die er bei seiner vorangegangenen Marktanalyse befragt hatte, stünden seinem Vorhaben aber positiv gegenüber und begrüßten ein neues touristisches Angebot.

Eine Hütte am Strand wird dem Wassersportlehrer aber wohl nicht zur Verfügung gestellt werden. „Da wird wohl kein Weg ranführen“, vermutet er. Also will er seine Schüler an einem anderen Ort treffen und mit ihnen gemeinsam an den Strand gehen, „mit dem ganzen Geraffel“, das er selber jeweils transportieren muss. Wie Gade hinzufügt, hätten ihm Gastronomen im Ostseebad aber schon Räumlichkeiten als Lager angeboten.

Ulrike Oehlers

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