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Nordwestmecklenburg Schwerer Glatteis-Unfall auf A20 stellt Rettungskräfte auf Probe
Lokales Nordwestmecklenburg Schwerer Glatteis-Unfall auf A20 stellt Rettungskräfte auf Probe
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10:16 29.10.2018
Massenunfall auf der A20 zwischen Grevesmühlen und Bobitz. Quelle: Karl-Ernst Schmidt
Grevesmühlen

“MANV“ lautete am Sonntag das Alarmsignal für die Rettungskräfte, die am frühen Morgen zum Großeinsatz auf die A 20 zwischen Bobitz und Grevesmühlen gerufen wurde. „MANV“ steht für Massenanfall von Verletzten und bedeutet unter anderem, dass deutlich mehr Kräfte eingesetzt werden mussten. So waren beispielsweise neben insgesamt vier Feuerwehren aus Upahl, Grevesmühlen Bobitz und Groß Krankow zwei Notärzte und mehrere Rettungswagen im Einsatz, um die insgesamt vier Verletzten aus den Fahrzeugen zu retten und zu versorgen. Wie die Rettungskräfte mitteilten, sei die Fahrbahn zum Unfallzeitpunkt spiegelglatt gewesen. „Als wir ausstiegen, musste ich mich erst einmal festhalten, so glatt war die Straße“, erklärte einer der Beteiligten gegenüber der OZ. Den Rettern bot sich ein Bild der Verwüstung. „Die Autos sahen wirklich schlimm aus, dass niemand lebensgefährlich verletzt wurde dabei, ist fast schon ein Wunder.“

Ausgangspunkt war offenbar gegen 6 Uhr ein Unfall auf der der A 20 zwischen den Anschlussstellen Bobitz und Grevesmühlen in Richtung Lübeck auf der Brücke über den Poischower Mühlbach. Nach Polizeiangaben hatte ein 32-Jähriger aus dem Landkreis aufgrund des Glatteises die Gewalt über seinen Wagen verloren und war in die Mittelleitplanke gefahren. Ein 60-jähriger Fahrzeugführer aus dem Landkreis Rostock fuhr in den stehenden PKW. Unmittelbar darauf hatten auf der Gegenseite offenbar Autofahrer abgebremst und dadurch den zweiten Unfall verursacht, der schließlich zum Massenunfall führte. Laut Polizei ereigneten sich während der Unfallaufnahme in kürzester Zeit drei weitere Verkehrsunfälle auf der Gegenfahrbahn. Die Ursache war auch hier das Glatteis auf der Straße und nicht angepasste Geschwindigkeit.

Bei einem Unfall wurde ein 56-Jähriger aus Schleswig-Holstein schwer verletzt. Der Mann war in seinem Wagen eingeklemmt und musste durch die Feuerwehr befreit werden. Die 56-jährige Beifahrerin wurde leicht verletzt, beide wurden ins Krankenhaus gebracht. Weitere vier Beteiligte wurden leicht verletzt und konnten vor Ort nach einer Behandlung entlassen werden.

Die Autobahn 20 war für die Rettungs- und Aufräumarbeiten teilweise komplett gesperrt, der Verkehr wurde über die Anschlussstellen Grevesmühlen und Bobitz umgeleitet, mehrere Notarztwagen, Rettungswagen, die Autobahnmeisterei Upahl sowie Abschleppunternehmen zum Einsatz. Gutachter müssen nun den genauen Ablauf klären. Einfach wird das nicht angesichts der hohen Anzahl der beteiligten Fahrzeuge. Wie die ersten Ermittlungen ergaben, war offenbar das Glatteis auf der Brücke Auslöser für die schweren Unfälle. Die Temperatur war in der Nacht bis zum Gefrierpunkt gesunken, das sich ausgerechnet auf der Brücke Glatteis bildete, hat einen einfachen Grund: Während die Erde noch soviel Energie gespeichert hat, um den Minusgraden etwas entgegenzusetzen, damit sich kein Eis bildet, unterliegen Brückenbauwerke schnelleren Temperaturschwankungen. Der Temperatursturz von Sonnabendnacht führte schließlich zur Eisbildung auf den Straßen. Symptomatisch dafür ist auch die Uhrzeit der Unfälle. Wie Meteorologen mitteilen, ist der kälteste Zeitpunkt über 24 Stunden betrachtet in der Regel der frühe Morgen, der Zeitpunkt um den Sonnenaufgang herum.

Michael Prochnow

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