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Nordwestmecklenburg Sechster Silvesterdienst in Folge
Lokales Nordwestmecklenburg Sechster Silvesterdienst in Folge
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20:34 29.12.2017
Für Assistenzarzt Remo Förster (l.) und Krankenpflegerin Monique Merz gehören Berliner zum Silvesterdienst dazu. Quelle: Foto: Daniel Heidmann

Im Kreise der Lieben mit einem Sektchen anstoßen und kurz nach Mitternacht die Raketen steigen lassen – so sieht das Silvesterfest optimalerweise aus. Doch das ist längst nicht für alle die Realität. In den Kliniken, den Polizeistationen oder an den Tankstellen der Region wird auch am letzten Abend des Jahres bis weit in den Neujahrsmorgen hinein gearbeitet.

So ergeht es in diesem Jahr auch Remo Förster. Doch der Assistenzarzt in der Chirurgie des Grevesmühlener Krankenhauses will es so. „Das wird mein sechster Silvesterdienst nacheinander“, erzählt er.

Während andere das neue Jahr gern mit Familie oder Freunden begrüßen, übernimmt Förster die Schicht freiwillig. „Es hat sich so ergeben. Einer muss sie ja machen und ich habe keine Probleme damit“, betont der 34-Jährige. Es gebe andere Feiertage, an denen er lieber frei hat.

Vom Silvestermorgen 8 Uhr an schiebt er im DRK-Krankenhaus an der Klützer Straße eine 24-Stunden-Schicht. „Sie macht Spaß. Den Tag über ist es eigentlich relativ ruhig“, erklärt der Mediziner, der in Hof Reppenhagen wohnt. Erst am frühen Abend herrsche oft mehr Betrieb, da dann die ersten „Schnapsleichen“ in der Klinik eintreffen. Hinzu kommen Patienten, die sich am Silvesterabend Schnitt- und Platzwunden, Brüche oder Schädel-Hirn-Traumata zuziehen. Auch dort sei sehr häufig Alkohol im Spiel. „Meistens hat man aber Glück und kann sich um 0 Uhr draußen das Feuerwerk in der Umgebung ansehen“, sagt Förster. Im Vorjahr erlebte er allerdings die Ausnahme, als um 0.02 Uhr ein Rettungswagen mit Blaulicht eintraf. „Da war einem Mann ein Knaller in der Hand explodiert“, erinnert sich Förster. Insgesamt kämen während Silvesternacht und Neujahrsmorgen fünf bis zehn solcher Blaulichtfälle im Krankenhaus an.

Doch die Klinikmitarbeiter, die am lautesten Abend des Jahres im Dienst sind, machen es sich so gemütlich wie möglich. „Das Stationszimmer wird dann mit Luftschlangen geschmückt. Den Tisch dekorieren wir mit Konfetti aus den Lochern. Dazu haben wir auch ein kleines Tischfeuerwerk“, erklärt Gesundheits- und Krankenpflegerin Monique Merz. Dazu gibt es für Mitarbeiter und Patienten die typischen Gerichte zum Jahresabschluss: Karpfen zum Mittag und Kartoffelsalat mit Würstchen am Abend. Und auch Berliner dürfen zu Silvester in der Grevesmühlener Klinik nicht fehlen. „Ich bin aber eher der Kartoffelsalat-Typ“, bemerkt Remo Förster. Angestoßen wird mit alkoholfreiem Sekt.

Dass Assistenzarzt Förster die Schicht ins neue Jahr gern übernimmt, hat aber noch einen ganz speziellen Grund. „Dann muss ich nicht in meinen Geburtstag hineinfeiern“, sagt Förster mit einem Schmunzeln auf den Lippen. Der gebürtige Grevesmühlener begeht nämlich stets am 1. Januar seinen Ehrentag. Doch die Feten haben ihn in der Vergangenheit genervt, wie er sagt. Wenn der Mediziner es sich aussuchen könnte, hätte er lieber im Sommer Geburtstag. „Dann könnte man wenigstens grillen“, meint er scherzend.

Stattdessen bringt der frische Papa am Neujahrsmorgen nach dem Dienst Brötchen mit nach Hause. Zusammen mit seiner Frau, die Internistin am Grevesmühlener Krankenhaus ist, wird dann in Ruhe gefrühstückt. Später kommt die Familie zusammen. „Ich mache das lieber alles in Ruhe nach dem Dienst“, sagt Förster. Das will er in Zukunft beibehalten. Denn auch 2018 will er den Silvesterdienst wieder übernehmen.

Daniel Heidmann

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